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Der Israelit · 1879-09-17 · Heft 39 (17.9.1879) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 39 (17.9.1879)
Date
1879-09-17
Page
– (sequence 2)
Language
German
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1062 Grundlage des israel. Dogmas in den Worten: vw rc und ynb* #n na nanw ic. Wer sie befolgt, wer den Einzigen liebt mit ganzem Herzen mit ganzer Seele und ganzem Vermögen, er wird alle Gebote ohne Unterschied treu befolgen , er wird ein sittenreiner Mensch, ein gesetzestreuer Israelit, ein guter Staatsbürger sein und stets bedacht ans dir eigne Vervollkommnung, stets bemüht, seinem Nächsten zu nützen. Zum Schlüsse wollen wir nicht unerwähnt lassen, daß die Expectorationen des Herrn Aristides A. auch in der christlichen Presse Belgiens gerechte Entrüstung hervorgerufen. Eine uns vorliegende Nummer des „«Journal de Bruxelles“ polemisirt lebhaft gegen die Ausführungen des Grand-Rabbin, sie wirft die Frage auf, ob Jemand zu einer Religionsgemeinde sich zählen könne, der kein einziges Wort ihrer Lehren glaubte, und fügt hinzu, was man wohl von dem Erzbischof von Malines, dem ersten Priester der katholischen Kirche in Belgien, sagen würde, wenn derselbe öffentlich die Grundlehren der christl. Religion leugnete? Daß das Blatt dabei den Rabbiner mit p r i e ft e r l i ch e n Functionen ausgestattet denkt, ist ein leicht verzeihlicher Jrrthum. Das „Journal de Bruxelles“ bringt auch einen Brief von einem Israeliten, der sich Oheb Emona unterzeichnet, und die Ansichten des Grand-Rabbin einer herben Kritik unterzieht. — Wir aber wollen diese kurze Beleuchtung mit einem Worte Börners schließen, das etwa sagt: „So leicht es ist, Kindern die Fabel als Wahrheit darzustellen, so schwer ist es, Männern die Wahrheit als Fabel erscheinen zu lassen." — Herrn Astruc's Ausführungen werden Niemandes Glauben erschüttern, sie werden verhallen, vergessen werden, die Tauroh aber wird ewig, göttlich bestehen. H. Bl.l. Leituvgsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Frftukfnrt ft. M., Was in der „Klage der Ceres" Schiller von den Blumen sagt: „Halb berühren sie der Todten, halb der Lebenden Gebiet," kann man mit Fug und Recht auch von unseren Reformrabbinen sagen. Was sie anrühren ist halb, es mag die Lebenden oder Todten berühren. Die neu hergerichtete Bahnlinie Friedberg- Hanau führt über den israelitischen Friedhof zu Feuerbach bei Friedberg. Die einzelnen Gräber sollen durch einen 15—20 Fuß hohen Fahrdamm überschüttet, und die Grabstätten somit Eigenthum der Bahnverwaltung werden. Da es vorgeschriebene Pflicht ist, die irdischen Ueberreste auszugraben, sobald die Gräber in nichtjüdischen Besitz übergehen, so nahmen mehrere Angehörige, nachdem sie sich bei einem gesetzestreuen Rabbiner zuvor informirt halten, die Ausgrabung der irdischen Ueberreste vor, und beerdigten sie auf dem nächsten jüdischen Friedhofe. Die Gemeinde Niederwöllsiadt, welche ihre Todten ebenfalls auf dem Friedhofe zu Feuerbach beerdigt, unterließ jedoch die Ausgrabung, gestützt auf ein Gutachten des Herrn Rabbiner Dr. Lev: in Gießen, der dies nicht für nothwendig erklärt habe. Einem hier wohnenden Herrn theilte Herr Dr. Levi ebenfalls in einem uns vorliegenden Briefe mit, daß die Ausgrabung zwar erlaubt, aber nicht geboten sei, wenn nur eine Ueberschüttung, nicht aber eine directe Berührung despin vorliege. Nichtsdestoweniger haben mehrere Eigenthümer von Gräbern die religionsgesetzlich gebotene Umgrabung vornehmen lassen und wäre es sehr zu wünschen, daß es, falls dies überhaupt noch thunlich ist, auch noch mit den übrigen Gräbern geschähe. Denn abgesehen von der gerade im jüd. Kreise, im Besuche der Gräber sich äußernden Pietät, der natürlich keine Rechnung getragen werden kann, wenn die Grabstätten überschüttet sind, sollte schon die Rücksicht auf die ouro, welche die zu erbauende Eisenbahn benützen werden, die vollständige Ausgrabung schleunigst vorgenommen werden. Oesterr. - Ungarische Monarchie. Budftpest. Das „P. I." schreibt: Im Staatsgymnasium des fünften Bezirkes scheinen sich Heuer gelegentlich der Einschreibungen und Aufnahme von Schülern die unliebsamen Scenen der Vorjahre zu wiederholen. Im vergangenen Jahre bot der Raummangel Anlaß zu confessioneller Intoleranz; die Eltern und Vormünder der zurückgewiesenen Schüler wandten sich mit ihren Beschwerden an die Presse, deren Stimme es auch gelang, den Unterrichtsminister zur Errichtung ausreichender Parallelklassen zu bewegen. Es scheint indessen — wie gesagt — daß die „Hetze" trotz alldem heuer von vorne beginnen soll. Heute, als am ersten Jnscriptionstage, erschienen in unserem Bureau mehrere Leopoldstädter israelitische Bürger, um darüber Beschwerde zu führen, daß sie von dem Professor, bei dem sie ihre Kinder für die erste Klasse inscribiren lassen wollten, mit den Worten abgefertigt wurden: „Judenkinder werden nicht ausgenommen." Das schien uns einfach un-

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