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Der Israelit · 1879-06-11 · Heft 24 (11.6.1879) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 24 (11.6.1879)
Date
1879-06-11
Page
– (sequence 4)
Language
German
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608 Folge dessen ihren Beruf aufgeben müssen, zu vertheilen. Ledige Männer sollen in erster Linie betheilt werden. Die Zinsen des zweiten Fonds sollen Kindern armer Menschen, ohne Unterschied, ob solche ehelich oder unehelich sind, und welche sich den technischen Studien widmen, vom Beginne bis zur Vollendung der Studien gegeben werden." Diese unklare Verfügung wird durch folgenden Nachtrag ergänzt: „Die Beträge, wie viel an einen der Kranken und Studirenden anszufolgen ist, überlasse ich der jeweiligen israelitischen Cultusgemeinde in Wien, die ich zu Curatoren ernenne." Es ist wahrscheinlich, daß dieses Testament mannigfachen Anfechtungen ausgesetzt werden wird. J Aus Böhmen Bekanntlich haben einige böhm. Rabbiner wiederholt bei dem Reichsrathe eine Petition eingebracht, um Gewährung einer Staatssubvention für die ungenügend besoldeten Rabbiner in den Mittelgemeinden, die in arger Noth leben. Als im Jahre 1874 zum 1. Male diese Petition eingebracht wurde, hat das Abgeordnetenhaus dieselbe zur eingehenden Würdigung an die Regierung abgetreten. Der Cultusminifter hat demzufolge die jüdische Landesrepräsentanz für Böhmen aufgefordert, sich über die Nvthwendigkeit der Subvention zu äußern und einen motovirten Antrag hierüber zu stellen, welcher Aufforderung die Landesrepräsentanz bejahend entsprochen hat. Die sehnsuchtsvoll erwartete Subvention blieb jedoch aus. Denselben Erfolg hatten auch die darauffolgende zweite und dritte Petition! Als im Jahre 78 zum viertenmal die Petition erneuert wurde, und das h. Haus dieselbe wieder zur eingehenden Würdigung an die Regierung abgetreten hatte, hat der h. Cultus-Minister der k. Statthalterei diese Petition zur Amtshandlung vorgelegt. Die Petenten erhielten hierauf im April l. I. von der böhm. Landesrepräsentanz folgenden hohen Statt- Halterei-Erlaß: An den Obmann der jüdischen Landesrepräsentanz für Böhmen! Die k. k. Statthalterei ist nicht in der Lage über die im Anschluß mitfolgende, mit dem Erlasse Sr. Excellenz des h. k. k. Ministers für Cultus und Unterricht v. 28. Oct. 1878 Z. 12851 zur Amtshandlung herabgelangt an das h. Abgeordnetenhaus d. h. Reichsrathes gerichtete Petition der Rabbiner Böhmens, um Amts'Subventionirung zur Abhilfe ihrer Nothlage etwas zu verfügen. Euer Wohlgeboren wollen hieraus die Petenten bescheiden, und auch die Repräsentanz der Prager isr. Cultusgemeinde in Kenntniß setzen. Der Statthalter. Wie nun aus dem Reichsrathsderichte zu ersehen war, ist von dem Rabbinate zu Tachau schon Anfangs März l. I. diese Petition zum sünftenmale eingebracht worden. Diesmal hat das h. Haus am 6. Mai in der 472. Sitzung, diese Petition zur eingehenden Würdigung und Berücksichtigung an die h. Regierung abgetreten. Es wäre nun sehr erwünscht, daß die Wiener jüd. Alliance sich der Sache annehmen möchte, um sie endlich zur günstigen Austragung zu bringen. Die Lage der Mittelgemeinden hat sich seitdem noch bedeutend verschlimmert, somit auch und umsomehr die materielle Lage der betreffenden Rabbiner. Pesth, 26. Mai. Die in Nr. 21 des „Israelit" erschienene Necension über Dr. S. Hodowski's: „Kritik des Midrasch Schir-Haschirim nach der Müncher Handschrift Nr. 50 Oriental" — verdient unstreitig den allgemeinsten Beifall. Eine Text-Kritik hat nämlich nur unter einer Bedingung Anspruch auf Berichtigung: wenn sie auf dem Boden unanfechtbarer Wahrheit basirt. Daß dies mit der in Rede stehenden Midrasch - Kritik nicht der Fall, ist in der erwähnten Recension auf's trefflichste nachgewiesen worden. Im Interesse der Wahrheit sei es uns jedoch gestattet, bezüglich eines Punktes dieser Recension eine schlichte Bemerkung zu riskiren. In der Midrasch-Stelle: onm enn wa anno n njr no berichtigt Herr Ch. das Wort pj nach der Handschrift in pi Die Recension bezeichnet diese Lesart mit Recht als eine sinnlose, die nur dadurch entstand, weil der Text-Kritiker irrthümlich HJi I T gelesen anstatt des richtigen pp, welches Tenne, Frucht und dann tropische auch Junge bedeutet. Obgleich im Commentar njina nuno derselbe Gedanke zum Ausdrucke gelangt, will es uns dennoch schlinen, daß dieser Punkt der Recension nur bezüglich seines negativen, nicht aber auch hinsichtsichtlich seines positiven Theiles zutreffend sei. Ist es doch gar zu sehr gewagt, das Wort pp, weil es Tenne, Frucht bedeutet, wenn gleich nur tropisch, auch für Junge der Thiere zu gebrauchen! Das einzige Richtige dürfte folgendes sein: oder ii’j bedeutet das Junge des Löwen (1. M. 49, 9. Jerem. 51, 38), aber auch das Junge anderer Thiere: pnu ip’n nw pn dj (Klaget. 43). Diesem gemäß ist das fragliche Wort im

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