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Der Israelit · 1879-07-30 · Heft 31 (30.7.1879) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 31 (30.7.1879)
Date
1879-07-30
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Bücher Moses, übergeben habe, alles Andere aber lediglich durch menschliche Erklärung dieses Gesetzes, oder auch von dieser Erklärung unabhängige, menschliche Gedankenthätigkeit entstanden sei. Es ist dies die vollständige Leugnung des göttlichen Ursprung« der mündlichen Lehre, der hd Vyatp min, und ist hiernach Alles, was unsere Chachamim uns im Talmud als eben so wie das schriftliche von Gott gegebenes mündliches Gesetz, ns tyaw min, überliefert haben, Nichts als Menschenwerk. (Siehe „Jeschurun" siebter Jahrgang 5621. 1*60/1. S. 196—214. S. 241—252. S. 252—269. S. 270—291. S. 347—377. S. 437 —444. S. 544—560. Siehe auch die Beilage zum „Jeschurun" S. 456—462.) Es ist dort ebenso bewiesen worden: Daß Herr Dr. Grätz in seiner „Geschichte der Juden" die Lehre der Mischnah und ihre Lehre nicht nur in einer höchst unwissenschaftlichen , der urkundlichen Wahrheit völlig widersprechenden Weise behandelt und ihre Lehren nicht auf die Thatsachen des von ihnen empfangenen und überlieferten Gesetzes, sondern auf persönliche Anlagen. Neigungen, politische Klugheitsrücksichten u. s. w. zurückführt, sondern, daß überhaupt nach dieser seiner Geschichte unsere Chachamim nicht die Empfänger und ileberliefer nach dem 'oi mDDi ’J’dd min vap npo, sondern die Schöpfer der mündlichen Lehre, -pan min ns, waren, daß insbesondere die minnifr nno pa nanu, die Regeln nach welchen die Schrift in ihren Beziehungen zu dem mündlich Ueberlieferten erforscht wird, nicht wie uns die Chachamim lehren ’J’DD, nicht vom Sinai, nicht ebenso wie die schriftliche und mündliche Lehre gleichzeitig von Gott an Moses übergeben, sondern menschliche Erfindung sind^ (Siehe „Jeschurun" zweiter Jahrgang 5616. 1855—56. S. 156—176. S. 198—214. und im Uebrigen S. 47—69. S. 89—103. S. 315—325. S. 424—442. S. 529—549. dritter Jahrgang 1856—57. S. 63—78, S. 229—254. S. 396—413. S. 557—571) Die der schriftlichen Lehre, anaap min, völlig gleiche Göttlichkeit der mündlichen Lehre, min ns , und der überlieferten Forschungsregeln, pa ntcm: mmrw nno , bildet aber also die allererste Grundlage des auf a"a^n und D"at£?n stehenden alten jüdischen, gesetzestreuen rabbinischen Judenthums, daß Sanhedrin 99, a. gelehrt wird: io min i'x nomn nr na 'n nan a :-r^n piDBD pn D’Dspn id ma rninn to ID« H'vtti ,D'D0.-I 'n nan a im iDLp ao n»o tabu n"an not* m m pnpno pn d'dbm ]d nVa mmn da -idx v?’bni ,ma .na 'n nan a r<?n m n nr i"po d. i. „Er hat das Wort Gottes verachtet (4. B. „M. 15, 31.), das ist Derjenige, der den göttlichen „Ursprung der Thora leugnet. Und spräche Einer: „die ganze Thora ist von Gott bis auf Einen „Vers, den habe nicht Gott, sondern Mosche aus „eigenem Sinnen gesagt, so ist er Derjenige von „dem es heißt: er hat das Wort Gottes verachtet. „Ja. spräche selbst Einer, die ganze Thora ist von „Gott, nur diese Ausdruckseigenheit nicht, nur „dieses Kalwechomer nicht, nur nicht diese Geserah „schawah, so ist von ihm gesagt: Er hat das Wort „Gottes verachtet." Nach allem Obigem ist es demnach klar, daß das Breslauer Seminar sich nicht im Einklänge mit den Grundsätzen des gesetzestreuen orthodoxen Judenthums befindet, daß daher aufrichtig orthodoxe jüdische Gemeinden sich nicht darauf verlassen können, daß die dort gebildeten und mit nenm mnn bekleideten Männer mit ihren religiösen Anschauungen und Grundsätzen auf dem Boden des orthodoxen Judenthums stehen, daß sie vielmehr daS Gegentheil vorauszusetzen berechtigt, und zur Wahrung ihrer und ihrer Kinder Gewifsenstreue gegen Gott und sein heiliges Gesetz vorauszusetzen verpflichtet sind, worauf ebenfalls bereits im „Jeschurun" ernst und eindringlich aufmerksam gemacht worden ist. (Siehe „Jeschurun" 7. Jahrgang. S. 210—214. 269. 472. 556—560.) Hochachtungsvoll: Rabbiner Hirsch. Frankfurt a. M., 5. Mai 1879. Gutachten von vr. Israel Hildesheimer, Rabbiner der Adaß Jisroel zu Berlin. Ihre an mich gerichtete Frage, ob ein gesetzestreuer Israelit bei der Anstellung eines Zöglings aus der Breslauer Schule zum Rabbiner in seiner Gemeinde sein religiöses Gewissen beruhigen könne; muß ich in Erwägung: Daß bei Weitem die Meisten derselben, vielleicht Alle, manche Vorschriften unserer Weisen wie ^id!?d 'di naj a-nn a^n ,p DnD ,p"pa n^onaa übertreten, daß. wie die Erfahrung lehrte, dieselben selbst in den neuerungssüchtigen Gemeinden Stellen annehmen, und um des sogenannten „lieben Friedens"

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