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Der Israelit · 1879-07-30 · Heft 31 (30.7.1879) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 31 (30.7.1879)
Date
1879-07-30
Page
– (sequence 4)
Language
German
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816 willen die Aenderungen der geheiligsten Anordnungen und Reformen geschehen lassen, eine Erscheinung, die ihren ErklärungSgrund darin findet, daß der auch noch jetzt in jener Anstalt lehrende Begründer seiner „Historischen" Schule, wie aus dessen Schriften sattsam bekannt, nicht nur die mündliche, sondern auch die schriftliche Ueberlieferung vom Criterium subjectiver Beurtheilung in Abhängigkeit bringt, zu meinem Bedauern verneinen. vr. Israel Hildesheimer, Rabbiner. Berlin, 2. Jjar 5639. Gutachten von vr. Lehmann, Rabbiner der isr. Religions- Gesellschaft zu Mainz. In Bezug auf die an mich gestellte Anfrage, ob ein gesetzestreuer Israelit bei Anstellung eines Rabbiners einem Zöglinge des Breslauer Rabbiner- Seminars seine Stimme geben darf, erkläre ich hiermit: 1. Die vorzüglichste Aufgabe des Rabbiners besteht in der Entscheidung kasuistischer und ritueller Anfragen gemäß den in Thora, Talmud, Decisoren und Codices niedergelegten Lehren, Grunsätzen und Verhaltungsregeln; 2. da einzelne am Breslauer Seminar fungirende Lehrer einen gegen die obenerwähnten Lehren, Grundsätze und Verhaltungsregeln oppositionellen Standpunkt einnehmen; 3. da die meisten aus dem Breslauer Seminar hervorgegangenen Rabbiner viele rabbinischen Verbote in Bezug auf Speise und Trank und die Feier des Sabbats öffentlich und grundsätzlich übertreten; 4. so ergibt sich aus allem dem, daß kein gesetzestreuer Israelit dazu beitragen darf, daß ein Schüler des Breslauer Rabbiner-Seminars in seiner Gemeinde als Rabbiner angestellt werde. vr. Lehmann, Rabbiner der isr. Religionsgesellschaft zu Mainz. Mainz, 11. Jjar 5639. Zeitttvgsnackrichten und Correspondenzen. Deutschland. Mainz, 25. Juli. Sechs israel. Lehrer des Großherzogshums Sachsen erlassen eine Erklärung in welcher sie ihren Landrabbiner, Herrn Dr. Kroner, ihres Vertrauens versichern; es wird darin gesagt, daß die Herren ihre Entrüstung über den „Mainzer Rabbiner" aussprechen, weil derselbe „un erwiese ne Behauptungen" über den genannten Landrabbiner aufgestellt habe. Die Entrüstung der erwähnten Herren ist eine durchaus ungerechtfertigte. da der Herausgeber dieser Blätter in Bezug auf Herrn Dr. Kr. keinerlei unerwiesene Behauptung aufgestellt hat. Als bei Gelegenheit der Rabbiner - Wahl in Trier von Gesinnungsgenossen meine Ansicht über die betreffenden Kandidaten, die Herren Doctoren Theodor, Ziemlich, Kroner rc. eingeholt wurde, habe ich erwidert, daß ich mich eines gewissen Mißtrauens gegen die aus dem Breslauer Seminar hervorgegangenen Herren Candidaten nicht outschlagen kann und daß dieses Mißtrauen erst neuerdings durch den obengenannten Herrn Dr. Kroner neue Nahrung gewonnen; derselbe habe nämlich Jemandem, der in den Anzeigen des „Israelit" eine Lebensgefährtin suchte, ein ihm sehr bekanntes christliches Fräulein empfohlen. Der betreffende Offert - Brief war von der Expedition, verschlossen, wie er angekommen. an die betreffende Adresse gesandt worden. Der Empfänger hat ihn in voller Entrüstung an mich zurückgeschickt. nachdem er die Unterschrift „Großh. S. Landrabbiner" viermal mit Rothstift unterstrichen hatte. Der Brief war sonach mein Eigenthum geworden, und ich habe denselben auch später auf Verlangen im Originale nach Trier gesandt. Irgendwelche andere Behauptungen habe ich in Bezug auf Herrn Dr. Kroner nicht aufgestellt. Mir wurde von Trier aus erwidert, daß von der Wahl des Herrn Dr. Kroner schon deßhalb Abstand genommen werde, weil er seinen Kindern am Peßachfeste pari zu essen gebe. Was es damit für eine Bewanbtniß hat, kann ich natürlich nicht wissen. Berlin, 27. Juli. Das Haus Bleichröder beging am Dienstag den hundertsten Geburtstag seines Gründers, des im Jahre 1854 verstorbenen Vaters des jetzigen Firmeninhabers. Dieser stiftete zur Feier des Tages und zum Andenken an seinen Vater einen Pensionsfonds für die Geschaftsmitarbeiter durch eine erste Gabe von 100,000 Mark. Rumänien. Bukarest, 23. Juli. In beiden Kammer» wurde Mitteilung von der Neubildung des Cabi-

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