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Der Israelit · 1879-09-13 · Heft 40-41 (13.9.1879) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 40-41 (13.9.1879)
Date
1879-09-13
Page
– (sequence 4)
Language
German
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1080 yv'i, nach Mohilew a. D. berufen. Hier wiederholte sich bald derselbe Vorgang; auch in M. wurde er von der Negierung entsetzt, zugleich mit dem Bedeuten, das; er keine Rabbinerstelle in Rußland wieder annehnun dürfe. Er ging dann nach Smolensk zu feinem Schwiegersöhne. Jetzt unternahm es der Herausgeber dieser Blätter, dem Vielgeprüften ein sorgenfreies Asyl in Deutschland zu verschaffen. Mehrere reichbegüterte und für die heilige Thora begeisterte Männer hatten ihre Unterstützung zugesagt, und Malbim machte sich auf den Weg, um nach Mainz zu reisen und sich hier dauernd niedcrznlassen. In ft önig s berg in Preußen angekomuien, wurde er von der dortigen polnischen, isr. Gemeinde veranlaßt, das Rabbinat derselben zu übernehmen. Erst vor wenigen Wochen haben wir über seinen Wegzug von dort und seine Abschiedsredc berichtet. — In Königsberg hat Malbim eines seiner vornglichsten Werke durch den Druck veröffentlicht: einen Eonunentar auf mm ntpon und die wen; vor einigen Monaten sandte er mir den fünften Theil und ru-, denn rnpv besteht aus 2 Theilen) ein, zugleich mit der freudigen Nachricht, daß der sechste und letzte Theil (emmn nebst nPnpi m\x) bereits druckfertig sei. Ach, der große Mann hat die Veröffentlichung desselben nicht erleben sollen! — Wie uns von Königsberg berichtet wird, hat Malbim seine Familie in größter Arnmth zurückgelassen. In 5t. hat sich ein Comitä gebildet, um 6)aben zu sammeln, damit die Familie des großen Mannes dem Elende entrissen werde nnd für die Zukunst derselben gesorgt werden könne. Wir sind natürlich gern bereit, die Spenden entgegenzunehmen, zu veröffentlichen und sie an den Eassier des EomitEs in Firma I. I. Feinbcrger Nachfolger, zu befördern. Wir brauchen wohl dem Vorstehenden keine Bitte hinzufügen mm? Psnizp m vüw DDn ein Talmid Eh ach am, wie Malbim, ein Gelehrter, fast ohne Gleichen, ein Gottesstreiter, der für die heilige Religion Israels so viel und gottergeben gestritten und gelitten — die edlen Sohne und Töchter unseres Volkes werden seine Frau und seine Kinder nicht in Armuth und Elend verkommen lassen. ärr? tppno wm my: pns ’tvfrn Mögen an den Halbseiertagen des Hüttenfestes allüberall Sammlungen veranstaltet werden — es gibt ja keine größere Festesfreude als die, für die Hinterbliebenen eines so großen Mannes zu sorgen. Jeituvgsnackrichte« und Correspondenzen. Oesterreichisch - Ungarische Monarchie. Liuz, Ober-Oesterreich, im September. Der 7. September d. I. hatte für unsere Stadt das bedeutendste und freudenreichste Ereigniß zu verzeichnen. indem Se. Majestät der Kaiser sie seines Besuches würdigte, um hier persönlich das Volks« fest zu eröffnen. Auch unsere Cultusgemeinde hatte ihren denkenswerthen Tag, denn einer Einladung der hohen k. k. Statthalterei folgend, fand sich eine Deputation, bestehend aus Sr. Ehrwü'-den dem Rabbiner Herrn Dr. Adolf Kurre in und dem Vorsteher der Cultusgemeinde nebst zwei andern Vorstandsmitgliedern, zur großen Emvfangsaudienz ein. Se. Majestät geruhten zu gestatten, daß der Rabbiner, welcher im Ornate erschien, mit bedecktem Haupte den Segensspruch in hebräischer Sprache rezitirte, und drückte hierauf seinen Dank dafür und für die Ergebenheitsbezeugung der Deputaten im Allgemeinen in freundlichen Worten aus. Hierauf wandte er sich direct an den Rabbiner, erkundigte sich eingehend nach den Verhältnissen der Gemeinde, deren Mitgliederzahl und nach den Beziehungen der in Oberöfterreich lebenden Israeliten zu der Hauptgemeinde in Linz. In huldvollster Weise fragte hierauf der Monarch, wie lange der Rabbiner schon hier im Amte sei, wo er früher gewirkt und ob er im Breslauer Seminar seine Studien gemacht habe, welche letztere Frage der Rabbiner mit der Bemerkung verneinte, daß er als Oesterreicher nur in Oesterreich und besonders in Wien seine Ausbildung gesucht und gefunden habe. Nach einer kürzen Frage noch an den Vorsteher der Gemeinde entließ der Kaiser in gnädigster und freundlichster Weise die Deputation. Rumänien. Bukarest, 24. Sept. Boeresco legte der Kammer eine von sämmtlichen Ministern Unterzeichnete Regierungs-Vorlage über die Revision des Art. 7 der Verfassung vor. Die vom Minister verlesenen Motive des Exposäs und des Gesetzentwurfs wurden von den Deputirt^n beifällig ausgenommen. Der Entwurf enthält die Aufnahme des im Art. 44 des Berliner Vertrags ausgesprochenen Prinzips und Durchführungs-Bestimmungen und erkennt das Recht der Naturalisirung allen Ausländern, ohne Unterschied der Religion, ebenso wie den rumänischen Unterthanen, welche noch nicht Bürger sind, zu. Das Recht zur Erwerbung des ländlichen Grundbesitzes soll politisches Recht werden, mit Ausnahme der Dobrudscha. Diejenigen, welche in Rumänien geboren und bis zur Erlangung des Alters der Reife erzogen, sind nach dem Entwürfe

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