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Der Israelit · 1879-08-06 · Heft 32 (6.8.1879) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 32 (6.8.1879)
Date
1879-08-06
Page
– (sequence 4)
Language
German
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844 er eine andere Universität aufsuchen, aber er wollte durchaus nicht auf die „bekannte jüdische Jesuiten- Schule in Würzburg" gehen (damals lehrte dort -"Li oma« 'i) und er wendet sich nach Bonn. Aus dieser Zeit bewahrt uns das Tagebuch eine höchst charakteristische Notiz und ist uns ein Brief aufbewahrt, auf den wir hier naher eingehen müssen. Die Notiz des Tagebuchs vom 16 Jan. 1830 lautet: „Schon lange hat mich das elende Treiben der jüdischen Theologen in Heidelberg und in Würzburg, besonders an ersterem Orte, wo ich es aus eigener Anschauung kennen gelernt hatte, angeekelt, so daß ich stets Lust hatte, eine öffentliche Beleuchtung desselben erscheinen zu lassen. Durch einen neuern Vorgang angeregt, wurde der Vorsatz zur That; heute habe ich den Aufsatz an den Hofrath Paulus in Heidelberg geschickt, mit der Bitte, ihn im „„Sophronizon"" zu veröffentlichen." (Fortsetzung folgt.) Zeiturrgsnackrichten und Corrcspondenzerr. D e n t s ch l a n d. Berlin. Das Comito für Anerkennung der Gleichstellung der jüdischen mit den christlichen Rumänen hat sich der Mühe unterzogen, die Haltlosigkeit mehrerer Behauptungen, welche die rumänische Regierung in ihrem letzten Rundschreiben aufgestellt hat, nachzuweisen. Herr Campineano, so führt dasselbe aus, habe nicht einmal versucht, die Behauptung zu begründen, wie die seit Jahrhunderten in Rumänien lebenden Juden, welche 1848 mit den übrigen Rumänen völlig gleichgestellt wurden, diese Rechte aber später wieder verloren, in wenigen Jahren ihr ganzes Wesen so umgestalten konnten, daß sie nun plötzlich staatsfeindlich geworden sind. Ebenso unrichtig sei die fernere Behauptung, daß die Juden in Rumänien der vollständigsten Freiheit der Bewegung sich erfreuten, daß sie im Gemeinwesen mit absoluter Selbstverwaltung, ja sogar zu einer starken politischen Association mit weitverzweigten Verbindungen im ganzen Lande sich zu constituiren vermochten. Wie die den Juden gegönnte freie Bewegung beschaffen ist, beweisen die vielen Aus-- nahmsgesetze, wodurch denselben die Niederlassung auf dem Lande, der Erwerb jedweden Grundeigenthums und die Ergreifung vieler Erwerbszweige unmöglich gemacht wurde. Die Selbstverwaltung der jüdischen Gemeinden wurde durch Ministerialverordnung vom 3./15. Juli 1862 vernichtet, durch dieselbe wurde es den jüdischen Kommunen in erheblicher Weise erschwert, Schulen zu gründen, und so die Assimiliation gehemmt, über deren Mangel Herr Campineano in so beweglichen Worten klagt. Daß im Laufe dieses Jahrhunderts eine zahlreiche jüdische Einwanderung in das Land stattfand, sei wahr; die Unrichtigkeit der Behauptung aber, daß die Juden des Schachers und Wuchers wegen nach Rumänien kamen, daß sie zur Entwicklung und Prvductivität des Landes nicht beitragen, werde schlagend nachgewiesen in der Rede, welche Herr Epureano, der gewesene Präsident der Constituante am 7./l9. März 1879 im Senate gehalten Derselbe sagte: „Wenn der rumänische Gutsbesitzer einen „Marktflecken gründen wollte, so ließ er mehrere „Juden kommen, und jeder derselben mußte irgend „eine Profession ausüben. Jetzt nach dreißig „oder vierzig Jahren sind in Folge der Nieder- „lassung derJuden diese Marktflecken zu größeren „Städten herangeblüht, wo Pächter und Land- „leute den Bedarf für ihre Haus - und Land- „wirthfchaft und sogar Geldmittel finden. Die „wichtigsten Professionen, ja sogar die der „Aerzte und Apotheker werden daselbst von „Juden ausgeüdt " Der lächerlichste Grund gegen die Juden- Emancipation liegt jedoch in der Behauptung Campineano's, daß durch die Zulassung der Juden zum Erwerb von Grundbesitz eine Desorganisation der Wahlcollegien erfolgen und eine Art Dualismus von Tendenzen entstehen würde. Wenn die Bojaren ihre Güter so lüverlich bewirthschaften, daß dieselben mit Hypotheken vollständig belastet sind, dann wäre es in der That besser, daß diese Güter in die Hände derjenigen übergehen, welche ein Interesse an deren bessere Bewirthschaftung haben. Nicht mit Ausnahmegesetzen, sondern nur mit Fleiß und Sparsamkeit können die Rumänen den Wettkampf gegen ihre unermüdlichen Mitbürger bestehen. Frankfurt a. M In Nr. 30 der „Jsr. Wochenschrift" wird in dem leitenden Artikel der Austritt aus der Gemeinde aufs Entschiedenste verdammt, nur für den Austritt in Frankfurt und Berlin wird eine kle.ne Entschuldigung zugegeben und daraufhin werden Hirsch und Hildesheimer aufgefordert die Austrittsgeister, die sie gerufen, wieder zu bannen und namentlich dem Austritt in Trier, der aufs Entschiedenste verurtheilt wird, ein Halt zu gebieten. Es steht nicht zu erwarten, daß Hirsch und Hildesheimer sich bewogen sehen werden, der Sommation der „Jsr. Wochenschrift" nachzukommen, der Einsender dieses jedoch ergreift diese Gelegenheit, die Austrittsangelegenheit, wie sie in den Austrittskreisen in

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