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Der Israelit · 1879-07-16 · Heft 29 (16.7.1879) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 29 (16.7.1879)
Date
1879-07-16
Page
– (sequence 18)
Language
German
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theiligen Behauptungen der hiesigen Maritza vollen Glauben und hätte nicht übel Lust, die mißhandelten Juden noch vor das Forum des Gerichtes zu ziehen. Die anderen Delegirten der ostrumelischen Commission können sich allerdings zu der Höhe dieser Anschauungen nicht aufschwingen und verlangen vom General-Gouverneur eine exemplarische Bestrafung der Schuldigen. Ateko Pascha hat in Berücksichtigung dieser Forderung die Entsendung von drei Compagnien angeordnet und zugleich eine viergliedrige Commission zur Untersuchung des Vorfalles ernannt. Eine prompte und rücksichtslose?Bestrafung der Schuldigen von Karlovo ist um so nothwendiger, als sich die Bulgaren allerorten die ärgsten Ausschreitungen zu Schulden kommen lassen. Die ostrumelische Commission hielt es für angezeigt, sich authentisch darüber za informiren. Die in objectiver Weise angestellten Nachforschungen ergaben, daß in den Dörfern Beisöki, Kuru-Himetly und Tschoba-Gerenkiö thatsächlich von allen Mohamedanern gehörenden Baulichkeiten kein Stein auf dem andern geblieben ist, daß im Districte von Kazanlik, und zwar in den Dörfern Bujuk-Ova, Kutschuk-Ova, Moderisli, Ak-Bach und Lijular, das gesammte unbewegliche Gut der geflüchteten Mohamedaner völlig demolirt wurde, und daß in einer ganzen Reihe von Dörfern des Philippopeler Kreises eine ähnliche vandalische Procedur im Werke ist. Die Bulgaren verfolgen dabei offenbar den Plan, die Rückk hr der Türken unmöglich zu machen, denn wer sollte ihnen neue Wohnhäuser erbauen? Jedenfalls ist die Situation durchaus knne Vertrauen einflößende, und die Bemerkung eines europäischen Diplomaten, Aleko Pascha arbeite auf seinen Sturz los, findet in den factischen Vorgängen eine gewisse Berechtigung. Die Pforte hatte daher nicht ganz Unrecht, als sie gleich nach Empfang des telegraphischen Berichtes über den Vorfall in Karlovo den General-Gouverneur in gemessenen Ausdrücken einlud, dem Gesetze und dem Rechte aller Einwohner der Provinz volle Geltung zu verschaffen. Zur Verwirklichung der von der türkischen Regierung ersehnten Repatriirung der aus Ost-Rumelien ausgewanderten Muselmanen ist eine Commission vom Directorium ernannt worden, welche aus fünf Mitgliedern gebildet ist. Der Wankelmuth Aleko's hat neuerlich dringende Instructionen der Pforte in dieser Richtung veranlaßt, und die Einsetzung der fraglichen Commission ist hauptsächlich darum erfolgt. (P. ©■) Deutschland. | Altona, 6. Juli. Herr Provinzialrabbiner I Dr. L. Munk aus Marburg, Sohn des hiesigen^ pjip .irr^N 'o j’-son mm nb-von oom, welcher seit einiger Zeit in Veranlassung der Hochzeit seiner Schwester hier weilte, predigte am verflossenen ps ntcns naw in Folge Aufforderung des Vorstandes der Gemeinde in hiesiger Hauptsynagoge. Redner löste seine Aufgabe in glänzender Weise vor einem in zahlreicher'Menge erschienenen Publikum hiesiger Stadl und unserer Nachbargemeinde Hamburg. Allgemeiner enthusiastischer Beifall lohnte den Redner. Dieser war um so schwie» riger errungen, da der Geschmack des anwesenden Publikums durch die Reden unsres allverehrten Oberrabbiners verwöhnt ist. Die Rede war in allen Punkten höchst gelungen , da sowohl die conseqoente Durchführung des ausgeworfenen Themas als auch die blumenreiche Sprache, sowie das klangvolle Organ den ungetheilten Beifall errang. Bemerkenswerth ist, daß der Genannte, ein Neffe des Hrn. Dr Hildesheimer , seit sechs Jahren der 4. junge Rabbiner aus hiesiger Stadt in Amt und Würde ist, welcher seine Ausbildung unter Leitung des Hrn. Dr. Hildesheimer genoß. Oesterr.-Ungarische Monarchie. Krakau. Oberrrabbiner Schreiber wurde S als Reichscathsabgeordneter gewählt. I England. 1 London. Mr. Wormuzd Rassam ist nach Vollendung des Werkes seiner zweiten assyrisches Expedition nach England zurückgekehrt. Er bringt" eine reiche Sammlung von Alterthümern mit. Die^ Ergebnisse der letzten Reise sind mannigfacher alsi die irgend einer Expedition, die seit den ersten Erforschungen unter der Leitung Layard's stattgefunden hat. Bald nach dem Beginn seiner Nachforschungen in den Erdhügeln von Niniweh gelang) es Herrn Rassam eine Stätte zu erforschen, die als verbotenes Terrain galt. Dies war der Erdhügel Nebby Aunus, das angebliche Grab des Propheten Jonah. In diesem Erdhügel entdeckter Ueberreste von Palästen, die von Esarhaddan und Sennacheri errichtet worden. Rassam's An

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