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Der Israelit · 1879-05-07 · Heft 19 (7.5.1879) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 19 (7.5.1879)
Date
1879-05-07
Page
– (sequence 7)
Language
German
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483 des Rabbinats zu Jerusalem im Namen der dortigen europäischen Judengemeindev, eine solche des Chacham Baschi der Israeliten in Nord-Afrika und der Berberei, sowie vom österr.-ungarifchen Consul (Israelit) in Tripolis. Bon diesem und dem Rabbinate in Jerusalem wurden auch verschiedene Alterthümer eingesendet, die theilS aus Gold und Silber, theils aus alterthümlichen Kupfer- und Steingeräthen bestehen. All diese Adressen wurde durch den Hofwechsler, Herrn Ignatz Deutsch, der Cabinetskanzlei des Herrscherpaares überreicht. Feuilleton. Aaöbi Zojelmann von Kosheim. Eine historische Erzählung. XI.II. Wir haben bereits im vorigen Capitel erwähnt, daß die Zeit eine sehr unruhige geworden war. Dadurch waren, wie immer, die Juden der größten Gefahr auSgesetzk. Namentlich waren eS die Schriften Pfefferkorns, welche immer wieder aufs Neue das Volk gegen die Juden aufhetzten. Zwar hatte der Kaiser bereits im Jahre 1514 einen neuen Schutzbrief für sämmtliche Juden im deutschen Reiche erlassen, in welchem er die Schriften Pfefferkorns zu verkaufen und zu kaufen auf das Strengste untersagte; allein die Publicirung dieses Schutzbriefes war durch irgend einen Zufall unterblieben. Als nun Rabbi Joselmann vernahm, daß der kaiserliche Landvogt, Herr Wilhelm von Rappoltstein, sich an das kaiserliche Hoflager »ach Jnsbruck begebe, bat er diesen auf das Inständigste, daß er sich in der Kaiserlichen Kanzelei eine Abschrift jenes Briefes geben lasse und für die Publicirung desselben Sorge trage. Der kaiserliche Landvogt versprach so zu thun, und er hielt auch Wort. Wir geben das interessante Aktenstück, dessen Original sich in den Familienpapieren des Hauses Riboaupierrs (Rappoltstein) findet, hier wörtlich wieder. Dasselbe lautet: ir Wilhelm Herr zu Rappolstein zu Hoheneck und zu Geroldzeck am Watichin, Römischer kayserlicher Mayestät Hoffmeister Obrister-Hauptmann und Landvogt in Elsaß, Sunngau, Breysgau, dem Schwarzwaldt, der vier Statt am Rein, auch villingen und Brunlingen, Bekennen öffentlich mit diesem Brieff uud thun kund allen meniglich, nach den die Römisch Kayser mir ein freyheit brieff gemeine JudiSheit im Reich betreffent zu Händen stellen hat laßen, mit ihrer mayestät anhangenden Jnstgel an schwach und goldgelben Schnuren, mit gefchaben, nit durchstrichen, nit getilgt, noch in ainichen Eud verhert funder am pergamenen geschrifft, Schnüren, Sigel und Capßen gantz unverletzt, von wort zu wort lautend wie hienach folgt." „Wir Maximilian von gottesgnaden erwelter Römischer Kayser zu allen zeiten merer des Reichs in germanien, zu hungern, Dalmatien, Croatien ic. Kunig, Ertzhertzog zu Oesterreich, Hertzog zu Burgundi, zu Brabant und Pfallzgraff rc. Bekennen öffentlich mit diesem brieff und thun kund allen meniglich alß unß unßer Judisheit gemeiniglich dieser zeit in dem heiligen Reich und in germanien wonhafft sein unterworffen, daß wir demnach und auch auß andern Ursachen unß dazu bewegende dieselben Judisheit sammt und sunderlich kain Juden davon auß gesondert mit sammt jhren Weibern und Kinden, haußgestnt, haben und gütern in unßer und des heiligen Reich funder genad versprach schütz und schirm genommen und empfangen und Innen darzuv unser und des Reichs freyes sicherheit und glayt (Geleit) allenthalben im Reich auff Wasser und Lande, um ihr gewontlichen Zoll, frey, sicher zu handeln und Wandeln genädiglich gegeben haben, nemen und empfahen sie in unßer und des Reichs freygestrack sicherheyt und glayt von Römischen kayserlicher mayestät macht, wißentlich in Krafft dieß brieffs, und meinen, setzen uns wollen das nun hinfür dieselb Judisheit, wie sie jetzt sitzt, mit fampt ihren Weiden, Kindern, Dochtermann und gütern, so sy zu dieser zeit haben oder künfftiglich Überkummen werden, daselbS in dem Reich und in germanien von meniglich unvertriben, sitzen, wonen, beleiben lullen und mugen und sich aller und yegliger Privilegien, genaden, freyheiten, verthaylen, Rechten, Gerechtigkeiten und gewohnhaiten, wie sy von unfern vorfordern am Reich hochlobichen gedachtniß, Kaysern, Kunigen gehabt und genoßen, von Recht oder gewohnhayt wegen, an allen Enden und gegen allermäniglich alz ander, so in unßer und des Reichs funder genad, versprung, Schutz und Schirm und gelayt sein, haben, freyen, gebrauchen, genießen, nyemantz gefänglich oder -peinlich noch laut ihrer freyhait angenommen oder sunst unbillicher weyße bekümmert sunder ob jemantz spruch und Forderung zu ihnen oder iren haben und güttern gewinnent oder zu haben vermeinet, warum das wäre, das sy vnd Ihr yeglich allein daselbs das sy dann geseßen und wohnhafft sein, vnd sunst an keinem andern Ende, wie sich gebürt fürgenommen um darüber nit getrungen noch beschwört werden füllen, in kain weiß; dergleichen so wollen

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