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Der Israelit · 1879-07-23 · Heft 30 (23.7.1879) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 30 (23.7.1879)
Date
1879-07-23
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XX. Jahrgang. 30 des Israelit. Erste Skilage )u Ar. Leitendes Artikel. Ln Lehrplan für das Leöräifche. (Schluß.) 9. Es ist zu bedauern, daß dem Unterrichte in den Propheten und Hagiographen so wenig Zeit in der Berliner Religionsschule zugemessen werden kann; genügend sind die 2 Stunden in der 2. Knabenklasse, wo das zweite Buch Samuel durchgenommen worden ist. Viel aber wäre gewonnen, wenn man der je einen Stunde in der 1. Klasse und Selecta noch eine hinzufügen könnte. Wenn auch in beiden genannten Klassen viel durchgenommen worden ist: in der 1. Kl. das ganze Buch der Sprüche, in der Selecta 48 Kapitel aus -py nn und sämmtliche nnosn, so dürfte doch wohl, wenn wir namentlich die Leistung in letzterer Klasse in's Auge fassen, wo auf eine Stunde, da ja auch die 'D2n durchgevommen worden sind, mehr als ein Kapitel aus nty nn kommt, nur den bevorzugten Schülern das Gelernte als dauerndes Gut geblieben sein. Sollte es sich nicht empfehlen, von den 2 Stunden, welche in der 1. Klasse dem Unterrichte in 'n n ao zuertheilt sind, eine dem V'J zuzuwenden, selbst auf die Gefahr hin, daß das Pensum in n"D kleiner ausfalle? Was den Unterricht in der hebr. Grammatik betrifft, so haben wir oben schon Gelegenheit zu bemerken gehabt, daß eine eigentlich theoretische Unterweisung in der 5. Klasse wegfallen kann; gelegentliche Anmerkungen bei der Lection reichen hier vollkommen aus, wenn das Kind durch wiederholtes Aufmerksammachen erfährt, daß ° an ein Hauptwort angehängt „mein", tj „dein" u. s. w., TI an ein Zeitwort angehängt „ ich habe", fl „du hast" u. s. w. bedeutet, so wird ihm auf leichte und praktische Weise eine Menge grammatischen Wissens zugeführt, die jedes theoretische Einüben unnothig macht. Denn wir halten dafür, daß, wie es ja auch größtentheils in der Berliner Religionsschule Prinzip zu sein scheint, der Schwerpunkt des eigentlichen theoretischen Grammatik-Unterrichts in die oberen Klassen zu verlegen sein, wo dem Schüler die wahre Bedeutung der siebenfachen Konjugation erst recht klar werden kann. Das Wesen der siebenfachen Konjugation recht zu erfassen, ist erst einem entwickelten Verstände zuzumuthen, und die Fähigkeit nicht allein ein gegebenes Wort zu analysiren, sondern gegebene Stämme nach dem Musterworte des Paradigma umzubilden, was doch die Probe dafür ist, ob das Gelernte in Fleisch und Blut übergegangen, ist nur bei sehr bevorzugten Kindern auf den unteren Stufen vorauszusetzen. Geschichte: die biblische Geschichte und die nachbiblische jüdische Geschichte bis auf Albo, wie die Religionslehre: die Durchnahme der niLQ, nach welchem niS2n ibd ist gleichgiltig und muß dem betr. Schüler überlassen bleiben, sind integrirende Theile einer jüd. Schule, und haben wir dem, was der vorliegende Plan uns bietet, nichts hinzuzufügeu, bis auf das, was wir, wenn wenig Zeit für vieles zu verwenden ist» oben beim i"^"n- Unterricht bemerkt haben. Der Abschluß des hebr. Unterrichts, welcher das ganze Gebäude krönt, ist der im Talmud. Hier kann aber nur Ersprießliches geleistet werden, wenn zu demselben nur vollständig gut vorbereitete und nur befähigte Schüler zugelassen werden. Schulen, denen mehr Zeit als einer Religionsschule zu Gebote steht, wäre es sehr zu empfehlen, wenn neben dem Talmud - Unterricht wöchentlich eine ni’jtfrB - Stunde zur Seite ginge, in welcher man mehr kursorisch verfahren könnte. Im Laufe der Jahre könnten die omD bis auf einen Theil von nnno 'o durchgenommen und den Schülern ein Wissensstoff zugeführt werden, der einerseits eine ungefähre Bekanntschaft im ganzen Talmud vermittelte und andererseits den *021»Unterricht förderte. Wir hätten nun noch einige Worte über den Unterricht der Mädchen im Hebräischen hinzuzufügen. Auch die Berliner Religionsschule erkennt das schon anderswo aufgestellte und durchgeführte Prinzip an, daß die Mädchen auf einen umfassenderen Unterricht im Hebräischen als man ihnen früher gönnte, Anspruch hätten. Auch die Mädchen sind in die biblische Literatur einzuführen, auuz sie sollen V'j"n in der Ursprache lesen. Darum finden wir es ganz in der Ordnung , daß man sie in die Psalmen einsührt, wie es in der Berliner Religionsschule geschieht oder in die Propheten, wenn eine Schule über mehr Zeit als eine Religionsschule verfügt. Doch sollte

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