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Der Israelit · 1879-07-02 · Heft 27 (2.7.1879) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 27 (2.7.1879)
Date
1879-07-02
Page
– (sequence 7)
Language
German
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703 Ghöldern Wurtemberg *) Calabrien Athenarum Meopatrie rc. Graue (Graf) zu Flandern zu HabSpurg zu Tirol, Parselom (?) zu ArthoyS und Burgundt, Pfaltz graue zu Honigew (Henegau) zu Hollandt zu Seelandt zu Pfürdt (?) zu Kyburg zu Namur zu Rossilion zu Teritan undt zu Zutphen, Landtgraue in Elsaß, Margraue zu Burgaw zu Ortstein zu Gotziani und des heiligen Römischen Reichs Fürst zu Swaben zu Cathilonien Asturia ic. Herr in Frießlandt auf der Windischen March, zu Portenaw, zu Bistaja zu Monia zu Salms zu Tripoli und zu Mecheln rc. rc. Bekennen öffentlich mit dießem Brieff undt thun kundt Männiglich, daß uns unßer undt des Reichs lieben getrewen Meister undt Rath der Statt Ober-Ehenheim einen Brieff haben fürbringen laßen, darin» Ihnen Weilandt unßer lieber Herr undt Ahnherr, Kayser Maximilian rc. löblicher Gedachtnus dieße gnavt undt freyheit gedan und gegeben hat, alßo daß Sie un hinfür in Ewigzeit ferner keine Juden noch Jüdin daselbst in Ober-Ehnheim halten noch wohnen laßen sollen, der von wortt zu wortt wie hernach laut: Wir Maximilian (hier folgt das bereits oben mitaetheilte Decret Maximilians von 1507). — Undt Unß darauf die nütziglichen angeruffen und gebetten, daß Wir Ihnen deßelben Weilandt unsres lieben Herrn und Anherrn freyheit und gnaden Brieff in allen Ihren Anhaltungen und begreiffuugen als erwehlter Römischer Keyser zu ernewen zu Confirmiren undt zu destetten gnädiglich geruheten. Daß haben Wir angesehen, solch Ihr Zimlick demüthig bette, auch Ihr angenehm getrew willig dienst, so Sie unßern Vorfahren nudt dem heiligen Reiche bißher Erzeigt undt getan undt hinfür zu thun willig seyn. und darumb mit wohlbedachtem muth gutem Rathe undt rechter wissen Ihnen solch weilandt unßers lieben Herrn undt Anherrn Gnadt und Freyheit in allen undt Jeglichen Ihren wortten Meinungen und Begriffungen genadiglich Constrmirt — undt bestätt, Confirmiren undt destetten die auch von Keyßerlicher macht wißentlich in Krafft diß brieffs, was Wär Ihnen daran zu Confirmiren undt zu bestatten haben, undt meinen undt wollen daß die crafftig undt mächtig seyen, statt gehalten undt Sie und Ihr Nachkommen sich derselben nach Inhalt Keyßer Maximillians brieff in Ewigkeit geruhelich gebrauchen und mit schuldig seyn sollen ferner keinen Juden noch judin daselbst zu Ober- Ehnheim zu enthalten noch wohnen zu laßen von *) liebet Herzog Ulrich von Württemberg war die Reichsacht ausgesprochen und somit sein Land dem Kaiser anheimgefallen., j allermänniglich ungehindert. Und gebieten darauff allen und geglichen Churfürsten, fürsten, geistlichen undt weltlichen Prelaten grawen freyenherren Ritternd undt Knechten, Haubtleute Vitzthumben Vögten Pflegern Verwesern Ambtleuthen Schultheißen Bürgermeistern und Richtern, Räten bürger, genannd undt sunst allen andern undt des Reichs auch — unßern erblichen fürsteutumben undt Läudenunderthanen und getrewen und was wurden standS oder Wesens sie seyen. Ernstlich mit diesem brief und wollen daß Sie die vorgenannten Meister undt Rath der Statt Ober-Ehenheim undt Ihr Nachkommen an der abbestimmten Weilandt unßers lieben Herrn undt Anherrn gnadt undt Freyheit nach dießer unßer Confirmation undt Be* stettigung, nit Irren noch hindern noch daß gemandtS andern zu thun gestatten und kein weiße. Sonder Sie dabey berueblichen bleiben laßen als lieb Ir allen und Jeden sey. unßer und des Reichs schwer Unaradt undt Straff undt darzu ein Peru nemblich Zweintzig Marckh Löttiges GoldteS zu Vermeindeu, oie Eia jeder so oft Er frewenlich dawider thetS und halb in unser undt deL Reichs Camer undt den andern halben theil den obengenannten Meister undt Rath der statt Obern- Ehenheim unabläßlich zu bezahlen verfallen seyen soll, das meinen wir Ernstlichen. Mit Urkundt dieß Brieffs mit unßerm Kaißerlichen anhangendea Jnsiegel. Geben in unßer und des Reichs Statt Wormbs am Sechzehnden tag des Mouats De» cembriL fünfzehnhundert und im zwavtzigsten unßer Reiche des Römischen im andern, undt der andern aller Im fünften Jahren. Carolj. Ad mandatum imperatoris etc. Albertus Cardinal etc. Archicancellarius, Urbanus Zieglr, Bice-Canzler. „Nun", fragte der Kaiser, nachdem der Bice- Canzler die Vorlesung des EdicteS beendet hatte, „sage selber, Joselin, habe ich nicht recht gethan, die Gnade und Freiheit zu bestätigen, die mein geliebter Großvater der Stadt Obern -Ehnheim verliehen hatte? Hast Du mir nicht gesagt, daß eS eine heilige Pflicht ist, den Verfügungen theurer Verstorbener nachzukommen?" „„Gestatten mir Eure Majestät eine Frage: das Decret des hochseligen Kaisers ist von anno 7; unser geliebter, verewigter Kaiser starb anno 19; warum haben die Herren von Ober-Ehnheim nicht in diesen zwölf Jahren die Juden ausgetrieben?"" „Auch das haben sie in ihrer Eingabe aufgeklärt; der Bote, der ihnen die Schrift bringen sollte, ist beraubt und erschlagen worden; so kam sie erst spat in ihre Hände."

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