Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 20 (1879)
- Issue
- Heft 33 (13.8.1879)
- Date
- 1879-08-13
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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874 Hier, wo wir mit Recht anwenden können das Psalmwort: mz üh-ö nn\n D’man idnd p« Hier, wo wir durch die seltene Opferwiüigkeit, Opferfreudigkeit und heilige Begeisterung, die in unsrem Kreise herrschen, uns augenscheinlich überzeugt sehen, daß irrya x\n rw nn’n 'n nx2 Daß von dem Ewigen uns dies geworden, denn Wunderbares hat sich vollzogen vor unseren Augen; hier erfülle sich der Segen: 'n dec tan -pna Auf diese mit großem Beifalle aufgenommene Ansprache erwiederte Herr Dr. Ehemann in tief inniger und sinniger Weise, anknüpfend an eben dieses n^v sy ’jion ,,pn —nburz wd, ba§ jum ny n^O wir zwar alle gehörten, daß er sich aber glücklich schätze, sich im Kreise von n^O oy ’J>2« zu befinden, und mit ihnen Hand in Hand für die theure Sache zu wirken, worauf sich die Ver. sammelten in gehobenster Stimmung entfernten. i2nj nas? war er erste Gottesdienst in dem neu hergerichteten Betlocale. Freitag Abend wurden nan najrp einige omoio recitirt, die üblichen mspn gemacht, das Gebet '2 und nyi^n innn vom Herrn Rabbiner vorgetragen, Alles einfach und prunklos, aber feierlich anregend, ganz der Institution entsprechend. Am Morgen fand unter sehr starker Betheiligung, auch von geladenen Mitgliedern der Hauptgemeinde, sowie von fremden Gästen der übliche Gottesdienst Statt. Nach dem Einheben der Thora bestieg Herr vr. Ehrmann die Kanzel und hielt eine durch Inhalt und Form gleich ausgezeichnete , einstündige Rede, in welcher die Talmudstelle: px *p-n nbsn do-d o'vyn n~nn pirn jans D’“cn nyan« in Beziehung auf die zeitlichen und örtlichen Verhältnisse sowohl, als auch im Allgemeinen auf das religiöse Leben überhaupt in umfassender und glänzender Weise beleuchtet wurde. Es ist selbstredend, daß diese Rede mit dem größten Beifall gekrönt wurde. Besonders tiefen Eindruck machte eine Darstellung des Redners der gemischten Gefühle des Schmerzes und der Freude, über die Vorgänge in unserer Gemeinde. Er schilderte die Bedeutung, welche für jeden Juden sein na rojzn hat, und die zarten, vielfachen Fäden, welche fein ganzes Leben mit dieser Stärre verknüpfen. Wer eine solche Stätte verläßt, bedürfe keiner weiteren Rechtfertigung; das thue kein Jude leicht-! sinnig und noch viel weniger eine so ansehnliche j Gesamnitheit, wenn nicht zwingende Gründe sie! nöthigren. So schmerzlich daher die Trennung von einem so liebgewonnenen geistigen Heim sei, so I erfreulich sei diese Gründung eines neuen Goltes-; Hauses, an dem sich das Prvphetenwort erfüllen möge: „Größer werde die Ehre dieses anderen Hauses, als die des ersten sein, denn an diesem Orte werde ich Frieden geben." — Diese Pflege des Friedens, auch mit den Brüdern und Schwestern . die nun nicht ein und dasselbe Haus aufnimmt, betonte der Redner wiederholt, diese Mahnung legte er in die Worte nieder '2y 12ns 12m netn Trost den einen, wie den anderen; sie blieben, was sich auch zwischen sie drängte ’Dy, ein Volk, das wie vielfältig auch zerstreut und zerklüftet, durch diese Scheidung zur Klärung, und wenn auch erst spät zur Einigung gelangen werde. — Wir müssen uns beschränken aus der reichen Fülle des Gebotenen diese wenigen Gedankensplitter herauszugreifcn. Möge der Segen Gottes auf unsrer neu-constituirten Religionsgesellschaft ruhen! Und möge cs dem aufrichtigen und frommen Streben unsres hochverehrten Herrn Rabbiners gelingen, rp£d 'n nx znnb 1ppz* n»x PaPi unpnpa min pmn8 Amerika. Nekryork, 23. Juli „Böse Beispiele verderben gute Sitten." Bekanntlich hat sich vor einigen Jahren Herr Hilton, der Nachfolger des verstorbenen reichen Kaufmanns A. T. Stewart, dadurch einen höchst zweifelhaften Ruf erworben, daß er dem Verwalter des ihm gehörigen „Grand Union Hotel" in Saratoga Ordre ertheilte, fernerhin keinen Juden aufzunehmen. Die Maßregel sollte mit Eclat in Scene gesetzt werden. Der zuerst davon Betroffene war nämlich Herr Joseph Seligmann, einer der Chefs des bekannten Bankhauses. Der Vorfall erregte damals Sensation, aber in noch höherem Grade Indignation gegen den Urheber Hamilton. Dieser hat denn auch inzwischen zu wiederholten Malen Zeichen einer gewissen Reue zu erkennen gegeben. Trotz dieses keineswegs aufmunternden Präzevenz ist nun neuerdings eine zweite Auflage der Hilton'schen Juvenhetze zu verzeichnen. Ein gewisser Corbin, hiesiger Banquier und nebenbei bemerkt ein naher Verwandter des Cxpräsidenten Grant, will in dem ihm gehörigen Badeorte und Hotel Manhattan Beach auf Coney Island Juden keine Aufnahme gestatten. Nun aber ist es Thatsache, daß gerade Coney Island von jeher der Tummelplatz des schlechtesten Gesindels der „Rowdies" und „Pick-pockets" gewesen ist und der bessere Theil der Gesellschaft, sowohl Christen wie Juden, denken nicht im Entferntesten daran, den Platz zu besuchen. Erst in letzterer Zeit hat derselbe durch einige neue größere Hotels und Anlagen etwas mehr Anziehungskraft erhalten. Es scheint mithin, daß Cvibin bei seinem Vorgehen hauptsächlich spekulative Absichten verfolgt, indem