Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 20 (1879)
- Issue
- Heft 23 (4.6.1879)
- Date
- 1879-06-04
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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585 ihm, daß er befehlen wird seinen Söhnen und : seinem Hause nach ihm, daß sie beobachten den Weg des Ewigen, damit der Ewige bringe über Abraham, was Er über ihn verheißen." (1. B. M. Cap. 18. V. 18 u. 19.) Durch die heiligen Grundsätze der Gerechtigkeit, der allgemeinen Menschenliebe, die Abraham und seine Nachkommen der Welt verkündet haben, sind gesegnet worden alle Völker der Erde. Während den Nationen des Alterthums der Fremde ein Feind, ein Barbar war, verkündete schon in grauer Vorzeit Israel die allumfassende Menschenliebe; und so lehren die Weisen im Talmud Jeruschalmi: mina ^na Pto int noix x:rpy 1^3 gyiP nirxi mx dhPx xna Dva mx nnpm idd ni noix ’xiy p .njD bna bbi ni /nix ntpy dhpx mma „Du sollst lieben Deinen Nächsten, wie Dich selbst; Rabbi Akiba sagte: Dies ist der größte Grundsatz der Gotteslehre. Rabbi Simon den Asai sagte: es gibt einen noch mehr umfassenden Grundsatz: „Dies ist das Buch der Geschlechtsfolge des Menschen, am Tage, da Gott den Menschen erschuf, im Ebenbilde Gottes erschuf er ihn." (Nedarim Cap. 9, Halachah 4.) mx nr6m ^sd m, Alle Menschen stammen von einem Elternpaare; alle Menschen, alle sind im Ebenbilde Gottes erschaffen; deßhalb sollen wir nicht nur den Freund, den Stammesgenossen, den Glaubensgenossen lieben — nein,'jeder Mensch ist mein Bruder, in jedem Menschen soll ich das Ebenbild meines Gottes achten und werthschätzen, das ist der größte, der umfassendste Grundsatz des Judenthums. D'aiox -iDitff p’is 'ia xd’i Dnytff inns. Es ist demnach der eine Weg, der zum Heile führt, die npns, die Gerechtigkeit, die allumfassende Menschenliebe. aber es muß die nainx, der Glaube an Gott, die Treue für den Väterglauben, eng damit verbunden sein, und die Erhaltung dieses Glaubens, dieser Treue ist in unseren Tagen der Gegenstand der heißesten Kämpfe geworden. Es ist nicht nur noch ein Kampf um Einzelnes, mehr oder weniger Wesentliches — es ist ein Kampf um die höchsten Güter der Menschheit. Man will der Menschheit ihren Gott rauben und das Vorhandensein der von Gott eingehauchten Seele bestreiten; es soll nichts übrig bleiben als Kraft und Stoff und blinde Naturnothwendigkeit. Mb '-uff Pys’ noi udd td PxP oncixri. „Die da sprechen zu Gott: Weiche von uns; die da vermeinen, der Allmächtige könne ihnen nichts anhaben." (Jjob Cap. 22, V. 17.) Um die alte Treue für Gott und Sein heilig Gesetz zu bewahren, um im Kampfe gegen die zersetzenden Ideen der Neuzeit das Judenthum unverkürzt zu erhalten, hat sich vor einem Viertel- Jahrhundert die israel. Religionsgesellschaft gebildet. ES waren nur wenige Männer, die sich damals eng aneinander schlossen unter den größten, kaum zu überwindenden Schwierigkeiten. Aber es bewährte sich Gottes Segen -jnnnxi -tyso -)n'tffx*i 'vn nxD naiff’, „Und ist auch nur klein Dein Anfang, so wirst Du groß werden gar sehr (Jjob Cap. 8, B. 7). Und unter Gottes erhabenem Beistand erging an uns der Ruf des Propheten: oipta ’U'mn *)nno ’Dnxn , oitffnn bx 'v' -pmasiffo myn'i -)Pnx 'p?n 'i’nnn’i, „Erweitere den Ort Deines Zeltes, und die Teppiche Deiner Wohnung mögen sich ausdehnen, halte nicht zurück; ziehe die Maßschnüre lang und die Grundpfeiler schlage fest ein." (Jes. Cap. 54, V. 2.) Wohl war die kleine Gemeinde gewachsen, wohl war das Gotteshaus zu eng geworden, und doch war die Erweiterung in ferner Aussicht, da die baulichen Verhältnisse keinen Umbau gestatteten , sondern einen Neubau erheischten. Aber Gott, dem wir die Treue bewahren, Er bewahrt sie auch uns; Er hat geholfen und unsre schwache Kraft gesegnet, so daß dieser herrliche Tempel erstanden, schöner und prächtiger, als wir selbst es zu hoffen gewagt. □’aiox -muff pns na xm nny» inns Oeffnet die Pforten, damit einziehe ein gerechtes Volk, das die Treue bewahrt. Das da die Treue bewahrt T Wo gibt es ein Volk auf Erden, das die Treue bewahrt hat gleich Israel? Wo gibt es ein Volk, das so viel gelitten um dieser Treue willen gleich Israel? Gestern, am 8. Siwan, das alte Memorial-Buch der Gemeinde verzeichnet den Tag, waren es 783 Jahre, daß die Straßen dieser Stadt sich rötheten vom unschuldigen Blute unsrer Väter! 'TiffDt ’ap nPyu ’niijni ^b nm n 'a’aai niy *~i irrnx „Gott, meine feste Burg und mein Schild, auf Ihn hat vertraut mein Herz und mir ward geholfen; jetzt frohlocket mein Herz und mit meinem Liede will ich Ihm danken!" (Psalm 28, V. 6). Jubeln wir auf im heißen Danke, daß unsre Treue nicht mehr auf so harte Probe gestellt wird, danken wir Gott, daß Er unsre Tage gesegnet, daß wir leben inmitten hochgebildeter Völker, unter dem Schutze guter und weiser Gesetze, unter dem Schirme edler, mächtiger Fürsten, als treue Söhne des heißgeliebten Vaterlandes, in dessen Wohl und Gedeihen wir auch unser Glück und Heil erblicken sollen. Und in diesen Tagen der Freiheit und Sicherheit ist die Mahnung doppelt nothwendig, daß wir die Treue bewahren dem alten Glauben, der Jahrtausende lang unser höchstes Gut gewesen und es ewig bleiben wird. Nur wenige Tage, ja