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Der Israelit · 1879-03-26 · Heft 13 (26.3.1879) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 13 (26.3.1879)
Date
1879-03-26
Page
– (sequence 4)
Language
German
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332 Auch der Mann der Freiheit erblickt in der Emancipation nicht einen Act der Gerechtigkeit, nicht die Thai einer lichtvollen Zeit, die nicht nach dem Glauben fragt und Jedem die Gewissensfreiheit wahrt, sondern einen Act großmüthiger Duldung, der den Juden gleichstellt, obgleich er augenblicklich Jude ist. Oder die Emancipation ist ihm vielmehr ein Geschäft auf Zeit, das einmal der Jude mit dem Aufgeben seines Glaubens begleichen werde. Nein, so sehr haben all die Verfolgungen, die dieLiebe" den Juden bereitet hat, diesen nicht demoralisirt. daß er ein menschenwürdiges Dasein mit seiner Ueberzeugung stch erkaufe; zu einem solchen „Schacherjuden" ist er nicht erniedrigt worden, daß er seinen Glauben verschachere. Dieses als allgemeine Bemerkung über die Tendenz des radicalen Forschers, über den Standpunkt, den er in Betreff der Judenfrage einnimmt. Untersuchen wir jetzt, ob die Grundlage, von der er ausgeht, die Juden bilden eine Nation in der Nation, eine wahre sei. Aeitrr»gs«ach*ichtert und Correspondenzen. Deutschland. Mainz, 25. März. Heute, pu Win »*o, feiert der in den weitesten Kreisen hochberühmte Groß-Industrielle, Herr Moritz Fischer von Forkashazy das seltene Fest seiner diamantenen f ochzeit nach sechszigjähriger, überaus glücklicher he, in demselben Hause in Totis (Ungarn), in welchem er vor 80 Jahren zuerst das Licht der Welt erblickte. Herr von Fischer ist, in Verbindung mit seinen frommen Söhnen und Enkeln, ein treuer und ernster Vorkämpfer des orthodoxen Judenthums. Möge der allgütige Gott ihm und seiner greisen Ehefrau Gesundheit und der Freuden Fülle verleihen nmon np. Hanau, 24. März. Der bisherige Gemeinde- Aelteste, Herr Lißmann Fürth ist mit seiner Familie nach Frankfurt a. M. übergesiedelt. Derselbe hat in uneigennützigster Weise über 12 Jahre seine Funktion als Vorsteher versehen, und mit Eifer und aufopfernder Thätigkeii für das Wohl der Gemeinde und deren religiöse Einrichtungen gewirkt. In Anerkennung für seine zwölfjährige Wirksamkeit wurde demselben durch eine Deputation ein werthvoller silberner Pokal überreicht. Der Repräsentant der genannten Deputation, Herr Kreisvorsteher Jacob Hamburger hob in seiner Anrede die Verdienste des Scheidenden hervor, da er am besten zu würdigen wisse, was Herr L. Fürth für die Gemeinde geleistet hat. Ungefähr in demselben Sinne sprach der Lehrer L. Una seine Gesinnung bei dieser Gelegenheit aus. — Wir nehmen zugleich Veranlassung, dem Wegziehenden unsere innigsten Segenswünsche zuzurufen. Rumänien. Bukarest, 10. März. Die Kammerdebatte über die Vorlage zur Abänderung der Verfassung hat nicht weniger als vier Tage in Anspruch genommen. Dieselbe drehte stch in der Hauptsache um die Gutachten der Ausschußmehrheit (nicht motivirte Erklärung, daß der Artikel 7 der Verfassung geändert werden muß) und der Ausschußminderheit (motivirte Erklärung behufs Abänderung des Artikels 7). Nicht weniger als 21 Abgeordnete hatten stch zum Worte gemeldet. Am ersten Tage der Debatte sprachen Peter Ghika und Manin für den Mehrheitsantrag, Visanti für den Minderheitsantrag des Ausschusses; am zweiten Tage sprachen Demeter Joan Ghika und Fleva für den MehrheitS-, Codrescu für den Minderheitsantrag. Am dritten Tage sprachen Giani, Majorescu und Vilacros für den Mehrheit--, Nikolaus Jonescu, Furculescu und Sichleanu für den Minderheitsantrag. Der vierte Tag war ein Sonntag; trotzdem wurde die Debatte bis 8 Uhr Abends fortgesetzt und endlich abgeschlossen. Gegen den Antrag der Mehrheit sprachen Danielopulo und Vernescu, für denselben Stolojanu, Chitzu und der Minister-Präsident Joan Bratianu. Dabei ist zu bemerken, daß die Rede des Herrn Vernescu von der TageSfrage abwich und in einen sehr leidenschaftlichen Angriff gegen das Ministerium Bratiano ausartete, welchem die Fähigkeit abgesprochen wurde, die Juden-Emancipation übereinstimmend mit den Wünschen des Landes durchzuführen. Jndirect verlangte Vernescu somit ein Tadelsvotum gegen daS gegenwärtige Cabinet, wodurch er deutlich zu verstehen gab, daß eigentlich nur er der Mann der Situation sei. Bon dem Minister-Präsidenten wurden jedoch auch diesmal die Angriffe Vernescu's siegreich abgewiesen und das Haus der Abgeordneten überzeugt, daß das Cabinet Joan Bratianu auch in der vorliegenden Frage den Willen der Landesvertretung zur Richtschnur seiner Handlungen machen werde. Nach

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