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Der Israelit · 1879-04-02 · Heft 14-15 (2.4.1879) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 14-15 (2.4.1879)
Date
1879-04-02
Page
– (sequence 5)
Language
German
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361 thume rücksichtslos den Krieg erklärten; nt maya um dieses Blutes willen, das wir als Zeichen an die Thüren sprengten, um offenkundig und freimüthig dem Jrrthum der Götzendiener in's Gesicht zu schlagen; m ntaya um dieses armseligen Brodes wegen, das uns daran mahnen soll, wie kärglich oft das Brod der Freiheit ist, während der Sclavensinn an reichgedeckten Tafeln sich spreizt; nt ntaya dieses bittern Krautes wegen, das uns sagt, wie viel scheinbar Bitteres die wahre Freiheit und Unabhängigkeit hat, wie viel scheinbar Gemächliches die Abhängigkeit: nt -naya um dieses „Dienstes" willen, der die Grundlage unserer Freiheit bildet, um dieser Beschränkungen willen, die stets unsere Unabhängigkeit schützend umgaben, hat uns der Allmächtige so Großes angethan, als ich aus Egypten zog. Und diese mtay, die wir bewahrten, sie bewahrte uns wieder, dieser Dienst, von Dir Sclaverei genannt, hat mich frei erhalten. Nicht konnten trotz der Stürme und Plagen der Jahrhunderte die Dränger uns wahrhaft knechten, Dnay »ja 'b »a „meine Diener sind die Kinder Israels", so rief uns die erhabene Stimme des Allmächtigen zu, und, um unserm eigentlichen Herrn treu zu bleiben, beugten wir uns dem Willen der stolzen Unterdrücker nicht, verachteten ihre Drohungen und Lockungen und haben diese miay durch Jahrtausende getragen, unabhängig vom Wechsel der Zeiten und von der Laune der Völker. Oft war unsere Freiheit mit Bitterkeit gemischt, war das Blutzeichen an unsern Posten ein verhängnißvolles Merkmal derselben — wir hielten uns aber stolz empor durch diese moy, die Du, in Verkennung des Judenthums mit Spott überschüttest. 'n n»y Mir, dem von Dir thöricht gescholtenen Anhänger des Hergebrachten, mir hat der Ewige diese Wunder gethan, nicht Dir, "der sich so gerne der Gemeinschaft Israels entziehen will; wie Du Dich stolz aus unserer Mitte ausschließest, so sollst Du als Ausgeschlossener, nach Deinem Wunsche, betrachtet werden, twjj n»n xnv n\n t^x tb *61 Wärest Du auch in Mizraim gewesen, Dir wäre die Erlösung nicht zu Theil geworden, denn Dir fehlte die Empfänglichkeit für die Freiheit, die im Allmächtigen ihren Schutz und Ausgangspunkt findet, die sich weise beschränkt, um fortzudauern. Du bist nicht frei, so gern Du Dir auch diese Eigenschaft beilegen lässest! Deiner Laune und der wechselvollen Thorheit des Jahrhunderts unterworfen. verlässest Du die Fahne des gesetzestreuen Judenthums, buhlst nach dem Lobe der Außenstehenden und bist ein Sclave ihres Beifalls. Deine wahre Unabhängigkeit opferst Du dem zweifelhaften Ruhm eines Freigeistes, an dem Alles frei ist, nur nicht — der Geist. Darum laß' uns, wie wir sind! Spotte nicht, wenn der Geist unserer ruhmreichen Vergangenheit in das festliche Haus einzieht. Du verstehst ihn nicht. Du begreifst unsere Freude nicht, Du begnügst Dich mit dem Scheine der Freiheit, während wir in den gottgebotenen Satzungen des Pesachfestes das unerschütterliche Wesen derselben festhalten. Und legst Du auch absichtsvoll eine Eisesrinde um Dein Herz, um Dich gewaltsam abzuwenden, von dem nothwendig Bestehenden — Du wirst keine Befriedigung finden! In Dir wird ein schmerzliches, wehmüthiges Gefühl emporzukeimen, wenn Du der Freuden gedenkst, die das Pesachfest Dir einst gebracht hat, Du wirst Dich, selbst abtrünnig diesem überwältigenden Eindrücke nicht verschließen können. Du wirst mit Dir grollend vor dieser Erinnerung stehen, wie der erste Mensch vor dem herrlichen Garte», aber Du Verblendeter weißt nicht, daß nur Deine Verstocktheit die drohende Gestalt mit dem feurigen Schwerte ist, die Dir die Rückkehr hemmt. ■tot# xtn no DDti „$8ie fragt der Weife?" so wendet sich die Hagada zur dritten Art der Forschenden 'n ms "wx D»öB»öni O’pnni nnyn no □an« „Was sind es für Zeugnisse, was für Satzungen und Gebote, die der Ewige unser Gott Euch aufgelegt hat?" Das sind seine Worte, während er die Zurüstungen zum Feste betrachtet und den gottesdienstlichen Gebräuchen desselben beiwohnt. Aus seinen Worten blickt ein höherer Geist, als uns in den Fragen jener beiden Vertreter des JudenthumS entgegentrat. Ist es im Leben und in der Wissenschaft doch stets das Kennzeichen voreiliger, zu selbstbewußter Thoren, das ihnen Fernliegende und ihrem Verständnisse Verborgene zu verdammen und über das ein TodeSurtheil sprechen, waS er nicht nach Möglichkeit ergründet hat. (Siehe den Schluß in der 2. Beilage.) Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Mainz, 31. März. Der Neubau der Synagoge der Israel. Religionsgesellschaft geht nunmehr seiner baldigen Vollendung entgegen. Derselbe, im maurischen Style, von dem genialen Stadbaumeister Herrn Kr e yß ig auSgeführt, wird unsrer Stadt zur Zierde gereichen. Ein Hauptschmuck der Synagoge wird heute darin befestigt. Es ist dies ein Stein aus dunklem Marmor, welchen Herr Jechiel Bril, Redakteur der hebräischen Ausgabe des „Israelit" (Halebanon), aus Palästina hat kommen lasten.

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