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Der Israelit · 1879-08-27 · Heft 35 (27.8.1879) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 35 (27.8.1879)
Date
1879-08-27
Page
– (sequence 4)
Language
German
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932 aus den Gemeinden erhalten, indem in dieser einflußreiche, gebildete Männer gewonnen würden, die in Eingaben an diese Versammlung der Nothwendigkeit Reformen einzuführen Ausdruck gäben und diese Reformen von der Versammlung forderten. Eine solche Betheiligung seitens der Gemeinde würde der Rabbinerversammlung tiefergreifende Bedeutung und Wirksamkeit verleihen, und fährt nun G. wörtlich fort: „ich glaube, daß wir dadurch weit sicherer zu der Form des Schisma kommen, welche ich für allein heilsam betrachte, wonach sich die starren Stillstandsmänner von der rasch forteilenden Gesammtheit trennen müssen und als „„Altjuden"", die. weil ohne innere wie äußere Macht, in wenigen Geschlechtern vom Leben aufgezehrt werden, sich besonders constituiren." So wird jetzt der Spieß umgedreht. Nachdem die Regierung ihren Arm nicht zur Separirung geliehen, wie man früher gewünscht und man bei der Masse auch nicht auf eine Folge auf den Ruf, sich von den Gemeinden auf talmudischer Basis loszusagen, rechnen konnte, sollen durch Vergewaltigung die „Alljuden" aus der Gemeinde gedrängt werden. Es ist dieses das System, das zu jener Zeit in vielen Gemeinden in Scene gesetzt wurde, wo die Vorsteher, die aber nicht durch Gesammtwillen ter Gemeinde gewählt waren mit dem Rabbiner, der sich zu ihrem Werkzeug hergab, Reformen einführten , und kraft ihrer Amtsgewalt diesen Reformen Geltung zu verschaffen wußten, und so die „Altjuden", wie G. sie nennt, aus dem Gemeindekreise drängten. Hier wurde die Saat eines unseligen Zwistes auSgestreut, die Reform hat die Trennung geboren Aber die „Altjuden" sind nicht in wenigen Geschlechtern vom Leben aufgezehrt worden; das Blatt hat sich gewendet, die Orthodoxie hat die Probe abgelegt, daß in ihr ein rüstiges Leben pulsirt, so rüstig, daß nur sie zu wünschen braucht, um neologe Vorstände zu allen Zugeständnissen zu bringen. Derselbe G. aber, der die Trennung provocirt, der der erste war, welcher wollte, daß man die Regierungen aufforderte, die Constituirung von Separatgemeinden zu gestatten, kämpfte gegen die Annahme der bekannten Lasker'schen Resolution in der Austrittsfrage. (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten Korrespondenzen. Deutschland. Mainz 26. August. Wir waren so glücklich, heute wiederum für die Armen, Nothleidenden rc. im heiligen Lande 1695 M. 33 Pf. an das Centralcomite zu Amsterdam zu senden. Die Summe der von uns in diesem Jahre zu obigen Zwecken gesammelten und überschickten Gelder beträgt nunmehr 31.005 M. 63 Pf. Frankfurt a. M In Nr. 34 des „Israelit" wird eine aus Frankfurt a. M. angeblich von zuverlässiger Seite zugegangene Berichtigung mitgetheilt, welche meine frühere Angabe in Bezug auf die Schechita als incorrect hinstellt, was mich nöthigt, nochmals auf diesen Gegenstand zurückzukommen. Es wird in dieser Berichtigung gesagt, daß außer den drei Metzgern der isr. Religionsgesellschaft alle hiesigen jüdischen Metzger (32) von den Schochtim des Herrn Dr. Horowitz schlachten und porschen lassen. Es muß dies das Ansehen erwecken, daß auch die ersteren, die Metzger der isr. Religionsgesellschaft, unter Herrn Dr. Horowitz stehen, während doch zur Genüge bekannt ist. daß diese nichts mit Herrn Dr. Horowitz zu schaffen haben. Wollte der Verfasser den Ausdruck „außer" im Sinne von „mit Ausnahme" aufgefaßt haben, so hätte er letzteren Ausdruck", der keine andere Deutung zuläßt, wählen müssen. Aber auch in der Gegenüberstellung der Zahlen drei und 32 liegt in gewisser Beziehung eine Täuschung, indem dadurch die Annahme erweck: wird, der Fleischverkauf der Metzger der isr. Religionsgesellschaft sei ein minimaler, den unter Leitung des Herrn Dr. Horwitz stehenden Metzgern gegenüber, während doch die ersteren pr. Jahr 1500 der schwersten Ochsen schlachten, was dem zehnten Theil des GesammtconsumS der Stadt Frankfurt von 15000 Ochsen pr. Jahr entspricht. Uebrigens ist auch die Angabe, daß alle jüdischen Metzger von den Schochtim des Herrn Dr. Horowitz schlachten und porschen lassen, unrichtig, indem sowohl der frühere Schochet Bodewies, sowie der von Dr. Horowitz angestellte und später wieder entlassene Schochet Schad nicht aufgehört haben zu schlachten. Wie es mit der Befolgung der Anordnungen des Dr. Horowitz steht^, kann man sich leicht überzeugen, wenn man am Samstag an den verschiedenen Geschäftslocalitäten der 32 Metzger vorübergebt und einen Theil derselben geöffnet findet. Daß es den zwei von Dr. Horowitz angestellten Schochtim nicht möglich ist, das

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