Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 20 (1879)
- Issue
- Heft 21 (21.5.1879)
- Date
- 1879-05-21
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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XL Jahrgang. Erste Beilage;a Ar. 21 des Israelit. Zeitungsnachrichten nnd Correspondenzen. Deutschland. Regensburg. Am ynm 's nar feierte Herr Voit Schwarzhaupt hier in der Mitte seiner Angehörigen, in vollster Geistesstärke, das seltene Fest seines lOOsten Geburtstages, aus dessen Anlaß sein Sohn, Herr Ph. S ch w arz ha u p t, die hiesigen Wohlthätigkeitsstiftungen reichlich bedachte. Aus demselben Anlasse haben andere Verwandte auswärtige Stiftungen in reichlichem Maaße beschenkt. Aus dem Reg -Bez. Cassel Am 1. Mai c. waren es 25 Jahre, daß der iSr. Volksschullehrer Levi Neumark seine Stelle in Rothenkirchen. Kreis Hünfeld, angetreten hat. Da derselbe kein Freund von öffentlichen Ehrenbezeugungen ist und deshalb diesen Tag wie jeden andern vorübergehen lassen wollte, so war er um so mehr und freudiger überrascht, als ihm am erwähnten Tag vom isr. Vorsteheramte zu Fulda ein schöner Ruhesessel — begleitet von einem Glückwunsch- und Anerkennungsschreiben in Anbetracht der überaus erfolgreichen Leistungen in seiner Schule — verehrt wurde. — Reumark ist ein in jeder Hinsicht, sowohl in den jüdischen als auch in den profanen Disciplinen. practischer Lehrer und ein im Rabbinischen und in der jüdischen Literatur bewanderter Gelehrter. Möge es ihm gestattet sein, noch recht lange bei steter Gesundheit im Weinberge Gottes fortarbeiten zu können. Schönau, 18. Jjor. Gestalten Sie mir, Herr Redacteur, von dem Hinscheiden eines Mannes zu berichten, dessen Tod nicht nur seiner Familie, seiner Gemeinde, sondern dem ganzen Judenthum und speciell den Armen des he»l. Landes eine tiefe Wunde geschlagen, nämlich pnsn aan itysjyifio *;na “>"n umc nio uyi tdpi Q-nsen -)27jn ptun aan bn p'ni tdPd aitw ppi *i"3N y'y ea’py h nu2Bn weilt nicht mehr hienieden 't oyua nun} nasno Dipo^ nnPy mmon mctrj “sayn 'n ora n^yssa nPo:n bapy. Wir erhielten die erschütternde Nachricht per Telegraph Donnerstag Abend und eilten wir Freitag dahin, dem theuren Verewigten die letzte Ehre j zu erweisen. Es war eine '’iP, die wohl in Gollub j noch nie gesehen. Von Nah und Fern strömten Leute herbei, dem hochverehrten '3-> das letzte Geleite zu geben. Wer den Entschlafenen persönlich gekannt, wird wohl unfern Schmerz begreiflich finden, zumal es in unserem Westpreußen Leute solchen Schlages nicht mehr gibt, und mit Recht haben die herbeigeeilten Redner aus Preußen und Polen, deren sieben es waren, die Vorzüge des Heimgegangenen und die Lücke, die durch dessen Tod entstanden, klarzulegen gewußt. Wenn ich die vielen Talmud- und Midraschstellen, welche da ihre sinnige Erklärung fanden, mittheilen wollte, so müßte ich den Raum Ihres Blattes zuviel in Anspruch nehmen, ich beschränke mich daher, nur der Trauer, welche uns so hart betroffen, Ausdruck zu verleihen und überlasse es Demjenigen, der in der Nähe des -ny:n pns gelebt, von dessen rnpir» und rw’jy, von dessen Thun und Wirken ein Bild des Verklärten zu entwerfen. Posen. Dem eiuundvierzigsten Bericht über die Verwaltung und den Stand der israelitischen Waisen-Knaben-Anstalt zu Posen entnehmen wir: Wir können auch für das abgelaufene Jahr wieder mit Genugthuung constatiren, daß die Leistungsfähigkeit unserer Anstalt, in stetem und unverkennbarem Fortschreiten begriffen, wie dies aus der stets wachsenden Zahl der untergebrachten Zöglinge zu ersehen ist. Wir waren jederzeit bemüht, von der Befugniß, „daß die Zahl der aufzunehmenden auswärtigen Waisen in der Regel den vierten Theil der in der Anstalt zu verpflegenden Zöglinge nicht übersteigen darf", einen so ausgedehnten Gebrauch zu machen, als nur irgendwie thunlich, um eben einer größtmöglichen Zahl auswärtiger Knaben Unterkunft zu gewähren und die Wohlthat einer geordneten Erziehung angedeihen zu lassen. Trotzdem mußten sehr viele Gesuche aus der Provinz unberücksichtigt bleiben und wir werden nur dann in der erforderlichen Ausdehnung, wie ivir's wollen und wünschen, hier Wandel zu verschaffen vermögen, wenn die größeren, wohlhabenderen Gemeinden in der Provinz, wie wir schon oft gemahnt haben, mit ausgiebigen Beisteuern an der Förderung und Unterstützung unseres Instituts sich betheiligen werden, Die Anstalt hat im Laufe des vergangenen JahreS 23 Zöglinge beherbergt. Die Einnahmen betrugen 19375 M, die Ausgaben 11049 M.