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Der Israelit · 1879-04-23 · Heft 17 (23.4.1879) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 17 (23.4.1879)
Date
1879-04-23
Page
– (sequence 3)
Language
German
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427 Stelle, die Herr In. M. falsch wieder gibt, findet sich Sanhedrin 98a und lautet: atnn'BK »im inpfi6 n»na»K 'P p pL'P' P »nsn #3'nn np nox ’ni’ p jiyoff »an xrnyn ~ratr : ntn jnxn »izn Bn»Ei n? jnx nsn» cn np xx onoy nn»n Rabbi Josua ben Lewi traf den Propheten Elijahu am Eingänge des Begräbnisses des Rabbi Schimeon ben Jochai; da fragte er den Propheten: Werde ich Theil haben an der ewigen Seligkeit? Elijahu antwortete: Wenn dieser Herr (das heißt: Got*, dessen majestätischer Abglanz [njpff], dem Rabbi Josua unsichtbar, zugegen war) es wollen wird *). Eine tiefe Bekümmerniß überkömmt uns, wenn wir sehen, wie ein jüdischer Schriftsteller unsre Heiligthümer entstellt, verdächtigt, verhöhnt. Juden und Nichtjuden glauben ihm; es ist ja ein Jude, ein gelehrter Jude, welcher der reinen und heiligen Religion Israels solche Ungeheuerlichkeiten nach sagt! Insofern waren die Eisenmenger, Schudt und Rohling weniger schädlich; das sind erklärte, offene Judenfeinde, denen kein vernünftiger Mensch Glauben schenkt. Auch gegen die Abtrünnigen, die dem Namen nach noch Juden find, gegen die ungetauften Apostaten wird Gott uns schützen; sie werden beschämt und zu Schanden werden; aber das Wort unsres Gottes wird bestehen für die Ewigkeit. K i s ch u % VII. 8. Am-Rhyn begnügt sich mit dem Hinweis auf die sociale Ungleichheit, das angebliche Reicherwerden der Juden und Aermerwerden der Christen, nicht, auch in geistiger Beziehung, so meint er, dünken sich die Juden mehr, wollen sie sich über die Andern erheben, indem sie sich das auserwählte Volk nennen, das einen besondern Gott, den Gott Israels, hat. „Die Begriffe eines Gottes Israels, eines auserwählten Volkes Israels sind so ungeheuerliche , so gegen alle Gleichheit der Rechte unter allen Menschen verstoßende, wie sie unter keiner andern Kirche Vorkommen. Die Christen geben zu, daß sie denselben Gott verehren wie die Juden, und so auch die Mohammedaner; die Juden haben *) Vergleiche auch »orr der die Lesart hat irrer, imb es ebenfalls aus Gott bezieht; er fügt noch hinzu, daß Rabbi Josua üch an das Grab Rabbi Limon's begeben hatte. um hier an dieser weihevollen ctötte für die Erlösung Israels zu beten. ihren eigenen Gott, dessen auserwähltes Volk sie sind und der kein Herz für die Gojim hat." Es ist nicht neu, daß man den Juden den Ausdruck des auserwählten Volks, der in der Bibel vorkommt, zum Vorwurf macht. Wenn diese Bezeichnung irgend einmal die Juden dazu verführt hätte, sich eine Ausnahmestellung zu vindiciren, wenn sie auf die „Auserwählung" gestützt, sich je über staatliches Gesetz erhoben gedäucht, so läge ein Grund vor hierin ein unhaltbares Verhältniß, das zu beseitigen ist, zu erblicken. Das ist aber durchaus nicht der Fall; die Juden stellen nicht allein den Grundsatz auf, daß das Staatsgesetz verbindlich sei, sondern sie haben überall und immer gezeigt, daß sie diesen Grundsatz mit der größten Gewissenhaftigkeit zur Ausführung zu bringen, bereit sind; die Bezeichnung des „auserwählten Volks" konnte ihnen um so weniger eine Handhabe zur Ueberhebung bieten, als es ihnen insofern zum privilegium odioLum geworden ist, daß man das Unrecht, das der Einzelne sich zu Schulden kommen ließ, um so härter beurtheilte. Wenn man bei Hunderten von Verbrechern sich nicht auf die Confession besinnen konnte, so versäumte man nicht bei einem jüdischen Spitzbuben ihm den Juden aufzumutzen und noch dazu diesen einen Juden als den Vertreter der Juden hinzustellen. Das wußten die Juden wohl, und sie selbst bezeichnen das Verbrechen des Einzelnen nicht allein als eine zu verpönende Einzelthat eines Individuums, sondern auch dazu als Chillul haschem, Entweihung des göttlichen Namens. Und dieses Bewußtsein der großen Verantwortung, die den Juden das biblische „Euch hat Gott erwählt", auferlegt, das Bewußtsein, daß man auf den jüdischen Verbrecher mit dem Finger deuten werde: „Der will dem auserwählten Volke angehören", „das wollen die Auserwählten fein", hat erziehlich gewirkt. In Anbetracht dieser erziehlichen Wirkung ist der genannte Ausdruck allerdings kein privilegium odiosum mehr; und haben wir die Ueberzeugung, daß wir es diesem Worte zu verdanken haben, daß die Judenheit ein verschwindend kleines Contingent der Verbrecherwelt geliefert hat. so acceptiren wir gern diese Bezeichnung, selbst auf die Gefahr hin, daß der jüdische Verbrecher mit größerem Maßstabe von Vielen (nicht von unserm erleuchteten, unparteiischen Richterstande und nicht von unserm auf Humanität und Rechtsgleichheit beruhenden Staatsgesetze) gemessen wird. Wollte Gott, jedes Volk hielte sich für ein auserwähltes Volk, Jeder trüge in sich das Bewußtsein einer moralischen Verantwortlichkeit, wie der Begriff des Auserwähltseins eine solche enthielte, eS stünde besser um die Welt,

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