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Der Israelit · 1879-06-25 · Heft 26 (25.6.1879) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 26 (25.6.1879)
Date
1879-06-25
Page
– (sequence 3)
Language
German
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663 Blicken wir nur auf 'M Consequenzen derartiger Behauptungen. Haben die Rabbinen des Mittelalters der veränderten Verhältnisse halber ein bibusch-talmudisches Verbot aufheben-dürfen, so sind auch die Rabbinen der Neuzeit dazu berechtigt. Wie vielfach haben sich die Verhältnisse in Bezug auf die Ehegesetze, die Speiseverbote, die Sabbatvorschriften geändert! Auf Grundlage der veränderten Verhältnisse konnte man da sämmtliche 613 Gebote aufheben^ auf Grund neuerer, angeblich wissenschaftlichei^Forschungen auch den Glauben an die Unsterblichkeit, die Schöpfung, an den einzigenGott!! Hat die Vertretung des Gemeindebundes das wohl bedacht? jn nue^ G’jnv dj\x o „sie sündigen, weit sie unwissend sind!" Wir könnten der dunklen Punkte in dieser Broschüre noch eine ganze Menge namhaft machen, — grave Verstöße gegen Lehre und Gesetz — allein, wir glauben, daß das Vorstehende vollkommen zur Charakteristik dieser neuen That des Gemeindebundes genügt Wir wollen nur noch eine ernste Mahnung an Gemeinden, Rabbinen und Private anfügen: Vertraut Eure heiligsten Interessen nicht Männern an, die auf völlig antisüdischem Standpunkte stehen! Wißt Ihr denn nicht, daß Ihr Euch zu Mitschuldigen macht, indem Ihr mit Euren Namen und Eurem Gelde diesen Gemeindebund unterstützet? j '-N33 mn bx DPnpsi ,'vsj ann I _ „In ihren Nathschluß soll nicht kommen meine Seele, mit ihrer Versammlung soll sich nicht einen meine Ehre!" Wir hoffen zu Gott, daß unsre Stimme nicht ungehört verhallt und daß nunmehr recht viele Gemeinden aus diesem sogenannten Gemeindebunde auSscheiden, vor Allem aber, daß noch nicht beigetrctene Gemeinden sich von nun an und weiter nicht zum Beitritte verleiten lassen werden. D'pnn1? nsio pN D’aa* Dtp1? .uwc* ppdjd bi „Jede Bereinigung, deren Grundsätze nicht mit den heiligen Lehren i es Judenthums harmonirt, wird keinen Bestand haben/' O'p ")3"P P'L ‘TDJ "1’Sn EG’ „Wie Gras verdorrt, wie Blume verwelkt, so werden alle Bestrebungen vergehen, die gegen das Wort unsres Gottes gerichtet sind; aber das Wort unseres Gottes wird bestehen für die Ewigkeit!" JeitttngSuachricbten & (Forrcfponbeitjctt, Deutschland. Würzbttrg, 20. Juni. Die Gemüther der Einwohner unserer Stadt wurden neuerdings in höchste Aufregung versetzt durch einen gestern Abends nach 8 Uhr bei Hellem Tageslicht in einem der neuen Prachtbauten der Kaiserstraße vollführten Doppelmord. Es wohnen nämlich daselbst im!. Stocke die bejahrten Eheleute Jakob Glaser. Die bei denselben sich gegenwärtig aus Besuch befindende 13jährige Emma Rosenauer (aus Kissingen) war zum Hausarzt geschickt, um denselben auf andern Morgen zur Großmama zu bestellen. Bei ihrer Nachhausekunst traf sie aus der Nachbarschaft die 14jährige Gretchen Thaler und ging mit derselben zur Wohnung ihrer Großeltern. Die Gangthüre verschlossen findend, läutet sie Mnd als geöffnet wurde, erhielt sie plötzlich einem Schlag auf den Kopf, daß sie taumelte. behielt jedoch noch so viel Geistesgegenwart die Stiege herabzugehen und die in Parterre im Laden befindliche Frau Hüttner zu Hilfe zu rufen. Letztere soll kurz vorher einen dumpfen Schlag vom obern Stocke her vernommen haben. Als man in die Glaser'sche Wohnung trat, fand man den 70jährigen Greis und seine 65jährige Frau in einer großen Blutlache mit Spuren harten Kampfes. Beide hatten schwere Schläge mit einem später Vorgefundenen Hammer, der den von Kesselschmieden gebrauchten ähnlich sein soll, auf Schädel und Arm erhalten, befinden sich noch am Leben und wurden sofort ins Juliusspital verbracht, wo sie sich wenngleich in ziemlich hoffnungslosem Zustande der ausgezeichneten Pflege des Herrn Prof. Dr. Bergmann und seiner Assistenten erfreuen. Der kgl. Untersuchungsrichter sowie unsere städt. Behörden, an ihrer Spitze der Bürgermeister waren alsbald zur Stelle und nahmen den Thatbeftand auf. Die Gerichte und Polizeiorgane sind in größter Thätigkeit und wäre zu wünschen, daß man den Thäter erwische. Das Befinden der beiden Eheleute ist nach einer sckwerdurchbrachten Nacht keineswegs befriedigend, dagegen konnte die kleine Mosenauer, nachdem ihr die Wunde verbunden war, wieder aus dem Spitale entlassen werden. Der einen Stock höher wohnende Sohn der Betroffenen befand sich auf der Reise und traf gleichen Abends 10 <,,2 Uhr mit der Bahn dahier ein. soeben erfahren wir noch, daß bis jetzt noch nicht festgestellt werden konnte, was der Raubmörder sich aneignete, mit Ausnahme einer goldej

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