Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1879-07-09 · Heft 28 (9.7.1879) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 28 (9.7.1879)
Date
1879-07-09
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2446951-2447797-2447825--16385-2472369
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

726 „Du bist mein Gott, orft kdi rvis »t>, mir hast Du geboten und nicht ihnen. Es liegt uns nun noch ob, zu erörtern, warum Wohl in der That Gott die Offenbarung am Sinai Tn» ]wb3 gegeben und gesprochen: „Ich bin der Ewige, Dein Gott"? Die zu Grunde liegende Absicht ist wohl die, daß jeder Einzelne aus Israel unter gewissen Umständen die Thora so betrachten soll, wie wenn sie ihm allein gegeben wäre, daß namentlich in Zeiten, in welchen die große Menge sich lossagt von der Religion der Väter, der Einzelne sich nicht verleiten lassen soll, mit der Menge zu gehen, sondern zu sich sagen soll: „Dir, Dir hat Gott die Thora gegeben; sielst Dein Eigenthum und bleibt Dein Eigenthum, wenn auch doipi dd die ganze Welt von Gott abgefallen wäre. So hat es Moscheh gehalten, als Israel das goldene Kalb umtanzte; so hat es Pinchas gehalten, da Israel dem Baal Peor verstrickt war und ein Stammesfürst unter dem zustimmenden Jubel seiner Stammesgenossen mit der Midjaniterin Unzucht trieb. Wie viele Erwägungen hätten »Pinchas zurückhalten können vom thätigen Eingreifen! Was ging's ihn an? Er hatte weder Amt noch Würde, war nicht einmal mit der gewöhnlichen Priesterfunction betraut. Und wie viele andere Männer waren da, die hätten thätig eingreifen können und sollen, ehe die Reihe an Pinchas gekommen wäre! Da war vor Allem sein Großoheim, der Gottesmann Moscheh, der Führer Israels; sein Vater, der Hohepriester Elasar; die bewährten Fürsten Josua und Kaleb, die siebzig Aeltesten; hätte sich nicht Pinchas sagen sollen: „Mögen Diejenigen eifern, die dazu berufen sind!" — Aber Pinchas sprach nicht also. Er fühlte sich vielmehr von dem Bewußtsein durchdrungen, daß die Thora Jedem gegeben sei, jedem Einzelnen, daß daher jeder Einzelne die Pflicht habe, die Thora aufrecht zu erhalten. Und so ward ihm der Lohn zu Theil, aup nnn, „dafür, daß er geeifert für seinen Gott". Auch unsre Zeit ist solch eine Periode, in der es viele Abtrünnige gibt. Da sind Viele verstrickt vom Baal Peor, vom niedrigsten Sinnengenusse; viele Andere umtanzen das goldene Kalb und sprechen: „dies sind deine Götter, Israel"; viele Andere vergöttern den Menschengeift und ziehen die Hypothesen irregehender, sogenannter Wissenschaft der Lehre unsres Gottes vor. In solch einer Zeit ergeht der Ruf an jeden Einzelnen: „Ich bin der Ewige, Dein Gott; es sollen Dir nicht sein andere Götter vor meinem Angesichte!" Jeder Einzelne, und mag er inmitten einer traurigen Umgebung leben, hat die Pflicht, für Gott und Seine heilige Lehre einzutreten. Niemand möge sprechen: „Was geht's mich an? Es sind Andere da, deren Beruf es ist, sich in die Bresche zu stellen!' — Nicht also; an jeden Einzelnen ist der Ruf vom Sinai ergangen; daher hat jeder Einzelne die Verpflichtung , für Gott und Seine heilige Lehre zu kämpfen. Und von dem Herrn des Weltalls wird ihm reicher Lohn werden aop -w« nnn, „dafür, daß er geeifert für seinen Gott". Lin Lehrplan für das ßeßtäifdje. 8. Herr Dr. Hildesheimer hat der Einladungsschrift zu der Prüfung an der von ihm gegründeten Religionsschule in Berlin den Lehrplan derselben beigefügt, um, wie er dazu bemerkt, „eine Anregung zu einem gegenseitigen Gedankenaustausch auf diesem Gebiete Zgeben zu wollen". Wir haben bei einer kurzen Anzeige der Einladungsschrift in diesen Bl. (Nr. 21) sogleich bemerkt, daß wir dieser Aufforderung Folge leisten werden und kommen heute unserem Versprechen nach. Schon das Selbstbekenntniß, daß ein Lehrplan nicht etwas Fertiges sei, denn sonst könnte ja von einem ernstlichen Gedankenaustausch keine Rede sein, zeugt von dem guten Willen und Streben des Leiters dieser Schule, dieselbe zu einer möglichst vollkommenen zu erheben. Es gehört, namentlich bei einem Schuldirigenten, ein großer Muth der Selbstverleugnung dazu, sein Werk vor aller Welt als ein der Verbesserung fähiges hinzustellen , es nicht zu einem noli me tangere zu stempeln, dessen Kritik die Unfehlbarkeit des Schulmonarchen in Frage stellen könnte. Doch der Mann, der durch sein Werk nicht feiner Person Folie verleihen will, der vielmehr nur die Sache im Auge hat und diese über seine »Person stellt, tritt gern vor seinem Werke in den Hintergrund zurück und ist nicht nur nicht verletzt, wenn man ihn auf Fehler und Mängel aufmerksam macht, sondern fordert sogar die Kenner auf, ihm solche nachzuweisen; will er ja gern von andern lernen, da es sich um die Herstellung eines möglichst vollkommenen und fehlerlosen Werkes handelt, eingedenk des Spruches, daß nicht der der Weise ist, der sich für fertig hält, sondern der nnrr nvibn, dem auch der Geringste nicht zu klein ist, um etwas von ihm lernen zu können. Um Mißverständnissen vorzubeugen, wollen wir aber gleich hinzufügen, daß die gemachte Bemerkung eine allgemeine sei und den Leser nicht etwa auf viele Aussetzungen vorbereiten solle, die wir an dem vorliegenden Plane der Berliner Religionsschule zu machen hätten; wir wollten im Geyer fei gel in oft in da' gla len N0. ge! im für Kl lid ge! gle häl daj die He erf ha! WD Kii wö bei sich ein 22 Ue me ser Wi Do \al nai qio Re plo ler Kl. un! vor tig ges brc Un der zu ind wel

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.