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Der Israelit · 1879-07-30 · Heft 31 (30.7.1879) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 31 (30.7.1879)
Date
1879-07-30
Page
– (sequence 12)
Language
German
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824 Arthur Kohn, der am entgegengesetzten Ende de» Salon» sich ein einsame- Plätzchen ausgesucht hatte, unterdrückte nur mit Mühe einen schmerzlichen Seufzer. Er hatte, seit er sie verlassen, lein Auge gewandt von dem reizenden Mädchen, für das er sich bereits aufs Lebhafteste interressirte. Wie war sie vorhin in der Unterhaltung mit ihm so wortkarg und zerstreut gewesen und konnte doch mit Mr. Goldshmith so heiter lachen und plaudern. Trotzdem gehörte seit dieser Zeit sowohl Mr. Green als auch Mr. Kohn zu den regelmäßigen Besuchern von Mrs. Goldshmiths Salon. Die Verstimmung, in der er am ersten Abend denselben verlassen, hatte der junge Mann bald verwunden; den» Jakobine, die sich einer Unaufmerksamkeit gegen ihn schuldig wußte, hatte bei ihrem nächsten Zusammentreffen durch verdoppelte Aufmerksamkeit ihre Unhöflichreit gegen ihn wett zu machen gesucht, und Kohn, entzückt durch ihre Liebenswürdigkeit , hatte auch seinerseits ein so einnehmendes Wesen entfaltet, daß Jakobine auch in seiner Abwesenheit zuweilen seiner geistvollen Bemerkungen gedachte. So hatte sich schon nach wenigen Wochen eine Art vertrauliches Verhältniß zwischen den jungen Leuten gebildet. Kohn hielt die Woche für verloren, in der er nicht wenigstens einen Abend mit der reizenden Miß Lenz verplaudert und Jakobine fand Betti's Salon recht ennuyant, wenn Arthur Kohn ihn nicht durch seine geistessprühenden Bonmots belebte. Auch mit Mr. Green hatte Jakobine sich öfters unterhalten, und sie unterhielt sich gern mit ihm. Mit unbefangener Vertraulichkeit lauschte sie dem gereiften Urtheile, das er sich über die Zeitverhältnisse speciell über die Verhältnisse der s. g. neuen Welt gebildet. Es lag eine Ruhe, eine Milde in der Art und Weise, in der er Menschen und Verhältnisse zu beurtheilen pflegte, die mit dem zeitweiligen Aufblitzen seines feurigen Auges zu contrastiren schien — Jakvbine hielt sich überzeugt, daß es in seinen jüngern Jahren in seinem Busen mächtig gegährt und getobt — sie hielt seine Ruhe mehr für eine Folge jahrelanger Kämpfe und Leiden, als daß sie dieselbe seinem eigenartigen Charakter entsprechend fand. Doch seltsam, so heiter Betti mit Mr. Green zu scherzen pflegte, ihr war es nicht möglich, sich auch nur die unschuldigste Neckerei gegen ihn zu erlauben. Und es war nicht der Unterschied der Jahre Schuld, Mr. Goldsmith war älter als Green und trotzdem lachte und scherzte sie beständig mit ihm. „Warum siehst Du mich so eigenthümlich an?" fragte Jakobine eines Morgens, als -%ie Freundinnen in MrS. Goldsmith'S Boudoir das Frühstück einnahmen. „Guckt doch die Katz' den Kaiser an", lachte Betti, „warum wolltest Du mir Deinen holden Anblick verwehren, den Du doch Deinen zahlreichen Anbetern nicht entziehst?" „Meinen zahlreichen Anbetern?" wiederholte das junge Mädchen lächelnd, „Du bist eine arge Spötterin. Wen rechnest Du denn eigentlich zu meinen zahlreichen Anbetern?" „Als ob Du das nicht selbst wüßtest", scherzte Betti, „wer wird denn so die Naive spielen. Aber Eines weißt Du vielleicht doch nicht, und das ist's gerade, weßhalb ich Dich, wie Du Dich auSdrücktest, so eigenthümlich angesehen." „Du reizest meine Neugier." „Deßhalb halte ich mich auch verpflichtet, sie zu befriedigen. Also, Gretchen, höre und staune. Dir stehen demnächst zwei ernstgemeinte Heirathsanträge bevor." „Zwei auf Einmal?" lachte Jakobine erröthend, „das wäre doch mindestens um die Hälfte zu viel." „Ich bin auch recht gespannt auf Deine Wahl." „Auf meine Wahl? wenn Du so freundlichst sein wolltest, mir die Namen meiner beiden extravaganten Verehrer zu nennen, so wäre ich vielleicht im Stande, Deine Spannung zu beheben." „Warum nennst Du Deine beiden Verehrer extravagant? ich kann keinem von ihnen dieses Epitheton zugestehen." „Wenn sie im Ernst daran denken, mir ihre Hand anzutragen — mir, deren Vergangenheit sie nicht kennen — an deren Namen noch heute ein Makel haftet —" „Ein Makel", wiederholte Betti vorwurfsvoll, „wie kannst Du das einen Makel nennen, was ohne Dein Verschulden Dich getroffen?" „Und das fragst Du hier in Amerika, wo mehr noch als in der alten Welt der Erfolg Alles sühnt?" „Glaubst Du das im Ernst?" fragte Betti lächelnd, „nun, dann mußt Du Dich recht behaglich bei uns fühlen, denn ein Erfolg wie der Deine gehört nicht zu den Alltäglichkeiten." , „Ich harre noch immer Deiner Eröffnungen." »Ja, ja, ganz recht. So vernimm denn und sage mir, wie würdest Du Dich wohl als meine vielgeliebte Schwiegermutter fühlen?" „Betti!" „Nein. Du mußt nicht lachen, ich rede im Ernst. Also was würdest Du Mr. Goldsmith erwiedern?" ft A ei ni H ni< 3n ur eü Mal hn

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