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Der Israelit · 1879-08-06 · Heft 32 (6.8.1879) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 32 (6.8.1879)
Date
1879-08-06
Page
– (sequence 12)
Language
German
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852 Wissens sich sofort entschieden, daß Menschen nach wie vor sterben werden. Die Quintessenz also ist: Jesajas verkündet ewiges Leben, Herr Dr. G. Wolf ewigen Tod, wie es dem Historiographen einer Chewra Kadischa ziemt; der Leser mag sich nun entscheiden, mit wem er es halten will. — n AeilungSnacbrichten und Correspondcnzen. Türkei. Konst«mtinopell, 18. Juli. Vor einiger Zeit verbreitete sich hier die Nachricht, daß im Konak Sadik Beys in Sirkedji-Jskelessi ein junger Jsraelite. Namens Jako, ermordet und betäubt worden fei. Die Nachricht erwies sich als richtig, und der Mörder, Namens Abdullah, Reitknecht Sadik Beys, wurde verhaftet und die Untersuchung gegen ihn eingeleitet. Dieser Tage fand die Verhandlung gegen Abdullah vor dem Criminal - Gerichtshöfe statt, welcher nach Vorschrift der neuen Strafprozeß-Ordnung zusammengesetzt war. Es ist dies die erste Verhandlung, welche seit der Reconstruction des Gerichtsverfahrens geführt worden ist. Die Verhandlung war öffentlich und zog ein außerordentlich zahlreiches Publikum an. Man bemerkte mehrere Advocaten und Präsidenten der Tribunale auf den reservirten Plätzen. Die dem Publikum reservirte Tribüne erwies sich für die anstürmende Menge als viel zu klein. Nach Aufrufung der Zeugen, unter denen die Frau des Sadik Bey und eine ihrer Dienerinnen sich befanden, verlas der General - Procurator Costaki Efendi Anthopulo den Anklage - Act und beantragte die Anwendung der Todesstrafe. Der dem Mörder beigegebene Vertheidiger TinghirrZadö Simon Efendi plaidirte sehr beredt für mildernde Umstände. Nach seiner eine Stunde wahrenden Rede zog der Gerichtshof sich zur Berathung zurück. Abdullah Agha wurde einstimmig zum Tode verurtheilt. Feuilleton. Jakobine. Ein Lebensbild. Von Jriedrich Flott. XU. In den spätern NachnnUagsivndrn langte Mr. James Goldsmith in der That'an und wurde von den Seinen auf das Herzlichste begrüßt. Be war überglücklich, so war denn die erste Trennu von ihrem Gatten glücklich überstanden. Auch I ‘ kobine hatte den Gatten ihrer Freundin herzlic begrüßt, dann aber sich sofort zurückgezogen,! Neuvereinten allein zu lassen. Der Abend brach heran. Der Salon w I wie gewöhnlich erleuchtet, obgleich Mrs. Gol smith heute keine Besucher erwartet; aber sie ha Jakobine doch ersucht, hinüber zu gehen, die eve tuell Kommenden zu empfangen. Das junge Mädchen befand sich in einer se samen Stimmung, ganz allein in dem prächtig Raum schritt sie träumerisch auf und nieder. Sie hatte wiederholt versucht, ein Buch in i j Hand zu nehmen oder sich mit einer Handarb zu beschäftigen — umsonst — Nichts war hei > im Stande ihre Aufmerksamkeit auch nur Moment j zu fesseln. Woran sie dachte? — warum sie u! Massig lauschte, ob nicht doch ein Schritt d! Salon sich nahe? — Ob sie es sich jel j gestand? — | Endlich trat sie zum Flügel und öffnete i.; Präludirend glitten ihre Finger über j weißen elfmbeinenen Taften. Sie liebte i j Musik leidenschaftlich; was sie empfand, was! ihr wogte und tobte, den Tönen pflegte sie es i! zuvertrauen — und auch heute hauchte sie i!! Erregung in harmonisch süßen Klängen aus. l Sie war so versunken in ihr Spi'l, d! sie das Oeffnen der Thür wohl überhört haL! mußte und erschrocken fuhr sie zusammen, als j in ihrer unmittelbaren Nähe einen Seufzer v! nahm. Hastig wandte sie sich um — Arthur Kc I stand hinter ihrem Sessel, i Es war zum ersten Mal, daß die junc > Leute sich allein einander gegenüber befanden. Eine seltsame Befangenheit hatte sich Beider mäcktigt. Kohn stammelte eine Art Ungeschick Entschuldigung, daß er trotz seiner Vermuthu! Mrs. Goldsmith nicht zu treffen, sich doch! ihrem Salon eingefunden. Jakobine erwiede! seine Ungeschicklichkeit mit einer ähnlichen, Kohn sich endlich ermannte und mit fliegend j Athem und glühenden Worten dem liebreizen!! Mädchen seine Liebe gestand und um ihre Li : warb. Wie mit Purpur übergossen saß Jakobine — das war's. was sie erwartet, was sie erst! — Und was wollte, was konnte sie nun *3 Worten? — Kein Laut entrang sich ihren bebenden Lipr fester und fester preßte sie ihre Hände auf! wUd pochende Herz.! „Antworten Sie, Miß Lenz" flehte der erre

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