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Der Israelit · 1879-07-02 · Heft 27 (2.7.1879) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 27 (2.7.1879)
Date
1879-07-02
Page
– (sequence 6)
Language
German
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702 eins zu Zwanzig, dessen ungeachtet üben fie aber fast gerade so viel sichtbaren Einfluß auf die Politik auS und wissen sich in der Regel weit mehr und weit rascher Geltung zu verschaffen. So war z. B. der erste in Deutschland geborene Congreß. Repräsentant kein Germane, sondern ein Israelit, Meyer Strouse von Pennsylvanien. Lange vor General Schurz war schon ein Israelit im Bundessenate, der berühmte Jurist und spätere Finanz- Minister der Conföderation, Judah Benjamin, und jetzt ist wieder eia Israelit Senator, nämlich Jonas von Louisiana. Im Repräsentantenhause aber sitzen zwei Israeliten, Morse von Boston und Einstein von New-Aork. Sehen wir uns in den Beamtenkreisen um, so finden wir eine ganze Reihe von Israeliten, als Richter, Zollhausbeamte, Eonsuln und Consular-Agenten, und gehen wir in die einzelnen Staaten, so finden wir auch dort, daß sie sich im politischen Leben allenthalben Geltung zu verschaffen wiffen; in Cincinnati wäre letzten Mittwoch ein Herr Seasongood um's Haar zum Vice- Gouverneur-Candidaten nominirt worden Der gewöhnliche Judenhasser wird natürlich rasch mit der Erttärung bei der Hand sein: „sie sind eben dreist genug und verstehen es, sich geltend zu machen". Diesem möchten wir doch entgegnen, daß es auch vielen Deutschen nicht an jener edlen Dreistigkeit mangelt, wenn es gilt, sich in den Vordergrund zu drängen Dieses muß demnach also doch die wahre Ursache nicht sein. Wir glaubdn sie in den charakteristischen Merkmalen der beiden Ra^en zu finden, der Zusammengehörigkeit bei den Juden und der chronischen Uneinigkeit der Deutschen. Der Deutsche ist meist für das Deutschthum verloren, sobald er sich amerikanisirt hat; er schämt sich desselben nicht selten und entzieht dem Deutfchthume das Gewicht seines Namens und feiner socialen Stellung. Ob dieses jemals zu ändern sein wird, ob eS nicht vielmehr in der Natur und dem Wesen der Germanen tief begründet liegt, diese Fragen möchten wir nicht zu entscheidcn versuchen. Feuilleton. Aabbi Ioselmann von Kosheim. Eine historische Erzählung. L. Wenige Tage nachher wurde Rabbi Ioselmann wieder zum Kaiser beschieden. „Du hast mir vorgeworfen", sagte der Kaiser, „daß ich mir noch nicht Zeit genommen, etwas für die Juden zu thun. Da, nimm Dein BestellungLdecret als Befehlshaber und Regierer der gesammten Judenyeit des heiligen römischen Reichs deutscher Nation; ich habe eS selbst unterzeichnet und mein kaiserliches Jnsigel daran heften lassen. Und nun schwöre mir Treue und Gehorsam sowohl in Deinem Namen als in dem Deiner Brüder und Anverwandten, der gesammten Judenheit in allen Landen, die meinem kaiserlichen^Scepter unterthan sind." Und Rabbi Ioselmann leistete den Eid, der ihm von dem Reichsvicekanzler, Urbanus Zieglr, im Beisein des Kurfürsten Albert von Mainz als des Reiches Erzkanzler, vorgelesen wurde. Das Manuskript, das die Eidesformel enthält, soll sich heute noch, wie Carmoly in La France Israelite erzählt, im Archive zu Brüssel befinden. Wir haben dasselbe nicht erhalten können, sind also nicht im Stande, den Wortlaut mitzutheilen. Rabbi Ioselmann wendete sich darauf an den Kaiser und sprach: „„Habet Dank, Majestät, für die hohe Gnade, die Eure Majestät mir und meinen Glaubensgenossen erwiesen. Gestatten Eure Majestät, daß ich sogleich von dem mir huldreichst verliehenen Rechte Gebrauch mache und Euer Majestät Gnade erflebe für meine Brüder in Ober-Ehenheim, gegen die Eure Majestät einen Ausweisungsbefehl zu erlassen geruht haben."" „Nicht doch, Joselin, ich habe keinen solchen Befehl erlassen; ich habe nur denjenigen confirmirt, den mein kaiserlicher Großvater bereits anno 7 erlassen. Gehe, Urban, hole die Abschrift des DecretS aus der Kanzlei." Der Vice-Kanzler ging in die Kanzlei und brachte ein Schreiben. „Lies es vor, Urban!" sagte der Kaiser. Und Herr Urbanus Zieglr las*): „Wir Karl der fünfft von Gotts gnaden Erwalter Römischer Kayßer, zu allen Zeiten Mehrer des Reichs rc. König von Germanien zu Caftilien zu Arragon zu Legion (L6on), Baider Sicilen zu Jerusalem zu Hungern zu Dalmatien zu Croatien zu Newarra zu Granaten zu Toleten zu Valentz zu Galliten Majoricarum zu Hispalis Serdina Cordubie Corsice Murice Giemis (?) algarven aU gotire (?) zu Gibraltaris und Jnsulen Camarie! auch der Jnsulen Jndiarum undt Terre Sinire des Meers oceani rc. Ertzhertzog zu Ostereich Hertzog zur Burgundt zu Lotterrngh zu Brabandt zu Steyr Kerndte Crain Lymburg Lutzemburg *) DaZ Original beendet ncb ün ')lrü>ive zu -Iber-lxhnheim Lade 8, Nr. II..'

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