Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1879-04-23 · Heft 17 (23.4.1879) · page 37

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 17 (23.4.1879)
Date
1879-04-23
Page
– (sequence 37)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2446951-2447797-2447814--16105-2472078
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

5 Briefkasten. Frau ür, 13. in H—g’. Ich danke vielmals für Ihre gütige Rücksichtnahme auf meine Zeitbedrängniß. Recht freundlichen Gruß! 13. in M—e. und vielen Anderen. Sie fragen, iver E., H.f 8. in T., 8., G., K., G. und A. in J. sind? Dieselbe Frage könnten Sie nach noch vielen anderen Briefschreibern aus dem heiligen Lande richten. Es sind arme, sehr arme Leute, die, um sich ein wenig aufzuhelfen, zu dem naheliegenden Rettungsmittel greifen, an jede ihnen, durch die den jüdischen Zeitschriften beiliegenden Spenden-Verzeichnisse, bekannt werdende Adresse ein Bittgesuch zu richten. Es darf Sie darum durchaus nicht Wunder nehmen, wieso die Petenten so genau Ihren Namen und Ihren Wohnort kennen, und warum Sie gerade so viele Briefe aus Palästina erhalten? Es ergeht Hedem in den öffentlichen Spendenlisten Genannten ganz ebenso. Was Sie sonst als höchst wünschenswerth bezeichneten, ist bereits in den Rubriken 8 und 9 meiner Spenden-Verzeichnisse auf die bestmögliche Weise verwirklicht, die ich Ihnen darum zu häufiger Berücksichtigung warm empfehle. — O. 13. in F*—n« Ihre Berichtigung war mir sehr angenehm; besten Dank dafür. IX. in I <1. Herzlichen Dank für Ihre gütige Mittheilung, die ich mir für die Zukunft ad notam genommen habe; für diesmal habe ich auf die mir gütigst eingeräumte Befugniß verzichtet, weil das Spenden-Verzeichniß beim Eintreffen Ihrer werthen Zeilen bereits abgeschloffen und in die Druckerei gewandert war. — M* K. in O—gr« Ich bedauerte sehr, Ihrem Wunsche nicht willfahren zu können. Gern Hütte ich Ihnen dies brieflich mitgetheilt, und noch manches Andere dazu, aber woher die Zeit nehmen, all' die einlaufenden Schreiben zu beantworten? — JT. 13. in M—t. Da Ihr mir s. Z. avisirtes Schreiben bis zum Abschluß des gegenwärtigen Spenden- Berzeichnisses nicht eingetroffen war, so konnte ich das Nöthige nur in kurzem Vermerk geben. — JT. H, in F—g. Ihre w. Zeilen haben mich sehr erfreut; besten Dank dafür und recht fteundlichen Gruß. Ihren Wunsch in Betreff der Zusendung von A.-B. habe ich sofort erfüllt, und hoffe ich zuversichtlich, daß es Ihnen mit des Himmels Hilfe gelingen wird, recht viele Mitglieder zu gewinnen. — Alliance Israälite Universelle. I. Chios, den 9. April 1881. Kerr Wräfiöent! Mitten unter Ruinen und Trümmern wende ich mich blutenden Herzens an Sie. Gewiß sind Sie schon durch Telegramme von der furchtbaren Katastrophe auf Chios unterrichtet; allein eine nähere Beschreibung dürfte Ihnen noch nicht zugegangen sein. Vergangenen Sonntag 1 Uhr 40 Min. des Nachmittags verspürten wir in Smyrna eine starke Erderschütterung. Eine Stunde später erhielt das französische Consulat eine Depesche von Chios mit der Nachricht, daß diese blühende Insel nichts mehr sei als ein Trümmerhaufen, und mit der dringenden Bitte um schleunige Hülfe. Ich sandte sogleich ein Telegramm an Herrn.Judah Jssachar, Gemeindevorsteher, und ftagte an, ob unsere Glaubensgenoffen sehr bei dem Unglück gelitten hätten. Meine Befürchtungen wurden nur zu sehr bestätigt. Das jüdische Quartier, welches sich im Inneren der Festung befindet und aus einer engen Straße besteht, ist ganz verschüttet; mehr als 40 Unglückliche sind unter Schutt und Trümmern begraben worden. Das Local-Comite, das Consistorium und Glieder der verschiedenen Gesellschaften von Smyrna hatten sich sogleich vereinigt, um unfern Brüdern auf Chios Hülfe zu senden. Es wurden schnell Lebensmittel, Rettungswerkzeuge u. s. w. besorgt, ich wurde beauftragt, mich ohne Aufschub nach Chios zu begeben, und am Dienstag, 5. April, 5 Uhr Morgens, war das Schiff reisefertig. Wir waren 35 Personen, die Mittags auf Chios landeten. Alles begab sich sofort in die Festung. Unsere Leute, von mir geführt, legten die rührendste Aufopferung und den größten Muth an den Tag; weder die fortgesetzten starken Erdstöße, noch die Ruinen, welche jeden Augenblick einzustürzen drohten, vermochten sie von der Unglücksstätte zu entfernen. Ach, wir fanden nur Leichen! Eine Mutter hielt sich fest mit zwei Kindern umschlungen. Unglücklicher Weise war das Erdbeben hereingebrochen, als sich nur die Frauen und Kinder im Quartier befanden; nur Judah

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.