Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 20 (1879)
- Issue
- Heft 14-15 (2.4.1879)
- Date
- 1879-04-02
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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367 AeitrrvgSnachrlchte« und Correfpondenzen. Deutschland. Alltvna, mtt't. Unser Oberrabbiner vr. Lob '"3 hielt wie alljährlich an diesem Tage n-PBB ora r,"y ua-i nro eine Rede. Ein zahlreiches Publikum von Hamburg und Wandsbek hatte sich eingefunden. zahlreicher als gewöhnlich, weil es diesmal galt, einen labntp d^eich D’jam by “bdh dw^j2 n"nrv? n nwa In der Rede wurden unter andern erwähnt aii pns' m"mD am 'ino am — .miay-mi p"p-1 ■V'axm aymyacNa 'im b"e p"pa ’amo 'i 'ino am .äypjNrn mvo ^sa O"7I — o^ipn’3 ■«am« mva D"n —;\xca — i'^^'.-iaa pwDiypis nno® a".-, — su^ra matc\x .:maD«na pDB^yaa^ -\vx 'di TWJxna.'O cm a"n Wollte ich auS der L'/sstündigen Rede nur einige geistreiche Erklärungen und tiefsinnige Ausführungen der Talmudstellen wiedergeben, so würden meine Zeilen weitaus den Umfang eines Berichtes überschreiten. — Eine in den betreffenden Kreisen Hamburg -Altona's sehr bekannte und hochgeehrte Persönlichkeit, der Cantor der portugiesisch-jüdischen Gemeinde hier, Herr M. Piza, starb nach längerem Leiden am 25. v. M. Er versah sein Amt mehr als 50 Jahre bis kurz vor seinem Tode, und behielt auch in dem hohen Alter von fast 84 Jahren — gewiß eine Seltenheit — seine schöne, kraftvolle Stimme. — Ich will nun mit einer freudigen Mittheilung schließen: Das am verflossenen Sonntag stattgehabte 25jährige Amts-Jubiläum des Gemeindesecretärs der hies. hochdeutschen Jsraeliten- Gemeinde, Herrn Louis Falk, hat dem Gemeinde-Vorstand und dem Repräsentanten-Collegium Veranlassung geboten, in seinem Namen ein Werthpapier durch die Herren Rechtsanwalt Julius Heim an n und Abr. Cohn in ihrer Eigenschaft als Vorsitzende der genannten beiden Corporationen, als Anerkennung für langjährige treue Dienste, dem Jubilar überreichen zu lassen, welcher auf die von dem Präses des Gemeindevorstandes gehaltene Ansprache mit warmen Worten dankte. Auch dem Oberrabbiner vr. L ö b bot die Feier Veranlassung zu einer Rede, welche der Jubilar mit einem wohlgesetzten Gedicht in hebräischer Sprache beantwortete. Selbstverständlich fehlte eS dem über die Gemeinde hinaus geachteten und verehrten Jubilar nicht an zahlreichen Gratulationen und sonstigen Beweisen regster Theilnahme, welche ihm von zahlreichen Bekannten und Freunden von Nah und Fern gewidmet wurden. Rußland. Petersburg. Von „durchaus achtungswer. ther Seite" geht der ..Nordd. Allg. Zig/' nach-! stehende Mittheilung zu: Die russische Judenheit befindet sich seit Monaten in ungeheurer Aufregung ob einer für unmöglich gehaltenen Beschuldigung, welche gegen eine Anzahl ihrer Glaubensgenossen geschleudert und die von so allgemeiner Tragweite,^ daß die ganze jüdische Bevölkerung nicht ohne Grund für ihre Sicherheit fürchtet. Es dürfte unseren Lesern bekannt sein, daß im Mittelalter hin und wieder die Anklage erhoben wurde, die Juden brauchten Christenblut zur Zubereitung ihres OpferbrodeS, unzählige Male schon wurde jedoch nicht nur von Gelehrten dieser Confession. sondern auch von unparteiischen christlichen die Nichtigkeit dieser Instnuation nachgewiesen, die schwarze Nacht feindseligster Anschwärzung mußte vor dem unwiderstehlichen Lichtstrahl wissenschaftlichen Nachweises, welcher keine Geheimnißthuerei gestattet, verschwinden, und man war berechtigt, im 19. Jahrhundert in Europa wenigstens eine Wiederaufwärmung dieser Erfindung für unmöglich zu halten. Und bodi hat man es gewagt, nicht nur in mehr oder weniger unschädlichen theoretischen Versuchen, sondern mit dem bittersten Ernste criminalistischer Initiative diese Anklage zu erheben und das Damoklesschwert über dem Haupt von acht iSrael. Bürgern zu schwingen. In Satschkeri in Rußland, Gouvernement Kutais, sind diese des furchtbaren Verbrechens angeklagt, ein Christenmädchen gestohlen und zu dem Zwecke ermordet zu haben, um zu christlichem Blute für das herannahende Osterfest zu gelangen. Aber nicht genug mit der ersten Anklage, es wurde eine Untersuchung angeordnet, trotzdem der Gerichtsarzt, welcher die Obduktion vornahm, schriftlich bezeugte, daß da- Mädchen durch Wafferfluth (?) umgekommen sei, und wurde diese wiederaufgenommene Untersuchung fortgesetzt, trotzdem auch bei dieser Aerzte wiederum constatirt. daß kein Act blutiger Tödtung stattgefunden haben kann. So schwer alles dies zu degreifen ist. so sicher hoffen die Betheiligten. und dies sind wohl in erster Linie die acht auf Grund dieser Beschuldigung gefänglich Eingezogenen, aber nicht nur sie allein, sondern alle ihre GlaubevSgenoffen, sowie jeder Freund oer Wahrheit und Feind der Lüge, weß Glaubens er auch fein möge — daß die Verhandlung, wenn sie nur, wie wir erwarten, mit voller Unparteilichkeit geführt wird, die Wahrheit an den Tag bringen wird, und diejenigen, die Unschuldigen eine Grube gruben, ihrer Strafe nicht entgehen werden. (Siehe den ersten leitenden Artikel.) _