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Der Israelit · 1879-05-27 · Heft 22 (27.5.1879) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 22 (27.5.1879)
Date
1879-05-27
Page
– (sequence 6)
Language
German
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5 62 kleinen Rosita Salomov im Namen aller Anwesenden unsere Anerkeonung auszusprechen. Der Vortrag des Psalm 125 in ähnlich trefflicher Weise wie oben bemerkt, trennte diese hübsche Declamation von der gleich ansprechenden „eines Schülers" und auch diesem — Hugo Lippmann — dürfen wir gewiß im allseitigen Einverständniß unsere Anerkennung aussprechen für seinen correcten, angenehmen Vortrag. Der Herr Oberrabbiner Br. Löb aus Altona hatte, theilnehmend wie stets wenn humane und Bildungszwecke zu fördern sind, es freundlich übernommen die Schlußworte in segnendem Sinne zu sprechen und entledigte sich der übernommenen Aufgabe in wahrhaft glänzender erhebender Beredsamkeit. Die Worte, die gesprochen wurden aus warmem Herzen, fanden gewiß Anklang nicht nur bei den speciellen Mitgliedern der feiernden Gemeinde, sondern auch bei den zahlreich anwesenden Gästen, denen es vergönnt war, der schönen Feier beizuwohnen, deren Schluß nach dem Programm der Vortrag des 150. Psalm bildete, nachdem der Herr Vorsänger Süskind noch außerhalb des Programms die Festgenossen mit dem schönen Solo-Vortrage des 8. Psalm erfreut und erbaut hatte. — Die Feier schloß um 121/, Uhr nach etwa 1V2 ständiger Dauer; möge in dem neuen Schulhause stets eine so bewährte Kraft walten, deren sich die Gemeinde jetzt erfreut, vor Allem aber der Geist der Milde gegen Andere, der strengen Pflichterfüllung und selbstlosen Aufopferung für sich selbst und der humanen Gesinnung gegen Jedermann herrschen, durch welche der würdige Prediger und Lehrer Herr Br. Hanover in dem ihm zugewiesenen Wirkungskreise ein Vorbild geworden ist. Der oben kurz geschilderten Feier schloß sich später in der Synagoge ein Dankgebet an, bei welchem der Herr Ober-Cantor Süskind wieder in freundlicher Bereitwilligkeit die Gesänge zur hohen Erbauung der Anwesenden übernahm. Am Nachmittage vereinigte eine frohe Festtafel einen Theil der Subscribenten, aus deren freiwilligen Beiträgen das Schulgebäude hervorgegangen, in den Räumen desselben. Herr Br. Hanover brachte das erste Wohl unserem erhabenen Kaiser; Herr Jos. Hirsch widmete dem Landrath, Herrn Kammerherrn ö. Levetzau, dem Repräsentanten der staatlichen Aufsichtsbehörden, sowie dem Herrn Bürgermeister Lesser und dem Herrn ^)berrabbiner Br. Lob als vom Staate ernannten Schulinspcctoren seinen Toast. Dann trank Herr Lippmann auf das Wohl des Herrn Jos. Hirsch als des Gründers und das seiner Assistenten bei der Förderung des Schulhausbaues; Herr Goldstein widmete einen Dank den Zeichnern der Beträge, aus welchen das Haus entstand, und Herr Salomon brachte den sämmtlichen Mitgliedern der Verwaltung ein Hoch. Als Mitglied des Gemeindevorstandes erhob sich hierauf Herr Seligmann, um die hohen Verdienste des Geistlichen und Lehrers Herrn Br. Hanover in ehrender Weise zu feiern und demselben als Ausdruck des Dankes Aller ein Hoch zu bringen. — Herr Brandt gedachte in anerkennenden Worten der freundlichen und uneigennützigen Weise, mit welcher Herr Zimmermeister König den Entwurf des Baues geliefert und dessen Beaufsichtigung übernommen, und Herr Rubens widmete in humoristischem Vortrage den Damen sein Glas. Unter den noch folgenden zahlreichen Reden, theils heiteren, theils ernsten Inhalts sind noch besonders hervorzuheben die, in poetischer Form, dem Herrn Ober-Cantor Süskind gewidmete Rede, ferner ein der Schuljugend geltendes Wohl, denen sich noch mehrere anschlossen, ehe die frohe Gesellschaft zu später Abenstunde sich entschloß, den gemüthlichen Freundeskreis zu lösen. Breslan. Der bereits in Ihrem geschätzten Blatte gemeldete Tod des bisherigen Seminar- Directors Br. Lazarus, hat dem hiesigen Rabbinerseminar einen größeren Verlust gebracht, als Uneingeweihte wohl glauben. Denn schwerer als der Tod, des, wenn auch noch so vorzüglichen einzelnen Mannes, wiegt die Thalsache: Das Curatorium sucht mit Lichtern nach einem Nachfolger und kann ihn nicht finden. Die jüdischwissenschaftlich gebildeten Rabbiner Deutschlands, die einen solchen Posten bekleiden könnten, besitzen nicht die zur Leitung jener Anstalt nothwendige Principienlosigkeit, und die Principienlosen haben nicht die nöthige jüdisch-wissenschaftliche Ausbildung. Diese Alternative ist so zwingend, daß man von der Berufung eines Directors bereits ganz Abstand genommen hat und sich auf Anstellung eines Lehrers für das Talmudfach beschränken will, resp. muß. Aber selbst das hat seine Schwierigkeiten, wie aus den Körben zu ersehen ist, die das Curatorium auf seiner Talmud-Lehrer-Suche bereits eingeheimst hat. — Herr Prof. Grätz hat sich in Berlin persönlich bemüht, den in weiten Kreisen bekannten, am Berliner Beth-Hamidrasch wirkenden Talmudisten Herrn Zomber für diese neu zu crejrende Stelle zu gewinnen. Derselbe hat aus „religiösen Gründen" die sehr gut dotirte Stelle ausgeschlagen, und hat durch diese charakterfeste Ueberzeugungstreue hinlänglich bekundet, daß er eben nicht der Mann ist, Rabbiner mit elastischem Gewesen auszubilden. — Auch mit Herrn Oberrabbiner Br. Jsacsvhn in Hamburg ist

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