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Der Israelit · 1879-05-27 · Heft 22 (27.5.1879) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 22 (27.5.1879)
Date
1879-05-27
Page
– (sequence 10)
Language
German
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566 bet werben. Sollte je in Hanau die Gründung s eines Versorgungshauses für altersschwache ober I kränkliche hülfSbedürftige Israeliten der Stadt, und des Umkreises von Hanau zu Stande kommen,! so kann zu dieser Gründung die Hälfte des Vermögens der Stiftung verwendet werden, worauf alsdann nur noch Unterstützungen für den Schulbesuch aus den Zinsen des Restes zur Verwendung kommen sollen. Bei Schenkungen zu dieser Stiftung sollen Beträge unter 500 M. für die Jahresausgaben, solche über 500 M. aber für Vergrößerung des Capitals verwendet werden. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Wien. Aus der vor Kurzem veröffentlichten j österreichisch-türkischen Convention heben wir Ar- > tikel 2, vor: Art. 2. Die Freiheit und äußerliche Ausübung aller existirenden Glaubensbekenntnisse ist j allen Personen gewährt, welche in Bosnien und! der Herzegowina wohnen oder sich dort zeitweilig aufhalten. Namentlich ist den Muselmanen volle , Freiheit in ihrem Verkehre mit ihren geistlichen! Chefs gesichert. Die Truppencommandanien Sr. ■ Maj. des Kaisers und Königs und die Verwal i tungsbehörden werden mit der größten Sorge un-! ausgesctzt wachen, daß gegen die Ehre, die Sitten, Religionsfreiheit, die persönliche Sicherheit und j das Eigenthum der Muselmanen nichts unter-! nommen werde. Jeder Angriff gegen die Muselmanen, ihre Güter und ihre Religion wird strenge bestraft werden. Der Name Sr Majestät des Sultans wird auch fortan in den öffentlichen Gebeten der Muselmane ausgesprochen werden, wie in der Vergangenheit. Wo es Gebrauch ist, die! ottomanische Fahne auf den Minarets aufzuhissen, > wird dieser Gebrauch respectirt werden. England. London. Mr. Rassam, der die von dem so früh verstorbenen Mr. George Smith begonnenen j Ausgrabungen in Babylon fortsetzt, hat dort ein achteckiges Prisma entdeckt, auf dessen Seiten eine Geschichte des Feldzuges eingegraben ist, den Sen-! nacherib gegen den König Hezekiah unternommen! hatte. Der wichtige Fund wird dem britischen! Museum zugesendet werden. ' Rußland. Petersburg. Die Anordnung der rumäni-! scheu Regierung, aus Rußland kommende Juden,! welche keine Existenzmittel besitzm, nicht über die j rumänische Grenze zu lassen, hat zur Folge gehabt, daß die russische Regierung auf den Antrag des Ministeriums des Aeußern eine gleiche Maßregel in Bezug auf rumänische Juden, die nach Rußland kommen, beschlossen hat. Die bezügliche Resolution des Minister-Komites hat am 4. April die Kaiserliche Bestätigung erhalten. China. Seitdem Peking, die Hauptstadt Chinas, existirt — die Stadt soll schon über viertausend Jahre alt sein — hat es dort keinen Juden gegeben. Erst im vergangenen Januar haben sich zwei amerikanische Juden, die Gebrüder White, dort niedergelassen, um dort den Commissionshandel zu betreiben. Da die neuen Ansiedler unter dem Schutze des Sternenbanners stehen, so hatte die Regierung gegen deren Niederlassung in Peking nichts einzuwenden und wohnen die Juden dort sogar in der inneren Stadt Nai-Tzing. Uebrigens gibt es in den chinesischen Hafenstädten zumal in Shanghai schon längst Niederlassungen englischer und amerikanischer Juden und sind einige derselben sogar Lieferanten der chinesischen Local-Negierung. Die Chinesen selbst halten die Juden für eine Art mohomedanischer Sectirer und bezeichnen dieselben gewöhnlich mit dem Namen Polo-so (Perser), da die meisten Mohamedaner China's aus Persien stammen. Feuilleton. Zakobine. Ein L e b e n s b i l d. Von Friedrich Htott XXXI „Der Herr Graf wollte Ihnen nach dem Tode seiner Mutter ein anderes Zimmer anweisen lassen; Sie aber bestanden darauf, in demselben Zimmer zu bleiben." Jakobine blickte ihn erschrocken an. „Das ist wahr — aber —" „Warum widersetzten Sie sich der Anordnung des Grafen?" „Der Herr Graf hatte es nicht angeordnet, daß ich das Zimmer verlasse", erwiederte sie erbebend, denn sie begann zu fürchten, daß die scheinbaren Schuldbeweise gegen sie sich noch häuften.

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