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Der Israelit · 1879-07-30 · Heft 31 (30.7.1879) · page 13

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 31 (30.7.1879)
Date
1879-07-30
Page
– (sequence 13)
Language
German
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825 „Betti, wen» Dein Gatte Dich hören 1 würde —* § Die junge Frau zuckte die Achseln. „James I wird sich wohl darein finden müssen. Und übrigens 8 bin ich überzeugt, der würdige Gegenstand der 8 Wahl seines Vaters würde feine momentan viel» 8 leicht unangenehme Erregung bedeutend mildern. 8 James schätzt Dich aufrichtig." 8 „Aber Du glaubst doch nicht im Ernst —" „Ich glaube nicht nur, ich weiß, daß Mr. Goldsmith nur daS Ende seines Trauerjahres ab» wartet» um meiner reizenden Freundin Herz und Hand anzubieten." „Betti!" „Es ist mein vollkommener Ernst, mein Schwiegervater hat mich gestern in's Vertrauen gezogen und ist ganz entzückt, daß ich seinen Plan billige." „Aber daS hättest Du doch nicht thun sollen —" „Und warum nicht, wenn'S beliebt? Wenn Mr. Goldsmith nun einmal daran denkt, uns mit einer bolle m«ie zu beglücken, sollte eS mich da nicht aufrichtig freuen, daß seine Wahl auf meine Herzensfreundin gefallen?" „Ja, aber —" - Du scheinst nicht sehr erbaut von der Dir bevorstehenden Auszeichnung." „0'v8t cela“, lachte Jakobiue, „aber Du sprachst Doch von zwei Anträgen, die meiner warteten. Bon wem steht mir denn der andere bevor?" „Bon dem ist mir allerdings mündlich noch keine Mittheilung geworden, doch ich verstehe mich auch ein wenig auf die Augensprache." „So? und was hast Du mit deren Hilfe herausgebracht?" fragte Jakobine sich unwillkürlich abwendend, aber die Freundin gewahrte doch, daß daS Blut ihr in die Wangen stieg. „Nicht nur ich", entgegnete Betti, „auch mein Schwiegervater hegt die Vermuthung, daß Mr. Green demnächst mit einem Antrag hervortreten wird." ä „Mr. Green?" rief Jakobine, indem sie sich Mastig wieder umwandte. p| Es lag eine Art Enttäuschung in ihrem Ton Mlnd um ihre Lippen zuckte es seltsam. „Mein Schwiegervater", sprach Betti, „hat inich in dieser Voraussetzung zu einer gewissen Zndiscretion verpflichtet. Er hält es nämlich nicht ür angemessen, während des Trauerjahres mit einem Anträge hervorzutreten und befindet sich )aher in beständiger Angst, Mr. Green möchte hm zuvorkommen und acceptirt werden." „Nie!" rief das junge Mädchen erglühend. Ein ihr selbst unerklärliches Gefühl machte sie erbeben bei der bloßen Vorstellung, Mr. Green könne als Bewerber vor sie treten. „Darf ich dieses entschiedene Nie meinem Schwiegervater überbringen?" „Nicht doch, Betti, ich hoffe noch immer, Du scherzest." „Durchaus nicht, Kind, ich rede im ernstesten Ernst. Mr. Goldsmith hat mich sogar dringend ersucht, meine schöne Freundin zu sondiren. Nun, wie ist's, würdest Du seinen Antrag annehmen? was soll ich ihm mittheilen?" „Sage ihm, ich würde es nicht mehr wagen. Deinem Gatten in'S Antlitz zu schauen, wenn ich Deine Mittheilung auch nur ernstlich in Erwägung ziehen wollte." „Diese Botschaft werde ich meinem Schwiegervater nicht überbringen", entgegnete Betti ent» schieden, „denn wenn ich es auch nicht in Abrede zu stellen vermag, daß es James, namentlich im ersten Moment, nicht angenehm berühren kann, daß sein Vater sobald nach dem Ableben seiner Mutter an eine neue Wahl denkt, so bin ich doch überzeugt, daß er diese momentane Wallung sehr bald verwinden und nicht geringer von Derjenigen denken wird, deren Vorzüge auch sein Vater zu schätzen weiß. Ich möchte Dich daher allen Ernstes gebeten haben. die Rücksicht auf James in dieser Angelegenheit gänzlich bei Seite zu lassen. Oder wenn Du dieselbe in Betracht ziehen willst, so kannst Du es nur, indem Du den Antrag seines Vaters annimmst. Denn ich wiederhole Dir, wenn mein Schwiegervater nun einmal heirathen will, so ist eS unü doch unvergleichlich lieber, er heirathet unser liebes Gretchen als irgend eine amerikanische oder europäische Miß oder Mistreß. Siehst Du denn das nicht ein?" „Mag sein, daß dem so ist, trotzdem habe ich nicht die Absicht, Mr. Goldsmith'S Stiefmutter zu werden." „Sage nicht so entschieden nein", bat Betti, „mein Schwiegervater ist trotz seiner Jahre eine glänzende Partie. Er hat allerdings die Hälft? der Fünfziger bereits überschritten, aber sowohl seinem Aussehen als seinem ganzen Wesen nach könnte man ihn sehr wohl um zehn Jahre jünger halten. Er liebt Dich aufrichtig und würde Dich auf Händen tragen. Darum würde ich mich in der Thal sowohl um feinetals um Deinetwillen innig freuen, wenn Du Dich entschließen würdest, seinen Antrag anzunehmen. Was meinst Du, soll, ich die Sache einmal mit James überlegen?" „Nein, nein!" rief Jakobine lebhaft, „selbst Mr. Goldsmith Billigung könnte mich nicht veranlassen seinen Antrag anzunehmen."

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