Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 20 (1879)
- Issue
- Heft 12 (19.3.1879)
- Date
- 1879-03-19
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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306 Deutschland. Mainz 17. März. Im Besitze eines hiesigen Antiquitäten-HändlerS befindet sich ein Schwert mit hebräischen Inschriften. Der Griff ist von Silber, prachtvoll gearbeitet und mit Rubinen reich besetzt; ebenso die Scheide; an beiden ist wiederholt das Mainzer Wappen (ein Rad) angebracht. Auf der einen Seite der Dasmacener- Klinge steht zu lesen nvs.ivTi anrin tan!? (in der heiligen Schrift heißt es rasnnDn) „die Flamme des sich wendenden Schwertes"; auf der andern Seite stehen die Worte -loiy nn« ’D’Jd .auf dem Innern stehst du". — Die Schrift ist in Silber eingelegt und sehr wohl erhalten. Das Schwert stammt aus einem Privat-Museum. In dem Cataloge desselben hatte der nunmehr verstorbene Besitzer der betreffenden Nummer beigefügt, daß eine im Griffe des Schwertes befindliche Urkunde berichte, daß dasselbe von der Mainzer Judenschaft einem Mainzer Kurfürsten als Geschenk überreicht sei worden. In der Lhat befindet sich am Griffe ein Schieber, der eine Kapsel schließt. Die Urkunde ist aber nicht darin und ist die Kapsel mit Papierschnitzeln ausgefüllt. — Da der Kurfürst von Mainz zugleich Erzbischof der katholischen Kirche und Erzkanzler des deutschen Reichs war, so scheint die erste Inschrift auf dessen Beruf als Vertheidiger des Vaterlandes, die zweite auf dessen Kirchen- und Reichs-Amt hinzudeuten. H— r— Worms, 10. März. Bezüglich der in der jüngsten Nr. dieses Blattes enthaltenen Nachricht, daß der an dortigem Platze im Jan. d. I. gegründete Verein, der den Zweck hat, arme isr. Schulkinder durch Bezahlung des Schulgeldes rc. zu unterstützen, in größeren Städten Nachahmung verdiene. können wir nicht unterlassen zu entgegnen, daß ein solcher Verein, der denselben Zweck verfolgt, schon seit dem Jahre 1870 hier besteht, und seit dieser Zeit recht segensreich gewirkt hat. Wir haben dadurch auch dieses Mal wieder bewiesen, und dürfen mit Recht behaupten, daß unsere Stadt Worms, hinsichtlich ihres Wohlthätigkeitssinnes, keiner Stadt in Deutschland nachsteht, und immer den Unterstützungsbedürftigen in humaner Weise hilflreiche Hand bietet. Dem jungen dortigen Verein, wünschen wir eine gedeihliche Entwicklung und hoffen, daß es ihm an zahlreichen Gönnern und Förderern seines Zweckes nicht fehlen wird. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Wie«. Von der Direction des allgemeinen Krankenhauses in Wien wurden vielfach Fälle constatirt, daß arme isr. Kranke sich der im Krankenhause gekochten Kost aus rituellen Bedenken enthalten , wodurch die Heilung solcher Kranken trotz der humanen Bemühungen der behandelnden Aerzte häufig verzögert, wo nicht gar vereitelt wird. Es ist gewiß, daß die beklagenswerthe Lage des Unglücklichen, den die doppelte Noth der Armuth und der der Krankheit schwer genug bedrückt, durch derlei Gewissenskämpfe noch trostloser wird und des werlthäiigen Mitgefühles menschenfreundlicher Herzen nicht unwürdig erscheint. In der That haben sich auch bisher stets einzelne Wohlthäter gefunden, welche solchen Kranken die dem jüdischen Speisegesetze entsprechende Kost zukommen ließen. Allein wie in vielen andern Fällen, so hat auch hier die private Wohlthätigkeit sich als unzureichend erwiesen und mußte sich Denjenigen, welche die einschlägigen Verhältnisse genauer kennen zu lernen Gelegenheit hatten, gar bald die Ueberzeugung aufdringen, daß eine halbwegs zulängliche Abhilfe nur durch die Thätigkeit eines dem Bedürfnisse ensprechend organisirten Vereines erhofft werden könne. Diese Erwägungen haben die Gründung des „Vereines zur Unterstützung armer kranker Israeliten in Wien" veranlaßt, an Lessen Spitze die Herren vr. Ph. Meitner und Jacob Neurath stehen. Rumänien. Bukarest, 14. Febr. Die mit Berathung der Anträge wegen Revision der Verfassung betraute Senatscommission hat mit allen Stimmen gegen die Stimme Boerescu's den vorgelegten Verfassungsentwurf einschließlich des Artikels 7 angenommen. Hierauf hat die Berathung in den Sectionen begonnen. Boerescu legte einen Gegenentwurf vor, betreffs Revision mehrerer Artikel, darunter auch des Artikels 7. Feuilleton. Aabbi Ioselmann von Mosheim. Eine historische Erzählung. XXXV. Durch einen der Rathsherren der freien Reichsstadt Frankfurt am Main hatten die Juden Kunde von den gegen sie geschmiedeten Plänen erhalten. Rabbi Ioselmann und die Vertreter der gesammten deutschen Judenheit, soweit sie in Frankfurt anwesend waren, beriethen, was zu thun sei, um die Anschläge der Feinde zu vernichten.