Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 20 (1879)
- Issue
- Heft 23 (4.6.1879)
- Date
- 1879-06-04
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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591 Wohlsein verhinderten Bruder, den bei der Religionsgesellschaft angestellten Cantor, vertritt. So ist denn das sehnsuchtsvoll erwartete Ziel erreicht. Möge der allgütige Gott auch ferner Gelingen geben! — Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen. Deutschland. Frarikfnrt a. M. Der Correspondenz- Artikel in Nr. 21 d. B!., datirt „Aus Unterfran« ken," in Betreff der an einem Nichtjuden hier vollzogenen Beschneidung, „weil er eine jüdische Ehe nttfD rro mit einer israel. Dame schließen wollte," bedarf einer wesentlichen Berichtigung. Der Betreffende ist der Sohn einer Jüdin, die eine Mischehe eingegangen, ist also jüdisch-gesetzlich immer Jude gewesen.' Es soll derselbe sogar Enkel eines Rabbiners sein. Der Akt konnte also ohne Bedenken und ohne Rücksicht auf sein Motiv vollzogen werden. Eine fernere Berichtigung möge hier in Betreff einer der von Ihrem 8.-Correspondenten gegebenen Erklärungen Platz finden. nosa xanxi nh-cpo nid ."im xe:x pp “iDN '2'Q 'na ix »j*d '-la xait: X'.-! Die Übersetzung: „Man fragte Moses, wie viel Stauden für den Bund genügten, ob 4 oder 5, und er antwortete ihnen, daß auch eine genüge," ist entschieden unrichtig, da ja ein Bund jedenfalls aus mehr als einer Staude bestehen muß. Tract. Succo fol. 19 herrscht eine Meinungsverschiedenheit zwischen D’Dan und »di* '~i, ob dieses aus zwei oder drei Stauden bestehen müsse. Es ist vielmehr mit dem D-pP" zu lesen 'in "na und wie die Parallel - Stelle nm xnp’i Cap. 30 lautet: xvi noaa xd’d. Wie viel ist der Werth desselben, wie dieser zum Zusammenhang paßt: n»D DnP> nnx -p ctPxju cnx bp nana Px:inP O’E'pao Dnx dx btnw'b Piai Dnrippi. Darauf: Sie fragten Mosche: Wieviel ist der Werth eines solchen Bündels, etwa 3 oder 4 Mone (Targ. Jer. zu ma — 7*0 Schekel) und er antwortete: sogar ein Mone genügt. M. I. Cohn. Bonn. Herr Stadtrath Albert Cahn (Chef der Firma Jonas Cahn) hat für das Project eines zu errichtenden Männer-Asyls seitens der Stadt Bonn als Stiftung zur goldenen Hochzeitsfeier unseres allverehrten Kaiserpaares, ein 12 Morgen großes Grundstück zur Verfügung gestellt. Das Object hat einen Werth von mindestens 50,000 M. (Jsr. Wchschr.) $ nt i! I e t o n« Iakobine. Ein Lebensbild. Von Iriedrich Mott. XXXII. Händeringend rannte sie in ihrer dunkeln Zelle auf und nieder. „Mutter! Mutter!" Doch plötzlich hielt sie inne — und wenn die Mutter nun ihren Verzweiflungsschrei vernehmen würde. — Wankenden Schrittes trat sie abermals zum Fenster. Das Bild drüben hatte sich einigermaßen geändert — die vorhin so muthwilligen Kinder saßen nun ruhig am Tische, ein Jedes hatte ein geöffnetes Buch vor sich und blickte andachtsvoll hinein. Der Mann aber hatte einen Becher in der Hand, schaukelte den Oberkörper unablässig vor- und rückwärts, während die blaffe Frau das Haupt gesenkt hielt. — Jakobine sah nicht, daß sie die Lippen bewegte, aber sie wußte es, sie betete — o, wie oft hatte sie ihre Mutter so beten sehen. — Ihre Mutter — war sie es? — war sie es nicht? — Was kümmerte es sie — Ihre Mutter verrichtete das Tischgebet nach dem Sabbatmahl — während sie — an ihrem Busen barg sie das Symbol des christlichen Glaubens! — „Mutter! Mutter!" stammelte sie, „Mutter!" Die bleiche Frau hob in diesem Moment das Antlitz, der Schein der Lampe fiel hell darauf — jetzt sah sie, es war nicht ihre Mutter — und wie erleichtert athmete sie auf — aber mit nie geahnter Macht erwachte die Sehnsucht nach ihrer Mutter in ihrem Herzen — „Mutter! Mutter! — Wieder schaute sie hinüber. Vor der bleichen Frau stand ein kleines kaum elfjähriges Mädchen, es deutete mit lächelnder Miene auf die blinkenden Leuchter — es war wohl das Werk der Kleinen, daß das Messing wie Gold heute strahlte — und die Mutter zog sie an sich und streichelte ihr die rosigen Wangen. Ein halbunterdrücktes Wimmern entrang sich der Brust der Unglücklichen — so hatte auch ihre Mutter sie einst belohnt, wenn sie zum Empfang des Sabbats den ärmlichen Tisch geschmückt. — „Mutter! Mutter!