Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 20 (1879)
- Issue
- Heft 23 (4.6.1879)
- Date
- 1879-06-04
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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XX. Jahrgang. Erste Leilage zu Ar. 23 -es Israelit. Die Einweihung der neuerbauten Synagoge der isr. Keligions-Kesellschast zu Mainz. (Schluß.) D’j-nx “iDUtf pny 'N n:)v. onj?ty inns Doch täuschen wir uns nicht! Sind wir. bist Du, meine geliebte Gemeinde, sind wir wirklich ein pnä ’U , ein gerechtes Volk, u\rc8 idi» , das da die T'eue bewahrt? O. dazu fehlt noch viel! Auch wir sind sündige Menschen, voller Fehler und Gebrechen, die nur in Gottes Langmuth und Nachsicht Trost und Rettung erblicken. Aber das Streben haben wir, Gott in Wahrheit zu dienen, und dieses Streben ist die Himmelsleiter für Israels Zukunft. u1? iy Ty , min’ p83 mn -Pttm nrp 8inn ni’3 -iQiL' pny ’U nis’i Dmyjy mns ,^m mein mit” nyism •D'O'lEK ' „An jenem Tage wird gesungen werden dieses Lied im Lande Jehudah: Uns ist eine feste Stadt, Gottes Hilfe wird gründen die Mauern und die Vormauer." (Fes. Cap. 26, V. 1.) Dann wird das Heil erblühen allen Nationen, und verschwinden werden von der Erde der völkermordende Krieg, Krankheit, Noth und Elend und alle Menschen werden sein eine Familie, ein Volk, und eine Stimme wird ertönen vom Himmel, die ganze Welt durchbrausend: □’jidk netff pns ’U 813'! Dnytp inns> Oeffnet die Pforten, auf daß einziehe in jene Stadt, deren Mauern und Vormauern das göttliche Heil sind, ein gerechtes Volk, indem die ganze Menschheit Gott und sich die Treue bewahrt. 4n DfrU 3pp'3 M'O '3L'dl ^813 P'Ld 831 Und uns wird wieder erbaut werden jenes große Gotteshaus, von wo aus das Licht der Erkenntniß leuchten wird der einzigen, einigen, großen Völkerfamilie. Und Du, Allbarmherziger, wie sollen wir Dir danken für alle Deine Gnade und Liebe. Du hast gesegnet diesen Bau von Anbeginn an, hast behütet Alle, so daran gearbeitet, daß Keiner auch nur die geringste Verletzung davon getragen. Und nun stehen wir in dem vollendeten Hause in heißer Andacht vor Dir, uns Deinen Vater-Segen zu erflehen. Segne, Allgütiger, den hohen Hort des Vaterlandes, unsren erhabenen Kaiser und Sein Haus, segne unsren geliebten Landesfürsten und das hohe Großherzogliche Haus, segne unser engeres und weiteres Vaterland, und diese unsre geliebte Vaterstadt, die auch in der Geschichte Jsraes eine hervorragende Stelle einnimmt, segne die geehrten Gäste, die unsre Feier durch ihre Anwesenheit verherrlicht haben, und den genialen Baumeister, der diesen herrlichen Bau in seinem Geiste hat vorher erstehen lassen, ehe die fleißigen Hände ihn haben schaffen können, segne Alle, die so opferfreudig dazu beigetragen, und die Vorsteher, deren sorgenvolles Mühen so reiche Früchte gebracht, segne o Gott, diese ganze andächtige Versammlung, und auch derer gedenke, die nicht mehr unter uns weilen , deren Leben und Streben wir die Existenz unsrer Religionsgesellschaft verdanken! Gib, o Gott, daß dieses heilige Haus stets sei und bleibe ein Haus der Sammlung, der Andacht, der Belehrung, und daß immerdar rn dasselbe eivziehe eine Gemeinde, beseelt von edler, gottgefälliger Menschenliebe und ausharrend in der Treue zum Väterglauben, in der Treue zu Dir! Also sei es Dein heiliger Wille, Amen! Nach der Festpredigt wurde ein im Programme abgedrucktes hebräisches Gebet von jedem Einzelnen der Anwesenden gebetet, dessen deutsche Uebersetzung wir hier folgen lassen: „Unser Vater im Himmel, schau herab von Deinem heiligen Throne und vernimm die Stimme unsres Flehens. Siehe, wir haben heute am Tage unsrer Freude vor Dir gebetet und haben vernebmen lassen unsre Stimme, wir und unsre zarten Kinder, die nicht gesündigt haben, und nun wende Du Dich zu unsrem Gebet, das wir im Herzen sprechen, wie Du dereinst gnädiglich vernommen hast das Gebet der C h a n a und hast ihr verliehen, was sie verlangte; denn Tn, o Gott, schauest und prüfest die Herzen und bist gnädig denen, die geraden Herzens sind. Herr, Gott Israels, Niemand ist wie Tu im Himmel droben und auf der Erde tief unten, Tn bewahrst den Bund und die Liebe Deinen Kindern, die vor Dir wandeln mit ganzem Herzen. Wir, unser Gott, danken Dir nunmehr und preisen den Namen Deiner Herrlichkeit. Wer sind wir, daß wir Kraft gewonnen hätten, Dir solch ein Haus zu bauen? Von Deiner Hand kommt Alles