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Der Israelit · 1879-03-19 · Heft 12 (19.3.1879) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 12 (19.3.1879)
Date
1879-03-19
Page
– (sequence 2)
Language
German
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302 Salomonis weist uns darauf hin: „denn eine Leuchte ist das Gebot und die Lehre ein Licht." Das Gebot Gottes kann ja nur durch die Organe unsres Körpers ausgeführt werden, während die Lehre rein geistig ist. So repräsentirt also der Leuchter den Körper, aber den Körper, der da ausschließlich dazu bestimmt ist, das Licht des Geistes zu tragen. Daß unser Körper dazu bestimmt ist, das Licht der Gotteslehre zu tragen, — dieser Gedanke ist der Schlüssel zur Erschließung einer ganzen Reihe von Geboten und Verboten, die uns Gott gegeben. Schon ehe der Mensch geboren wird, hat Gott, der Herr, durch die Ehe - und Reinheitsgesetze dafür Sorge getragen, daß der künftige Mensch in einer Weise zur Existenz gelange, die ihn dereinst befähige, ein Träger des göttlichen Namens, ein Vertreter der göttlichen Lehre zu sein. Welchen Einfluß das eheliche Leben der Eltern in Reinheit und Heiligkeit, nach Gottes Vorschrift, auf das Wesen und Leben und Geartetsein der Kinder hat, das ist ein Moment, welches wir den Männern und den Frauen unsres Volkes auf das Ernsteste ans Herz legen möchten. Bekannt ist der Ausspruch jenes weisen Physiologen: „Der Mensch ist, was er ißt." Die Ernährung des Menschen hat auf seinen Charakter, seine Anlagen, seine Geistes- und Herzensbildung den größten Einfluß. Welche Nahrung aber dem Menschen besonders gut, fördernd und kräftigend ist, darüber gehen die Ansichten der Physiologen weit auseinander; die Einen ziehen die vegetabilische , die Andern die animalische Kost vor; die Einen empfehlen einfache, die Andern mehr zusammengesetzte Speisen und Abwechselung in denselben. Nun wohl, wir Juden sind so glücklich, eine Menge Speisevorfchriften zu besitzen, die von der höchsten Weisheit, von Gott selbst dictirt sind. Da sind eine Menge Thiere, Vögel, Fische, Jnsecten und Würmer, die wir nicht genießen dürfen. Die Thiere und Vögel, deren Genuß uns erlaubt ist, müssen in rationeller Weise getödtet (now) worden sein; dem Fleische muß das Blut entzogen werden; gewisse Fettheile sind vom Genüsse ausgeschlossen; ebenso die Mischung von Fleisch und Milch; jedes Thier, das an einem organischen Fehler litt, der, wenn es nicht getödtet worden wäre, binnen Jahresfrist den Tod herbeigeführt hätte, ist „terepha"; sein Fleisch darf nicht genossen werden. „Denn alle die verbotenen Speisen", lehren die Weisen, „verstocken das Herz und verhärten das Gemüth." Das Herz des Jud^n darf aber nicht verhärtet sein, damit er im Stande sei zu leben als ein Musterbild der Tugend, der Redlichkeit, des Edelmuths, der Gottesfurcht, damit er befähigt fei, das Gotteslicht zu tragen gleich dem goldenen Leuchter im Heiligthume. Es bleibt uvs nun noch übrig, zu erörtern, warum eö sieben Lampen sind, die als Träger des Lichts ihre Bestimmung hatten, und auch da finden wir den Gedanken wieder, daß der goldene Leuchter des Heiligthums ein Symbol des Zusammenhanges des thierischen Lebens mit dem geistigen ist. Betrachten wir den Schaft als das Symbol des Körpers als solchen, so erübrigt es noch, die sechs Arme des Leuchters zu symbolisiren. — Alle Eindrücke, die wir aufnehmen, kommen uns durch die fünf Sinne zu; zu diesen fünf Sinnen gesellt sich eine sechste Kraft, welche die durch die Sinne aufgenommenen Eindrücke gleichsam geistig zubereitet und verarbeitet; das ist die Phantasie. Die fünf Sinne und die Phantasie, diese sechs Kräfte, sind die Vermittele c des Irdischen, Sinnlichen für das Geistige; deßhalb sollte der heilige Leuchter sechs Arme haben. So also ist uns der Leuchter ein Symbol der Verbindung des irdischen Lebens mit dem Geistigen, und unser Streben muß es sein, unfern Körper so zu gestalten, daß er fest, gleich dem Golde, aus einem Stücke, unerschütterlich, den einen Zweck vor Augen habe, immerdar zu sein: ein Träger des Gotteslichts. (Schluß folgt.) Ui schuß, in. 8. Es dürfte einen stattlichen Band füllen, wenn man aus all den anständigen deutschen Schriften, denn nur mit diesen haben wir es hier zu thun, diejenigen Stellen auSziehen wollte, welche zum Beweise, daß die Juden noch immer als Fremde, nicht vollberechtigte Bürger angesehen werden könnten. Und dies sind nicht etwaSchriften alten Datums, sondern solche, die nach dem Wiederauferstehen des deutschen Reiches entstanden sind, nach jenen großen Schlachten, in denen jüdisches Blut so gut wie christliches für die Einheit Deutschlands geflossen ist. Weisen wir nun auf einige wenige solcher Aussprüche und Autoren hin, so mögen diese als Beispiele für viele andere dastehen; bemerken wir nur zugleich, daß es freisinnige Männer sind, die theilweise ablehnend sich über die Juden äußern, theilweise eine gewisse Animosität gegen dieselben nicht verbergen können, so mögen wir daraus schließen, wie mächtig das Vorurtheil gegen die Juden noch in der großen Masse sein

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