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Der Israelit · 1879-08-06 · Heft 32 (6.8.1879) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 32 (6.8.1879)
Date
1879-08-06
Page
– (sequence 11)
Language
German
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851 liegt hier auch nicht der Schatten eines Unchts vor. Dasselbe dünkt uns, trifft für die Einführung r Särge zu, an Stelle der seit ewigen Zeiten lichen Art der Bestattung in einem ]m. Was ders könnte es denn veranlassen, die herrliche »ische Sitte alle Todten in gleicher Weise in Hs schlichten Brettern zu begraben, als eben die gliche Sucht nichtjüdische Bräuche nachzuahmen. >r fast einem Jahrhundert war der Prager Oberibinerbereits „fortgeschritten" genug, dieser lchahmungssucht entgegen zu treten und sie für 1 s Juden als nicht gut anstehend zu bezeichnen, : Wiener Fortschritt dagegen legitimirt sich im lechahmen! :i Diese Mißstände betreffen nun in erster Reihe 2 Herren von der Chewra Kadischah, aber es wäre u licht einer Schrift gewesen, die diese Mißstände ll: Sprache bringt, sie auch als solche zu tadeln er wenigstens zu kennzeichnen. Herr Wolf hätte >o ihalb noch nicht fürchten müssen in orthodoxen r ruch zu kommen, er hätte sich nicht auf einen l ager Oberrabbiner zu berufen brauchen, er hätte men Wiener Prediger, Herrn Dr. Jellineck, cidl n können, der in seinem bei dem Festmahle der .bi i ausgebrachten Toaste wörtlich sagte: äi „Es ist von höchster Wichtigkeit, daß die "i derne Zeit an den Grundfesten der Chewra a< »ischa nicht rüttle." >r Wenn schon Herr Dr. Jellineck nicht rütteln r l, dann hätte Herr Wolf gewiß ein Wort gegeih si Wiener Rüttelmanie wagen dürfen, ohne desri ) mit der servilen Haltung zu contrastiren. di seine ganze Schrift dem Vorstande der Chewra g »ischa gegenüber beobachtet. ä> Herr Wolf constatirt, daß durch die einge-. di ten Neuerungen die Gleichheit im Tode aufir' Sri hat, erzählt uns ferner, daß „Klassenleichen" v! leführt wurden, d. h. es betragen die Taxen r und weniger, je nachdem mehr oder weniger er ng, (Gallawagen, Prediger rc. Herr W. ist;e der den Prediger unter dem Pomp aufführt) L i Leichenbegängniß entwickelt wird; und findet )o diese Neuerungen ganz selbstverständlich, ne Ja eS wird uns (S. 48) erzählt, daß bei Wiener Chewra Kadischa die persönliche Thätigfür die Chewrazwecke ganz aufgehört hat, daß »iesem Zwecke besoldete Organe, Beamte und ner bestellt sind, daß nur beim Leichenbegängzwei Chewravorsteher zugegen sind, daß also Charakteristische, welches eine Chewra zu einer i; vra Kadischa macht, bei der Wiener sog. snan <c; ip gar nicht vorhanden ist, und dies Alles >t die vorliegende Schrift eine wesentliche Me- »rphose, die sich innerhalb der Chewra volll zogen habe, weil Wien eine Großstadt geworden wäre, die an allen Ecken und Enden von Juden : bewohnt sei. — So beschönigt der Verf. Miß- * stände, die nur durch die entschiedenste Verurteilung erkannt, und also möglicherweise beseitigt werden können. Als ob die Vergrößerung Wiens nur die Sterblichkeitsziffer und nicht auch die Mitgliederzahl der Chewra Kadischa erhöht hätte! Als ob nicht in Wien, das wie wenig andere Städte in genau gesonderte Stadttheile abgetheilt ist, auch die Chewramitglieder in Sectionen sich theilen ließen, und ihre Thätigkeit zunächst dem von ihnen bewohnten Stadttheil zuwenden könnten! Die Arbeit des Herrn Wolf enthält natürlich nicht ein anregendes Wort zur Beseitigung dieser Mißstände, sie ist voll des Lobes. Das Büchelchen schließt, womit es begonnen, mit einem klassischen Unsinn. — Die jesaianische Prophezeiung, daß der Tod einst ganz aufhören werde, bezeichnet der Verf. als einen Optimismus, der nicht gesteigert werden könne. Der Midrasch Rabbah, weicher das „sehr gut" in der Schöpfungsgeschichte auf den Tod bezieht, soll mit jener Prophezeiung disharmoniren und einen Pessimismus enthalten, der keine Steigerung zulasse. — Der Verf. fährt nun fort: „Es kann nicht unsere Aufgabe sein, zu entscheiden, welche Meinung oder Ansicht richtig oder berechtigt ist; wir tragen nur der Thatsache Rechnung, daß die Menschen nach wie vor sterben rc. rc." Man weiß nicht, wo man diesen Unsinn zuerst prüfen soll, aber er ist interessant, wo man ihn packt. — Das hätte einmal einem Anderen passiren sollen, auf den Propheten Jesaias von einem Midrasch eine N'tcp! zu fragen, wie abgeschreckt und spitzfindig wäre dann, was nun eitel feinfühliger bibelkritischer Tact ist. Und was für eine Frage! Der jesaijanische Optimismus und der midraschische Pessimismus! Welch paramydaler Nonsens! AlS ob es unter allen optimistischen Welt- und Lebensanschauungen eine einzige gäbe, die von dem Optimismus übertroffen wird, welcher selbst den Tod — sehr gut findet, wenn man eben nur sämmtliche Einzelerscheinungen in Totalität erfaßt, wie es allerdings nur der Schöpfer und Leiter der Welt vermag, mu rum ntry n« 'k scpi mon dt mxu. Der Prophet Jesaija verkündet eine Zeit, in welcher der Tod aufhört, der aber so lange er eben besteht nach dem Midrasch „sehr gut" ist und Herr Wolf, weiß sich nicht zu entscheiden, wo gar nichts zu entscheiden ist und hat trotz dieses Nicht-

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