Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 20 (1879)
- Issue
- Heft 28 (9.7.1879)
- Date
- 1879-07-09
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XX. Jahrgang. M 28 Der Israelit. Ein Central-Organ für das orthodoxe Judentum. Herausgegeben von Dp. Lehmann in Mainz. Mittwoch, den 9. Juli 5639 (1879). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis deS Jahrgangs 10 ReichS-Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 25 Pfennige die Petitzeile oder deren Raum. — Oesterreichische Banknoten laut CourS. — Directe Francozusendung unter Streifband oro Jahrgang 12 ReichS-Mark oder 7 fl. österr. an die Expedition franco einzusenden. Anhalt. Leitende Artikel: Die Pflicht des Einzelnen. — Ein Lehrplan für das Hebräische. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Münster. — England: London. — Rumänien. — Feuilleton: Rabbi Joselmann von Rosheim. Znyalt der ersten Netrage: Leitender Artikel: Literarischer Bericht. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Rußland: Petersburg. Feuilleton: Jakobine. Anyatt der zweite« IS eisige: Telegraphische Depesche: Bukarest. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Mainz. — Türkei: Aus Ostrumelien. Inyatt der dritten Aeitage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Filehne. — Dest.-Ung. Monarchie: Wien. — Leitende Artikel. Die Micht des Einzelnen. (Zu Paraschath Pinchas.) Mainz, 1. Juli. Im Anfänge der Sidrah Pinchas wird uns erzählt, wie Gott dem Eiferer Pinchas einen ewigen Lohn gegeben, ln'rN1? tup nnn, „ dafür, daß er geeifert für seinen Gott". Die größte Ehre, die wir dem Gottesworte erweisen können, besteht wohl darin, daß wir auf alle Ausdrücke, Redewendungen rc. genau achten und deren Sinn und Bedeutung zu erfassen suchen. Daher möge uns die Frage gestattet fein: warum sagt die heilige Schrift: „dafür, daß er geeifert für seinen Gott"? Warum sagt die heilige Schrift nicht einfach: dafür, daß er für Gott geeifert"? Als dereinst die Israeliten bald nach der Offenbarung am Berge Sinai das goldene Kalb gemacht hatten und der Allmächtige sie vernichten wollte, da verteidigte sie Mofcheh, nach der Erzählung des Midrasch, indem er sprach: „Warum soll Dein Zorn über Israel entbrennen? will 'v Dnt> mir hast Du geboten und nicht ihnen: „Ich bin der Ewige, Dein Gott . . . . eS sollen Dir nicht sein andere Götter" (tit pato). I Es liegt hier wohl die Frage nahe: Woher weiß das der Midrasch , wo findet sich von solch einer Verteidigung eine Andeutung im Schriftworte? Die Andeutung dazu liegt im Folgenden: Wir finden den Namen Gottes geeint mit den Stammvätern unsres Volkes: apy i’un, pnsr ins, om:« nrt«, auch mit David in po, aber niemals mit Mofcheh; wohl heißt es dhpn ip’X nvo, Mofcheh, der Mann GotteS; niemals aber ncpo der Gott des Mofcheh; nur hier, da Mofcheh für sein verloren scheinendes Volk betet, heißt es: »jb n« nro tni m1?« "i, „und es fleht an Mofcheh das Antlitz des Ewigen, seines Gottes". Als Israel dem Götzendienst verfallen war, da flehte Mofcheh zu seinem, von dem Volke verleugneten Gotte, da sprach er: