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Der Israelit · 1879-05-07 · Heft 19 (7.5.1879) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 19 (7.5.1879)
Date
1879-05-07
Page
– (sequence 8)
Language
German
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484 wir hiermit auff die Besweruvgen, so die gemelt JudiSheit in Reich wider hanßen Pfefferkorn tregt, feine fürnemen und Handlungen halber wider die gantz JudiSheit demselben Pfefferkorn nit gestatten, weyter wider sy zu gebrauchen weder mit Wortten, geschrifften oder bücher wider sy zu trucken laßen noch dieselben nindert fayl zu haben, zu verkauffen noch in kein ander Weiß, denn unser Meinung ist das er von solchem seinem für nehmen und Handlungen wider die Judischait wie jetzt gemelt ist, gantzlichea abstelle, sich nun hinfür einicherley wider sy zu gebrauchen und zu wider handle» und gebieten darauff allen und yeglichen Churfürsten, Fürsten, geistlichen und weltlichen Prelaten, Grasten, freyenherrn, Rittern, Knechten, Haubtleuten, Landmarschalten, vitzthumen, Voglen, Pflegern, Verwesern. ambtleuten. Burggraffen, Landrichtern, Bürgermeistern, Richtern, Räthen, Burgern, gemeinden, und sunst allen unfern und des heiligen Reichs unterthanen und getreuen in das würdens Statt oder Wesens sie sein sammt und sunderlich ernstlich mit diesem brieff, und wollen das sy obbenwelten Judischait jm Reich bey obangezeigten unßern genaden, freyheiten, willen, Meinungen. versprach, Schütz und Schirm, auch sicherheit und glayt, und jrem altem Herkommen und sunderlich des Pfefferkorn halben wie obftat gäntzlick und beruhlich beleihen, sy derselben gebrauchen und genietzen laßen und dawider nit dringen, hindern, bekümmern, noch beschwären, noch des yemands andern zu thun gestatten, bey vermeytung unßer und deß Reichs swäre ungnad straff, und darzu eine peen, nämlich fünfftzig mark Lötiges Gold zu vermeiden, das meinen wir ernstlich mit Urkund diß Brieffs besigelt mit unserm anhangenden Jnstgel; Geben in unser Statt Gmünden am achtzenden tag des Monatz Augustj aaao Domini decimo quarto (1514), unsers Reichs des Römischen im neun und zwantzigftcn und des hungarischen im fünff und zwantzigsten Jahren. — Und mit ihr Mayestät gewöhnlichen Handzeichen p. Reg. p. «6 sodann an Faltz gegen der Rechten Hand ad maadaturn Oaegareae lVIa^estatiL proprium und darunter p. Oberstainer unterschoben. „Das unß die gemeinen Juden (die Gemeinschaft der Juden) so in der unter Landvogtey haguenau Wonent die müntiglich anzeigen und fürhalten haben, die weil dieser Freyheit brieff gemeiner Judischait im gautzen Römischen Reich verlihen dißbalben der gen Wurmbs, Regenspurg oder Frankfurt erlegt werden soll, also daß sy ^eramworklicbr livbaction: I>r. Vefjniann in Main;. — \. o tt § l e b e n'e> Bucbdr der zu jren fürfallenden nothürfften je zu zeyten Mangel, schaden, und nachtheil emphaen möchten, wo sy deren freyheiten khetnen glawlichen Schein zu zeiten bey Händen hatten und untz darauff unterfüßlichen angeruefft und gebeten das wir als Römischer Kayserlicher Mayestät hoffmeyster des ob inserirten Freyhait Brieffs, glaubwürdig traasumpt und Abschrifft in Furm und vidimus unter unserm Jnstgel zegeben geruechten sich des zu ihren nothdürfften wie ihnen das gebühren möchte haben zu gebrauchen, also haben wir angesehn ihr ziemlichen bitt, denselben freyhayt Brieff hierin abschreiben und inseriren lassen gegen dem Original fleyßig verlesen, gehört, gesehn und erfunden dem selben Original alles und jedes jnhalts von Wortt zu Wortt nicht mangelnd noch übertrettend gantz gleich hellent, des zu wahren Urkund haben wir uns mit aigner Hand unterschriben und unser« Jnstgel daran gehenckt. Geben zu Innsbruck am achtenden tag february tausendt fünffhundert achtzehn Jahre." Die Freude, welche die Ankunft dieses Schriftstückes bei den Juden im Elsaß verursachte, war ganz unbeschreiblich. Jetzt erst fühlten sich die Juden zu Colmar, Ober/hnheim, Schlettnadt und an vielen andern Orten, wo sie fast ununterbrochen mit Ausweisung bedroht wurden, gesichert. Allein es sollte sich nur zu bald der Ausspruch des Psal» misten bewähren: „Vertrauet nicht auf Fürsten, auf Menschensohn, bei dem nicht Hilfe ist; sein Geist geht aus, er kehrt zurück zu seinem Erdreich — am selben Tage sind verloren seine Entwürfe. Heil dem, dem der Gott Jakobs zu seiner Hilfe ist, dessen Hoffnung gerichtet ist auf den Ewigen, seinen Gott!" Es war im Jahre 1518, daß der oben witgetheilte Schutzbrief publieirt wurde, der die deutsche Judenheit mit freudiger Zuversicht erfüllt, und schon im Anfänge des folgenden Jahres sollte Kaiser Maximilian, der sich in den letzten Jahren seines Lebens als Freund und Beschützer der Juden bewährt hatte, vom Schauplatze seiner irdischen Thätigkeit abberufen werden. Wie gleich nach dem Ableben des Kaisers eine neue Periode des Drangsals für das deutsche Israel begann, das werden wir im nächsten Capitel mittheilen. (Fortsetzung folgt.) Hierzu drei Beilagen. Verlag und ^xpedüion des Israelil" qroxe Vierte 45. «ckerei i Männer Äinriqer >.

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