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Der Israelit · 1879-06-04 · Heft 23 (4.6.1879) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 23 (4.6.1879)
Date
1879-06-04
Page
– (sequence 6)
Language
German
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586 Stunden noch, und wir begehen das Fest der Offenbarung am Sinai. Was uns damals geworden, das Gesetz unsres Gottes und Seine heilige Lehre, das ist ein Schatz von unermeßlichem Werthe. -pH'? -pro D-icctf Np' 78, „mögen Sie niemals Deinen Augen entrückt werden, bewahre sie im Innersten Deines Herzens. (Spr. Sal. Cap. 4, B. 21.) (Siehe den Schluß in der ersten Beilage.) Zeitungsnachrichten Ekorrespondenzen. Deutschland. Aus dem Großherzogthum Hessen. Bei der Entlassung der Präparanden aus den Anstalten zu Lich und Wöllstein wurde den israel. Präparanden durch die Direktoren der Anstalten im Aufträge des Ministeriums folgender Zusatz unter dem Aufnahmeschein beigefügt: „Schließlich wird noch bemerkt, daß die israel. Seminaristen weder auf Religionsunterricht im Seminar, noch auf Verwendung im öffentlchen Schuldienst nach ihrer Entlassung mit Sicherheit rechnen können." Wie wir nun vernehmen, will der Verein zur Unterstützung der isr. Seminaristen im Gwßherzogthum für den Religionsunterricht insoweit vorerst Sorge tragen, bis sich die Regierung dessen annehmen wird. Bei Anstellung der herangebildeten israel. Lehrer werden dann wohl die gesetzlichen Bestimmungen, daß alle Confessionen gleiche Rechte genießen sollen, maßgebend sein. Cöln, 23. Juni. Die hiesige Synagogengemeinde hat dem verstorbenen Freiherrn Abraham von Oppenheim aus gebührender Dankbarkeit in der Synagoge, die derselbe bekanntlich aus eigenen Mitteln erbaut, eine prächtige Votivtafel auf. stellen lassen. Das schöne Denkmal hat seinen Platz in einer vorspringenden Nische der Nordostecke erhalten und verewigt in goldenen Buchstaben auf weißem Marmor die Verdienste des Heimgegangenen in folgender Weise: „Zum ehrenden Andenken an den Königlichen Geheimen Commerzien- Rath Freiherrn Abraham von Oppenheim, Ritter hoher Orden, geboren am 22. Mai 180* in Bonn, gestorben den 9. October 1878 in Cöln, dem hochherzigen Erbauer dieser am 23. August 1861 eingeweihten Synagoge hat diese Tafel errichtet die Synagogengemeinde Cöln." (Die chr. Jahreszahl in der Synagoge! Das hätte doch vermieden werden sollen! — Red.) Geisa, 21. Mai. Das Schicksal unsrer schwer heimgesuchten Schwestergemeinde Tann, das so rasch erschütterte Gemeindeleben derselben, beschäftigt noch immer die Gemüther. Zwar regen sich schon mildthätige Herzen, das Loos der bedauernswerthen Gemeinde erträglicher zu machen, allein es werden wohl Jahre dahin schwinden, bis die Nachwehen der erlebten Katastrophe verschwinden werden. Was die isr. Gemeinde am schwersten berührt, ist der Verlust ihres Gotteshauses, die Zufluchtsstätte des frommen Israeliten bei allen Wechselfällen des Lebens. Bei der großen Wohnungsnoth im Orte ist nicht einmal ein entsprechender Raum zu finden, dem religiösen Drange nach gottesdienstlicher Vereinigung, der gerade in solchen verhängnißvollen Momenten noch mehr hervortritt, Genüge zu leisten, ipiO pw r8 ist der Klageruf, der uns dort überall entgegentönt! Es mag daher auf's Neue den religiösen Sinn der Israeliten zu Tann documentiren, daß sie mit Hintansetzung aller anderen Interessen es für ihre dringendste Aufgabe erachten, für die Wiedererstehung ihrer rituellen Anstalten zu wirken. Es werden bereits Sendschreiben an die isr. Gemeinden der Nachbarstaaten zur Förderung dieses Unternehmens vorbereitet und stehen wir nicht an, solche heute schon angelegentlichst der Berücksichtigung zu empfehlen. Die wackern Tanner Glaubensgenossen haben auch bei ähnlichen traurigen Vorkommnissen mit vollen Händen ihre Theilnahme bethätigt und haben daher alle Berechtigung, in der Zeit eigner Bedrängniß an die Mildthätigkeit jüdischer Menschenfreunde zu appelliren. H. Blank, israelitischer Lehrer. Feuilleton. Aabbi §ofel'mam von Uosheim. Eine historische Erzählung. XL-VI. „Ihr nennt Euch Joselin von Rosheim?" fragte der Kaiser den sich tief Verneigenden. „„Das ist der Name des unterthänigen Knechtes Eurer Majestät."" * „Ist Rosheim eiu Schloß oder eine Stadt?" „„Es ist ein Städtchen in der Nähe von Straßdurg."" „Und Ihr seid der Gebieter dieser Stadt?" „„Ich bin ein Jude, Majestät, und bin in Rosheim geboren."" „Ein Jude? Unglücklicher, wißt Ihr, daß Ihr

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