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Der Israelit · 1879-06-11 · Heft 24 (11.6.1879) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 24 (11.6.1879)
Date
1879-06-11
Page
– (sequence 14)
Language
German
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622 rückgelegt hat, ist mit Beginn des Sommerse-- mesters in die Anstalt ausgenommen worden. Tagegegen wurde Ende vorigen Sommers Anstalt" entlasten, ünt in ein hie,rges^r^D^^ waarengeschäft als Lehrling einzutreten. " Bei der Wahl seines Berufes stand ihm die Verwaltung der Waisenanstalt zur Seite, wie sic es für ihre Pflicht erachtete, auch für seinen Unterhalt während der Dauer seiner Lehrzeit, natürlich auf privatem Wege, in ausreichender Weise Sorge zu tragen. — Somit befinden sich nunmehr in der Anstalt 20 Knaben, welche durch dieselbe Verpflegung und Erziehung erhalten, und wir dürfen von Allen sagen. daß sie sich dieser Wohlthat durch ein gesittetes und bescheidenes Verhalten würdig zeigen; bei Manchen hat sich schon nach kurzer Zeit der Vortheil einer nach einem festen Plane geregelten Erziehung und eines exacten Schulunterrichts bemerkbar gemacht. Hoffen wir, daß diese günstigen Erfolge, in immer stärkerem Maße zu Tage tretend, die Bemühungen, die man auf die Erziehung der Kinder verwendet, und die wohlwollende Unterstützung, die diesem würdigen Zwecke zu Theil wird, rechtfertigen werden. Mit besonderem Dc.nke haben wir der hochherzigen Munificenz zu gedenken, welche Frau Freifrau Mathilde von Rothschild auch in diesem Jahre für die Zwecke der Anstalt bethätigt hat. Nachdem sich für event. Vermehrung der Zahl der Pfleglings die Nothwendigkeit einer Erweiterung unserer Räumlichkeiten durch den Anbau eines Seitenflügels herausgestellt, hat sich die Frau Baronin bewogen gefühlt, die hierzu erforderliche Summe der Anstalt zu bewilligen. Durch diese Liberalität wird die Anstalt in die Lage gesetzt sein, bei entsprechender Zunahmeder ihr zufließenden Jahresbeiträge und Liebesgeschenke, sich einer noch größeren Zahl der auf ihre Hilfe angewiesenen Kleinen annehmen zu können. und für diese Ausdehnung ihrer Wirksamkeit wird sich die Anstalt der edlen Spenderin zu bleibendem Danke verpflichtet fühlen. Möge neben dem lohnenden Bewußtsein, durch die gedachte Schenkung für Versorgung einer ganzen Anzahl von Waisenkindern in hervorragendem Maße beigetragen zu haben, der verehrten Frau im Verlaufe der Zeit auch die Freude zu Theil werden, die Früchte dieser Wohlthat in einem allseitigen Gedeihen der Anstalt und in der Tüchtigkeit ihrer Zöglinge reifen zu sehen. Dankend heben wir ferner eine Schenkung hervor, durch welche für die Anstalt eine höchst werthvolle Ergänzung ihrer Thätigkeit angebahnt worden ist. Zum Andenken an die sel. Frau Clara S^ch i tf, geb. Niederhofheim, hat deren Sohn, Herr P tzMMWL^iff^zugleich im Namen seiner Gevon Mk. 2000 ßE^^lillT^^^WDWWrimmung, daß die Zinsen dieser Stiftunj^welche getrennt zu verwalten ist und den Namen der Verewigten zu tragen hat, zum Unterhalt, resp. zur fernern Ausbildung der aus der Anstalt entlassenen und in die bürgerliche Laufbahn eingetretenen Zöglinge verwendet werden sollen. Da, wie oben berichtet, bereits für einen Zögling in der gedachten Weise gesorgt werden muß, und in nicht ferner Zeit auch einer größeren Zahl von Pfleglingen gegenüber der Verwaltung dieselbe Obliegenheit erwachsen wird, so sei auch diese Stiftung allen Freunden unserer Anstalt zu wohlwollender Beachtung auf's Angelegentlichste empfohlen. Die Einnahmen betrugen 22,251 Mk., die Ausgaben 14,354 Mk. Liegnitz, 25. Mai. Freitag Abend wurde die Einweihung der durch erweiternden Umbau, durch mancherlei Ausrüstung und Ausschmückung den gegenwärtigen Bedürfnissen und Wünschen der hiesigen isr. Gemeinde angepaßten Synagoge in feierlicher Weise vollzogen. Der im Innern einen imposanten Eindruck machende freundliche Bau war in allen seinen Räumen dicht gefüllt und die anwesende Menge, zusammengesetzt aus den Mitgliedern der Liegnitzer Synagogengemeinde, wohl auch einer Anzahl von Glaubensgenossen derselben aus benachbarten Städten, sowie vielen andersgläubigen Gästen, unter denen auch Vertreter der hiesigen königlichen Regierung und städtischen Behörden nicht' fehlten, folgte mit lebhaftem Interesse dem Gange des aufs Würdigste verlaufenden Weiheactes. Eingeleitet wurde die Feier durch trefflich ausgeführte liturgische Wechselgesänge, bei denen der Vorsänger und der wacker geschulte Chor in der That Ehre einlegten, und während deren die „Thora"- (Gesetzes-) Rollen in ihren reichen Umkleidungen durch den Rabbiner und die Vorsteher der' Gemeinde hereingebracht und in die restaurirte. von einem neuen, schönen Vorhang, einer Frauengabe aus der Mitte der Gemeinde, verhüllte „heilige Lade" gesetzt wurden, um später noch einmal hervorgeholt und der Gemeinde als das eigentliche Heiligthum des Tempels vorgewiesen zu werden. Den Kern der ganzen Feierlichkeit aber bildete die nach Absingung eines eigens für die Einweihung verfaßten Festgesanges die von Herrn Rabbiner Dr. Landsberg gehaltene treffliche Festpredigt. Der Redner führte aus, vor 32 »

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