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Der Israelit · 1879-06-04 · Heft 23 (4.6.1879) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 23 (4.6.1879)
Date
1879-06-04
Page
– (sequence 4)
Language
German
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584 Herzen wurzelnde und aus ihm emporsteigende Gottesdienst, und der a^a» moy , dem Gottesdienste des Herzens, ist dieses Haus bestimmt. Hier fühlen wir uns nahe unserm Vater im Himmel, hier erflehen wir Seinen mächtigen Beistand, hier danken wir Ihm für all das Gute, das Er uns in so reichem Maaße zu Theil werden läßt. In dieses Haus möge eintreten der Schuldbeladene, seine Vergehen bereuen, und Gott wird die Last hinweg nehmen von seinem Herzen und ihm Gnade und Verzeihung zu Theil werden lassen; in dieses Haus möge treten der Verzweifelnde, zu Ihm sich wenden, dem Helfer und Reiter — so wird er neue Kraft gewinnen, den Stürmen des Lebens zu begegnen; und der Reichgesegnete, er möge an diesem heiligen Orte innewerden der Größe und Allmacht unseres Gottes und Demuth und Bescheidenheit lernen; hierher möge man führen die zarten Kinder und sie gewöhnen, Gott zu fürchten und zu lieben. Aber noch eine dritte Bestimmung hat das jüdische Gotteshaus: es soll sein ein temön ma, ein Lehrhaus, eine Schule, und das ist des Hauses eigentliche Weihe, nach dem Ausspruche unsrer Weisen im Midrasch: nytca itamya n*?yna n"a"p"n Mtmx , ]D’D ’an nax ■pyoitri nnemo \naai ni’Daa ’naa D’bdxj i\sntmt£' *nni nn im« ptmapa nytcr nmxa ,oan 'bd man .pn nnn oy ana ncxa *pp Rabbi Simon sagte: Wann wird der Heilige, gelobt sei Er, gefeiert in Seiner Welt? Wann Israel sich in den Synagogen, in den Schulen versammelt, um Belehrung zu vernehmen aus dem Munde s einer Weisen. Dann erscheint Gott in Seiner Majestät und Herrlichkeit, wie es heißt: „In der Menge des Volkes ist die Majestät des Königs." (Pröoerbia Cap. 11.) Eine Schule soll unser Gotteshaus sein, eine Schule im edelsten Sinne des Wortes. Hier sollen wir die Grundsätze unsrer heiligen Religion kennen lernen und die Inbegriffe ihrer Lehre; an dieser heiligen Stätte soll der Lehrende die Herzen seiner Hörer gewinnen für ein reines, gotterfülltes Leben, hier soll unser heiliges Gotteswort erklärt und dem menschlichen Verständnisse nahe gebracht werden, unsre heilige Thora, von der es heißt: nnns rps mwb by nbn mim noana, „ihren Mund öffnet sie mit Weisheit und eine Lehre der Liebe ist auf ihrer Zunge." rwxia "ibd n*i 'vi' 'n ncx. Rabbi Jose sagte, das bezieht sich auf das erste der fünf Bücher Mosis. naana nnns .~pd, den Mund öffnet sie mit Weisheit — das ist die Geschichte der Schöpfung durch den allmächtigen Gott, — die höchste Weisheit, wie sie noch kein philosophisches Lehrsystem errungen hat, nanp by *iDn mim, und eine Lehre der Liebe auf ihrer Zunge, indem sie uns lehrt, wie wir, gleich Abraham, Jizchak, Jakob die Menschheit lieben und, gleich jenen Vätern unsres Volkes, Tugend und Sittlichkeit zum Inhalte unsres Lebens machen sollen. Und so heißt es von Abraham: Dvn dito Pmxn nns aarr xmi. „Und er saß am Eingang seines Zeltes wie die Wärme des Tages." (1. B. M. Cap. 18, B. 1.) Wie die Wärme des Tages, wie die Sonne scheint über Reiche und Arme, über Vornehme und Geringe, über Gute und Böse, über Fromme und Unfromme, über Fremde und Einheimische, so saß Abraham am Eingänge seines Zeltes, die müden hungrigen Wanderer erwartend, um sie zu erquicken, zu beherbergen, ihnen Gutes im reichsten Maaße zu erweisen. nmb by idh mini, so lehrt uns Gottes Wort Liebe üben! H. craiox '1Ö1B7 pns va xa'1 Dnyp ums, „Oeffnet die Pforten, daß einziehe ein gerechtes Volk, das die Treue bewahrt " Wir haben nunmehr darzulegen versucht den Zweck, die Bestimmung, die Weihe des Hauses, dessen Pforten sich uns geöffnet haben. Suchen wir auch zu erkennen, wie die Gemeinde sein soll, die in ein solches Haus einzuziehen würdig ist. Es heißt in den Pirke de Rabbi Elieser: men nx aiun nxi D”nn nx Drn tot1? mpj pixp mb ’nnj vmn nnan nn n"a"p"n max ,jnn nxi bw nm nam bw ,nyn bw nnxi nana bw nn« ,Pxnll"b D'an ’Jip na naM b& ,nio bv nm nyn bw ,D”n ,:nan '»px Dja'p cnx xia’izo .DH’j’a ysnaa p"t ^bx) .□’Jiex nan? pns nj xia’i any^ inns „Zwei Wege gibt es, deren Vereinigung zum ewigen Heile führt, und wenn der Mensch auf diesen beiden Wegen wandelt, so ruft der Prophet Elijahu vor ihm aus: Oeffnet die Pforten, damit einziehe ein gerechtes Volk, das die Treue bewahrt." npny und hjibx, Gerechtigkeit und Liebe für die Menschen einerseits, und Treue für Gott und den Väterglauben andrerseits — das sind die zwei Wege, deren Vereinigung zum ewigen Heile führt. Wie die Gerechtigkeit einer der Grundpfeiler des göttlichen Thrones ist, 'iNDa paa asttfai pny, so ist sie auch die Grundlage des gesummten Judenthums. Das ist schon im Anbeginn ausgesprochen in Bezug auf Abraham und seine Nachkommen. "la Pa ia lanaai oiyyi pna naP '\*v im omaxi mnx ima rxi vaa nx ms» “wx jyaP i'npi' o px by 'i X'an;yap as^ai npna mwyb pn nnten .i'by nan -wx nx omax „Und Abraham wird werden zu einem großen, mächtigen Volke und durch ihn werden gesegnet werden alle Völker der Erde; denn ich weiß von

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