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Der Israelit · 1879-05-07 · Heft 19 (7.5.1879) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 19 (7.5.1879)
Date
1879-05-07
Page
– (sequence 5)
Language
German
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481 dert, desto mehr ist eS geboten, sich in tiefes Schweigen zu hüllen, desto mehr ist jede Antwort, weil sich ein solches Gebühren von selbst richtet, überflüssig und schädlich, weil der Scandalmacher doch das letzte Wort behält.! Vorurtheile haben ein zähes Leben; das bej weisen uns die Rischuß - Stimmen, die von Män- | nern von Einfluß ausgehen. Aber auch das zäheste Leben findet einmal sein Ende, auch die Vorurtheile werden einmal überwunden werden. Cs wird die Zeit kommen, da man dem Juden nicht mehr ein Unrecht höher anrechnen wird, weil er als Jude es begangen, und man für den Fehler des Einzelnen nicht die Gesammtheit verantwortlich machen wird. Wir könnten leicht und schnell an dieses Ziel gelangen, wenn Jeder in sein eigenes Herz sähe, und Jeder bei der Erkenntniß seiner Mangelhaftigkeit und seiner Vorzüge auch die Vorzüge Anderer anerkennte, ohne nur dessen Fehler sehen zu wollen. wenn eben „der Knorr den Knubben hübsch" vertrüge. HeitungSnacbrichten und Correfpondenzen. Deutschland j TNNN 23. April. Ein seltenes Familienj fest hat gestern in hiesiger Stadt stattgefunden.! Herr Israel Jüngster feierte mit seiner Gattin j die goldene Hochzeit. Das Jubelpaar, welches sich! der besten Gesundheit erfreut, ist noch sehr rüstig i und thätig. Der Jubilar überragt das Alter un-? fereS Kaisers um vier Jahre, dessen goldene Hochj zeit bekanntlich noch im Lause des Sommers fest- - lich begangen wird. Die Gattin ist eine hohe! Siebenzigerin. In früheren Jahren begleitete der! Jubilar, der sich durch seltenen Fleiß und Rechtj lichkeit in seinem Gewerbe auszeichnete, dreißig! Jahre das Amt eines Israel. Gemeindevorstehers, i Die zahlreichen Gratulanten, die im Laufe des! Tages erschienen, gaben Zeugniß von der Achtung,! die er unter den Bürgern hiesiger Stadt genießt. Ein solennes Mittagsmahl vereinigte die Bürger verschiedener Stände und Confessionen. Der Jubilar , welcher sich in vermögenden Verhältnissen befindet, gedachte auch an seinem Jubeltage durch! Brodvertheilung und Geldspenden den Armen hie-! stgen Orts.; Straflburg Landesausschuß von Elsaß- Lothringen. (Schluß.) Mitglied Goguel: Ich muß berichtigend bemerken, daß die Commission nur mit einer Majorität von 3 gegen 2 Stimmen den Credit auf 4000 M. festgesetzt hat. Uebrigens möchte ich der Behauptung des Herrn Nessel, daß dieser Credit ausreichend sei.. eine kleine Berechnung entgegenstellen. Wenn wir wirklich nur einen Rabbiner jährlich recrutiren wollen, so müssen wir neben den 3 Stipendien, welche für den dreijährigen Cursus auf der Universität zu gewähren sind, auch noch eine größere Anzahl von Stipendien für den Besuch der Gymnasien, in welche die Knaben mit dem frühesten Alter eintreten, gründen. Es liegt auf der Hand, daß hierzu der Credit von 4000 M. nicht ausreicht. Mitglied Auscher: Ich gedachte nicht in dieser Debatte das Wort zu ergreifen; doch sehe ich mich hier genöthigt, um über einen Punkt, der zur Sprache gekommen ist, Ausklärung zu geben. Herr Klein hat bemerkt, daß die Stipendien, welche bisher ausgeworfen waren. nie in Anspruch genommen worden sind. Derselbe Mangel, der gegenwärtig bezüglich der Theologie. Aspiranten herrscht, bestand auch seiner Zeit für die Israel. Schulamtscandidaten. Der Oberrabbiner von Straßburg theilte mir damals mit, es sei ihm nahezu unmöglich, das erforderliche Lehrerpersonal zu gewinnen , weil die meisten Lehrer nach Frankreich gegangen seien. Um diesem Uebelstande abzuhelfen, genügte es, den Israeliten die Präparandenschule zu Lauterburg zu eröffnen; heute besitzen wir schon eine ziemliche Anzahl von Candidaten, und wenn man sich bei der Regierung erkundigen will, so wird man erfahren, daß Fleiß und Betragen dieser Candidaten musterhaft genannt werden muß. Den Mangel an Theologie-Aspiranten könnte man in gleicher Weise dadurch beseitigen. indem man den israel. Schülern den Weg zu den höheren Lehranstalten eröffnete. Aber diese Lehranstalten müssen sich in unserem Lande selbst befinden, denn die israel. Aspiranten können sich nicht entschließen, nach Breslau oder Berlin zu gehen, wo ihnen Sprache und Sitten fremd sind. Mit dieser kurzen Bemerkung will ich mich begnügen. Mitglied Ditsch: Ich erinnere daran, daß bereits in unserer letzten Session die Frage uns beschäftigt hat. Es in damals in der Commission darüber ein Bericht erstattet, der sich für die Verwerfung des Gesuchs hauptsächlich aus dem Grunde aussprach, weil der jährlich bis dahin in den verschiedenen Budgets für Freistellen an Rabbinatsschulen ausgeworfene Fonds völlig diponibel geblieben war. Der Bericht findet sich in den Acten. Worin soll auch eigentlich die heutige Lage der Dinge weniger vortheilhaft sein als vor der

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