Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 20 (1879)
- Issue
- Heft 24 (11.6.1879)
- Date
- 1879-06-11
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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XX. JahrgangM Zweite inT73S »er. Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen. Deutschland. Heilbronn a. Sr., 25. Mai. Der Verband von etlichen und dreißig Gemeinden des Neckar- und Jagstkreises zur Unterstützung armer durchreisender Israeliten schließt am 30. Juni d. I. sein zweites Probejahr ab. Die dem Delegirteutag, welcher am I. Juni hier stattfinden wird, vorangehende Sitzung des „weiteren Ausschusses" des Bezirks - Armen - Unterstützungs- Vereins hörte mit Befriedigung die Resultate des jüngsten Jahres aus dem provisorischen Berichte des thätigen Vorstandes, des Herrn Jacob Rosenthal hier. Den stärksten Beitrag leistet der Vorort Heilbronn zur Erhaltung des Instituts nicht nur durir> eine materielle Hilfe, sondern auch insbesondere noch durch die bisherige Uebernahme der mühereichen Verwaltung und Leitung der Kasse, der Anweisung und der Correspondenz. In diese schwierigen Arbeiten theilen sich der Vorstand, der Secretär, der die Gaben Anweisende und der dieselben Auszahlende, welcher zugleich das Kassenamt zu besorgen hat. Zu bedauern ist nur, daß innerhalb der Ortsvereine nicht selten ein Mitglied aus unreligiöser Revanche seinen Beitrag moderirt, weil es sonst seinen Willen in ganz anderen Dingen nicht durchsetzen konnte oder seine Erach-Einschätzung zu hoch ausgefallen ist. Das muß dann der Arme büßen. Ebenso kommt es vor, daß ganze Gemeinden, die überhaupt nicht alle verhältnißmäßig beisteuern, ihre Contribution verkleinern oder ganz und gar der Bezirkskasse entziehen. Damit wird ein böses Erempel gegeben und der Straßen- und Hausbettel, der kaum gedämmt ist, wieder in die einzelnen Orte und Häuser gelenkt, statt auf die Vororte und Kasse beschränkt zu sein. Bedächten doch die Männer und Gemeinden in Israel, daß die Gaben, welche durch diese Armenkasse gereicht werden können, nach npis n'obn den zweiten Rang unter den 5 Stufen einuehmen, welche für die Almosen ausgestellt sind, nämlich '2O jni' ’jym pu ’c“? j/t npns pun inD3 sliv jnipp npns iv neip$ pon n?t> anpi tapo bei dieser Einrichtung kennt der Geber nicht den Empfänger und dieser nicht den Geber. Außerdem wird dieser bewahrt vor der Sünde, dem Armen ein niBjm d’JS zu zeigen und dadurch seiner Wohlthat jeden innern Werth zu entziehen. Die Zahl der Bettler hat sich vermindert, aber die Größe der Gaben hat zugenommen in der Weise, daß dadurch manchem verschämten Armen wirkliche Hilfe in der Noth gereicht und damit die höchste Stufe n nprnm nicht selten erfüllt werden konnte. Der Bericht über den hiesigen Orts - und den Bezirksverein wird in diesem Jahre im Laufe des Monats Juli in gedruckten Exemplaren äusgegeben und auch dem „Israelit", der dem Armenwesen nach jeder Richtung seine ersprießlichen Dienste leistet, ein solches zur Verbreitung zugesendet werden. Frankfurt a M Dem fünften Jahresbericht der israel. Waisenanstalt zu Frankfurt a. M. entnehmen wir: Die Hoffnung, die wir in unserem vorjährigen Bericht aussprachen, daß sich im Verlaufe des Jahres durch die der Anstalt zufließenden Unterstützungen die Möglichkeit ergeben werde, die Wohlthalen derselben noch manchen Waisenkindern, die dessen für dringend bedürftig erkannt waren, zugänglich zu machen, ist nicht ganz unerfüllt geblieben. Nach sorgfältiger Prüfung aller in Betracht kommenden Verhältnisse konnten wir Ende des Sommers zu einer Auswahl unter den angemeldeten Knaben schreiten, mußten jedoch, da sich bei einer größeren Anzahl derselben die gleiche Dringlichkeit ergab und doch nur vier Knaben die Aufnahme gewährt werden konnte, die Entscheidung darüber durch das Loos herbeiführen. Die aufgenommencn Pfleglinge, sämmtlich in der nächsten Umgegend hcimathberechtigt, stehen gegenwärtig in dem Alter von 8 bis 10 Jahren, so daß wir hoffen dürfen, während der längeren Dauer ihres Aufenthaltes in der Anstalt eine um so gleichmäßigere und stetigere Ausbildung für ihre zukünftige Bestimmung bei ihnen erzielen zu können. — Außerdem wurde einem zehnjährigen Waisenknaben, für den ein Interessent die Deckung der Erziehung^kosten unter Garantie übernommen hat, die Aufnahme in das Institut bewilligt. — Der Eintritt dieser Zöglinge erfolgte im Herbst, zu Beginn des neuen Semesters; ein hiesiges Waisenkind, das eben das sechste Lebensjahr zu- 4h