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Der Israelit · 1879-08-27 · Heft 35 (27.8.1879) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 35 (27.8.1879)
Date
1879-08-27
Page
– (sequence 2)
Language
German
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930 ist, die Kornwucherer in Schranken zu halten. Dadurch lindern Sie nicht nur die Noth Einzelner, sondern der ganzen Bevölkerung. „Heil Allen, die dazu beitragen, und der Segen der Hungernden, die durch die edlen Spender Nahrung erlangen, wird diesen in reichem Maaße Gutes sichern in dieser Welt, während der eigentliche Lohn der Wohlthat verbleibt für das ewige Leben. Mit achtungsvollem Gruße Ihr ergebener Moscheh Jehoschua Juda Löb, Sohn des Gaon Rabbi Binjamin V'r aus Brisk in Litthauen." Wenn der oben näher bezeichnet' advisirte Brief vom 25. Menachem hierhergelangen wird, werden wir nicht verfehlen, unfern geehrten Lesern den Inhalt desselben mitzutheilen. Wir wollen jedoch schon jetzt unsre Ansicht dahin aussprechen, daß, dem ursprünglichen Verlangen in dem allüberallhin versandten Aufruf, der die Ueberschrift ks*v 'Q trägt, gemäß, nicht Geld, sondern lediglich Lebensmittel nach Jerusalem geschickt werden sollen; anders verhält es sich freilich mit den mehr im Innern des Landes belegenen Städten, wohin der Transport allerdings zu kostspielig wäre und die deßhalb nur baares Geld brauchen können. Sollten jedoch die Verhältnisse in Jerusalem sich derartig gestalten, daß das von Europa importirte Getreide höher zu stehen komme, als das dort zu kaufende, so müßten unsrer Ansicht nach, die für die Extrasammlung eingehenden Gaben so lange in Amsterdam zurückbehalten werden, bis eine Getreidejendung von Europa nach Palästina wirkliche Vortheile bietet. Denn die augenblickliche Calamität im heiligen Lande, deren Hebung vielleicht erst mit der Ernte des nächsten Jahres ermöglicht wird, gibt den dortigen Kornwucherern Chancen, täglich den Preis des Getreides zu steigern, wenn nicht die stete Furcht vor Jmportirung von Lebensmitteln eine unnüthige und künstliche Theurung hintenanhält. Gebe Gott, daß es uns gelinge, unfern bedauernswerthen Brüdern im Lande der Väter stets hilfreich zur Seite zu stehen! — Zur Geschichte der Ueformbewegung im Iudenthum. (Fortsetzung.) 8. In der Trennung findet G. die Möglichkeit eines Sieges der Reform. Wollen wir aber diesen Gedanken der Trennung als Ausfluß des Gedankens der Gewissensfreiheit ansehen, so würden wir uns sehr täuschen, es ist ein Schacherpreis, den man dem Staate für die Gleichberechtigung der Juden bietet und ein Lockmittel zugleich, das man den Juden hinhält, die ihr Judenthum für die Emancipation hinzugeben bereit sind. Daß dieses der Grundgedanke ist, mögen folgende Stellen, die wir aus dem Briefe an Ullmann hervorheben, bezeugen: „Die Sache ist nämlich diese: Die Juden eines ganzen Staates, die sich im Herzen vom Talmud losgesagt haben, sollen auch laut dasselbe thun und von ihrem Staate die Erlaubniß zur Bildung einer besonderen Gemeinde fordern.Wenn wir diesen urigestalten und uns entstellenden Koloß abgelegt haben, dann können wir auf religiöses und bürgerliches Wohl mit gerechter Hoffnung warten." Dafür daß dieser Plan Aussicht auf Erfolg habe, führt dann G. Folgendes an: „Ich war vor einigen Tagen mit meinem Aufsatze (eine diesbezügliche Arbeit, welche von G. an Braunfels nach Frankfurt a. M. zur Aufnahme in das „Volks- und Anzeigeblatt für Mitteldeutschland" gesandt worden war, aber nicht gedruckt worden ist) beim Dr. Wolf, sprach mit ihm fast zwei Stunden; er, der dem Taufen nicht so abgewandt ist, wie ich es bin, kann freilich nicht diese Wärme dafür haben, aber dennoch bemerkte er, daß, wenn er diese Ueberzeugung hätte, daß diese getrennten Juden begründete Hoffnung auf bürgerliche Gleichstellung hätten, er dazu kräftigst Mitwirken würde." G. soll nach dessen Rath den Eindruck, den der Aufsatz in Frankfurt und in den constitutionellen Staaten hervorbringen werde, abwarten. „Willst Du", fährt er fort, „mein Verbündeter werden? Ein Aufsatz der Art, der die Nachtheile hervorhebt, welche die gewaltsame Verbindung dieser zwei so ganz getrennten Theile hervorbringt sowohl in Beziehung auf das religiöse und sittliche, als auch bürgerliche Leben der Nichtgläubigen Juden, jedoch letzteres in geringerem Maße beachtet, weil es dann fast bloßer Eigennutz und nicht wahrhaft religiöses Streben scheinen könnte, ein solche^ Aufsatz sage ich, in ein Mainzer Blatt eingerückr wird gewiß auch seine Wirksamkeit nicht verfehlen." )t Auf Grund öffentlicher Lossagung vom Ta' mud soll die Bildung neuer besonderer Gemeind vom Staate gefordert werden, nur dann kann mc,. gerechte Hoffnung auf bürgerliches und religiöß - Wohl haben. Der Fingerzeig, den Paulus ge geben, findet hier seine Beachtung, und G. ist erfreut einen Mann gefunden zu haben und deshalb von der Durchführbarkeit des Planes überzeugt, i i 1 1 j ) 'c i l E L- N-- l

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