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Der Israelit · 1879-06-18 · Heft 25 (18.6.1879) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 25 (18.6.1879)
Date
1879-06-18
Page
– (sequence 5)
Language
German
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637 Wir fügen diesen Bestimmungen noch eine Verfügung der Kgl. Preußischen Regierung bei, welche die Dispensation jüdischer Kinder vom Schulbesuch, bei Sterbefallen von Anverwandten zum Gegenstände hat. Dieselbe ist vom 18. Jan. 1879 datirt und lautet: „Wie wir Jhuen auf den Bericht am 21. December v. I. Nr. 6222, betreffend die Dispensation jüdischer Schulkinder vom Schulbesuche bei Sterbefällen von Anverwandten erwidern, sind nach einer bezüglichen Entscheidung des israel. Consistoriums zu Bonn auf Grund der betreffenden Religionsvorschriften, diejenigen israel. Schulkinder, welche das religionspflichtige Alter bei Knaben das 13., bei Mädchen das 12. Jahr erreicht haben, im Falle des Todes eines ihrer Eltern und Geschwistern auf 7 Tage einschließlich des Tages der Beerdigung vom Schulbesuche zu dispenftren, dagegen finden die qu. Vorschriften bei Sterbfällen außerhalb der vorgenannten Verwandtschaftsgrade und auch innerhalb derselben bei Schulkindern unter dem religionspflichtigen Alter keine Anwendung. Königl. Regierung Abtheilung des Inneren, (gez) v. Guionneau. Literarischer. Iericht. (Entgegnung.*) Da die in Nr. 21 d. Bl. erschienene Recension meiner Schrift in der jüngsten Nummer nochmals erwähnt und sogar als vortrefflich bezeichnet wird, so fühle ich mich endlich veranlaßt, dem 8.- Correspondenten Folgendes zu erwidern. Der Herr Recensent meint, daß meine Leseart rowe anstatt niono sich in jedem, dem Midrasch beigedruckten Commentare finde. Allerdings sagt "rnm y'jn ntro mono d"d„ er gibt jedoch nicht die Art der Entstehung des Wortes mm aus mono an, während ich meiner Emendation die Bemerkung hinzufüge, daß „o" mit in der Cursivschrift leicht verwechselt werden, das zweite q füglich in n getheilt werden kann." In Betreff des mene menö u. f. w. erwidere ich, daß diese Stelle in der That im Talmud Sanhedrin 22a kurz besprochen wird, daß ich aber *) Wir haben den Theil der Entgegnung, der Beleidigungen gegen unseren gelehrten und geschätzten Mitarbeiter S. enthält, weggelassen. ' D. R. zur Zeit der Behandlung derselben in der Königl. Bibliothek eine Midraschausgabe ohne d"d vor mir hatte, mithin dessen Commentar und Hinweis auf "pvmjDn w p“0„ nicht sehen konnte. Demselben Umstande entsprang auch zu meinem jetzigen Bedauern die Conjectur statt pJ; warum hätte ich nicht ebenso gut die Erklärung des d"d lesen können, wie der Recensent, der die Uebersetzung des Wortes pj mit „Brut" dem erwähnten Commentar entlehnt hat? (&nn ni^m nenj;» pa rwonn »vrn nyttf usa pu i&op nibrni ttnm Mathnat Kohuna z. St.) Daß Fehler sich in keiner Schrift vermeiden lassen, ist eine bekannte Thatsache; errare humamim egt. Der Herr Recensent scheint aber einzelne Fehler in meiner Schrift mit großem Wohlbehagen als einen kostbaren Fund betrachtet, der Hauptsache hingegen sehr wenig Aufmerksamkeit geschenkt zu haben. Zu dieser Annahme berechtigt mich seine in Klammern gesetzte Frage, warum ich den Talmud Babli nicht als Quelle des Midr. Schir Haschirim erwähnt habe, während der Herr Criticus doch bei einigem aufmerksamen Durchlesen der Seiten 24 und 25 sich hätte überzeugen können, daß ich jene Quelle angebe. Aurich. Dr. Chodowski. Zeitungsnachrichten & tkorrefpondenze«. Deutschland. Worms, 14. Juni. Heute Nachmittag verschied plötzlich an den Folgen eines Schlaganfalles Herr Marcus Edinger, bis vor Jahresfrist langjähriges Mitglied der 2. hessischen Kammer und des hiesigen Gemeinderaths, nachdem er am 11. d. M. noch seine silberne Hochzeit feierte. In ihm verliert Worms einen seiner verdientesten Männer. Als Gemeinderathsmitglied half er viel Gutes schaffen. Ferner ist er der Gründer des hiesigen Vorschuß- und Creditvereins, der heute Millionen umschlägt und durch den mancher kleinere Geschäftsmann vor den Schlingen der Wucherer bewahrt blieb. Es wird deßhalb auch das Ableben des Herrn Edinger seitens der hiesigen Bürgerschas tief beklagt und lebhaft bedauert. Frankfurt a. M. 12 Juni. Gestern Abend fand die vom Frankfurter Lehrerverein angeregte Versammlung im Wintergarten statt. Weit über 100 Lehrer und Lehrerfreunde hatten sich eingefunden. Die Berathung ergab einstimmige Annahme

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