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Der Israelit · 1879-03-26 · Heft 13 (26.3.1879) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 13 (26.3.1879)
Date
1879-03-26
Page
– (sequence 6)
Language
German
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334 weiter gegen die Juden angewandt. Auf Ordre Nr. 53 des Unterpräfecten, die sich auf Ordre Nr. 123 des Präfecten begründet, welcher feiner, seits sich auf Ordre Nr. 30,837 des Finanzministers vom Jahre 1878 beruft, hat der Bürgermeister von Radiu (Regierungsbezirk VaSlui) die gesetzlichen Bestimmungen über das Tabaksmonopol wieder in'S Leben gerufen, wonach es den Tabaks- Händlern verboten ist, einen Juden mit dem TabakSverkauf zu betrauen, bei Strafe der ConcessionSentziehung innerhalb 24 Stunden. Das Circular des Finanzministers Nr. 30,837 vom 14. Nov. 1876 an das General-Schatzmeisteramt lautet folgendermaßen: In Erwiderung auf Ihren Bericht Nr. 2078 und 2175 habe ich die Ehre, Sie zu bitten, den Tabakshändlern zur Kenntnis bringen zu wollen, daß ihnen die Concession sofort genommen werden wird, wenn sie dieselbe nicht innerhalb 24 Stunden den isr. Verkäufern abnehmen; ebenso wird man ihnen ihren Tabak confisciren und ihre Läden schließen, wenn sie noch länger als 24 Stunden unter Mißachtung des Gesetzes und der Reglements über das Tabaksmonopol den Verkauf fortsetzen. W nn sie den Tabaksverkauf nicht selbst betreiben können, so brauchen sie nur statt eines Israeliten einen Rumänen anzustellen, der die gesetzlich vorgeschriebenen Bedingungen rrfüllen kann, und in diesem Falle werden Sie ihnen den Tabaksverkauf gestatten können. 3. Man schreibt uns aus Roman: In der kleinen Stadt Diminesci, im Bezirk Roman, hat neulich ein Reserve-Capitän aufrührerische Reden gegen die Juden gehalten. „Die Juden, sagte er, vergiften unseren Branntwein, bereichern sich auf unsere Kosten und verlangen nun noch, uns gleichgestellt zu werden; wenn sie das werden, sind wir verloren. Ergreifen wir daher die Waffen, um sie auszurotten, daß nicht ein Einziger übrig bleibe, um diese Freiheiten zu genießen, die man ihnen geben will. Ich werde mich aa Eure Spitze stellen; die Regierung, weit entfernt, Euch zu strafen, wird Euch dafür vielmehr dankbar sein." Hierauf ging er in die Umgegend, wo er dieselben Reden hielt; in Baninesci schlag er verschiedene Juden. Am 10. Februar kam er in ein kleines Dorf bei Baninesci, wo ein einziger Jude wohnt; er ging zu ihm und sprach: Bist Du Jude! — Ja! — Sofort schlug er ihn mit seinem j Degen und brachte ihm mehrere Wunden bei. Am! 7. Februar waren die Juden bei dem Comman-! danken vorstellig geworden, derselbe ließ den Caj pitän vorladen, der jedoch nicht erschien, statt j dessen aber überall umhergeht und spricht: Ich! werde nicht eher ruhen bis ich mit meiner Hand 10 Juden todtgeschlagen habe. Er ging von Neuem zu dem Juden, den er bereits mißhandelt hatte, um ihn wiederholt mit seinem Degen zu schlagen. Hoffentlich wird die Regierung diesen traurigen Vorkommnissen Einhalt gebieten. 4. Endlich noch einen von den Vorfällen, die am meisten die öffentliche Meinung aufgeregt haben: die Amtsentsetzung des H. Torciner, eines Israeliten, welcher zum Professor am Gymnasium von Bacau ernannt worden war. Man schreibt dem C.'Comite hierüber: Dieser junge Mann, geboren in Bacau, Moldau, hatte seine Studien auf dem Lyceum und der Facultät der Wissenschaften zu Bucarest gemacht , sich durch seine Kenntnisse ausgezeichnet und die Protection der HH. Sturdza und Jon Ghica gewonnen, welche einer seiner, von der Gesellschaft Romanisarea veranstalteten Vorlesungen bcigewohnt hatten; er wurde im Jahre 18/7 von d:m Minister Khitzu zum Professor der rumänischen Sprache am Gymnasium zu Bacau ernannt. Aber bei seiner Ankunft in dieser Stadt gerieth daS Lehrercollegium in Aufregung und protestirte durch ein an den Mtnister gerichtetes Telegramm gegen diese Ernennung eines Juden; auch die Zeitung von Bacau stieß ihrerseits einen Lärmschrei aus. Der Minister glaubte dieser Bewegung der „öffcntlichen Meinung" nicht Widerstand leisten zu können, lud H. Torciner vor sich und kündigte ihm seine Abberufung mit den Worten an: „Die Vorurtheile haben gesiegt." Einige Stimmen jedoch haben sich schüchtern zu Gunsten der rumänischen Israeliten erhoben, so hat nach der Fanfulla vom 29. Jan. c. H. Cogalniceano, indem er sich vom Ministerium zurückzog, in einem Circular erklärt, daß er seine Demission gegeben, weil das Ministerium den Berliner Vertrag nicht ausführen wollte. (Schluß folgt.) Heuilleton. 'Aabbi Ioselmann von Aosheim Eine historische Erzählung. XXXVI. Am andern Tage ritten Rabbi Ioselmann und Ulrich von Hutten mainabwärts, nach Mainz zu. Ulrich von Hutten! Wer kennt heute nicht den Träger dieses so berühmt gewordenen Namens? , Ulrich von Hutten war im Jahre 1488 auf

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