Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 20 (1879)
- Issue
- Heft 31 (30.7.1879)
- Date
- 1879-07-30
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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XX. Jahrgang. Erste Beilage;u Nr. 31 des Israelit. Leitender Artikel. Literarischer Wericht. v'Nv riupb nnso Schlüssel zur sofortigen Umwandlung jedes bürgerlichen Datums in das entsprechende jüdische und umgekehrt ohne irgendwelche Berechnung, sowie zur Bestimmung des Wochentages jedes Datums für die Jahre 1800—1950. Von L. Cohen, Lehrer in Rees a. Rh. — Selbst- Verlag. ES ist bereits vor Erscheinen dieses Buches in Nr. 17 des „Israelit" auf die Vortrefflichkeit desselben hingewiesen worden. Wer je in die Lage gekommen ist, ein bürgerliches Datum in das entsprechende jüdische oder ein jüdisches in das entsprechende bürgerliche umrechnen zu müssen, wird es nicht verkennen, mit welchen Schwierigkeiten eine solche Berechnung jederzeit verbunden ist und welche Mühe es kostet, ein wenn auch in vielen Fällen unzuverlässiges Resultat zu erzielen Abgesehen davon, daß es an wirklich praktischen Anleitungen zu derartigen Berechnungen fehlt (die vorhandenen Werke über Chronologie, die sich auch nur in den Händen der Gelehrten befinden, find rein wissenschaftlicher Natur und die Tabellen zur Berechnung der Daten zu complicirt), ist auch die Manipulation derartiger Werke nur in der Hand des Fachmannes eine sichere und für das Bedürfniß des Laien kaum berechnet. Dabei entschädigt das Auf- § finden auch des günstigsten Resultats selten für den i Len Aufwand an Zeit und Mühe und verleidet ein einmaliger Jrrthum oft für immer alle ferneren \ Versuche. Der vorliegende „Schlüssel" ist bestimmt, alle diese Uebelstände aus dem Wege zu räumen und durch seine praktische Brauchbarkeit allen an ein derartiges für Jedermann berechnetes Handbuch gestellten Anforderungen vollkommen zu genügen. Er will nicht eine Anleitung geben, wie die Umrechnung eines Datums vorzunehmen, wie der Wochentag zu ermitteln, wie man den Tag > eines Festes oder eines stattgehabten oder bevorj stehenden Familienereignisses zu bestimmen im Stande sei u. s. w., sondern enthält in seinen 151 Tabellen circa 55,000 Aufgaben dieser Art nebst deren ganz zuverlässigen Resultaten. An der Hand dieses „Schlüssels" ist es auch verschlossenen Intelligenzen möglich, sofort genau bestimmen zu können, auf welches jüdische Datum das bürgerliche und auf welches bürgerliche Datum das jüdische in dem Zeitraum von 1K)0—1950 fällt; das Resultat ist nicht erst herauszurechnen, sondern sofort beim Aufschlagen der Jahrestabelle von dieser abzulesen. Der „ Schlüssel" genügt mithin dem Bedürfnisse des Gelehrten nicht minder als dem des Laien; dem Ersteren erspart er die oft große Mühe der Umrechnung und dem Letzteren die Nothwendigkeit, die Bestimmung der Zeit für die wichtigsten und heiligsten Momente des Lebens oft von Zufall und Laune abhängig machen zu müssen. Im Besitze dieses „Schlüssels" hat auch der gleichgiltige Unwissende nicht mehr nöthig. die Bar- Mizwah-Feier seines Sohnes nach der DorfkirmeS zu berechnen, wie dies in Wirklichkeit im Bekanntenkreise des Verfassers geschehen sein soll, oder die Jahrzeitfeier über den Tod der Eltern nach Nachbar Nachtwächters Amtseinsetzung festzustellen, wie dies ebenfalls im Vorwort als schon dagewesen bezeichnet wird. Wo nicht alle Pietät erstorben, nicht aller religiöser Sinn erloschen ist. sollten solche Ungebührlichkeiten sich doch nicht zutragen. Diese aber fernerhin zu verhüten, soll vorliegendes Handbuch dienen. Es soll ein treuer und zuverlässiger Führer und Rathgeber sein für Jedermann und sollte dieserhalb in keiner jüdischen Familie fehlen. Mit ihm erschließt sich, sofern bürgerliche Zwecke es erfordern, der für manchen Gebildeten unserer Zeit unverständliche Sinn der altehrwürdigen Synagogen - Wimpeln theurer Angehörigen; mit ihm lösen wir die in hebräischer Schrift abgefaßten, den Meisten zwar unverständlichen, aber nichtsdestoweniger theuren Notizen in dem alten und ehrwürdigen „Siddur" der Großmutter, die es in ihrer Jugend noch nicht für eine Lächerlichkeit hielt, ihr Wohl und Wehe in jüdischen Schriftzügen aufzuzeichnen; mit ihm verhüten wir, daß in unserer Zeit des religiösen Jndifferentismus und der leider sich immer mehr verbreitenden Unkenntniß der hebräischen Sprache