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Der Israelit · 1879-03-05 · Heft 10 (5.3.1879) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 10 (5.3.1879)
Date
1879-03-05
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Das Aeußere der Karäer. Die Karäer sind von kleiner Statur, haben rabenschwarzes, kurzes, dickes Haar, große Ohren, kleine, zwinkernde, listige und verschmitzte Augen, kleine runde Gesichter und lange dichte Bärte, die sie aber vielfach abrasiren lassen. Die Männer sind noch von schönem Aussehen, aber die Frauen sind ein Ausbund von Häßlich» keit. Sie haben ebenfalls rabenschwarzes Haar und gelblich-schwarze Hände und Gesichtsfarbe, wie tatarische oder mongolische Frauen. Ruhe und Trägheit lagert auf ihrem Antlitz. Leim Gehen bewegen sie ihre Füße mit schleppender Trägheit, ihre Haltung ist gebückt und ihre Augen schielen nach allen Seiten. Niemals sieht man'sie einzeln ausgehen, dagegen trifft man sie oft heerdenweise auf d^r Straße. Man sieyt auf den ersten Blick, daß die Karäer Nichts vom jüdischen Typus an sich haben, wie dies auch übereinstimmend alle Reisenden, welche die Krim beschrieben haben, constatiren. Die Christen und Mohamedaner, welche in der Krim wohnen, nennen die Karäer „Jüdische Zigeuner". Auf der ganzen Halbinsel befinden sich nur fünf Handwerker, die aber auch Handel betreiben. Ackerbauer gibt es aber, wie bereits früher bemerkt, nicht einen Einzigen unter ihnen. (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten und Correspondenzerr. D e n t s ch l a n d. Würzburg. Bezugnehmend auf die Correj spondenz des Herrn Menki Zimmer in Fürth in Nr. 8 des „Israelit" erlaube ich mir Folgendes zu bemerken. Ich ehre und achte die Absicht des Herrn , Zimmer und die seiner Geber, daß sie dem Grund-; satze -ir03 po Rechnung tragen.! Indessen glaube ich mit Bestimmtheit anneh-! men zu dürfen, daß unser großer Lehrer, unser : unvergeßlicher Herr Distrikts - Rabbiner S. B.! Bamberger yV'i seinen guten Grund hatte die j Spenden jemals zu veröffentlichen und dürfte wohl! ein Hauptgrund in der Veröffentlichung der sein j c”p: orv'rn qwd. I. j Dresden, 23. Febr. Am gestrigen Tage j wurde durcd den aus Berlin nach hier gekommenen! Rabbiner (?) Dr. Ritter in einem Privathotel die! Trauung (??) eines Christen mit einem hiesig-! gebornen jüdischen Mädchen vollzogen!! Die Thatsache spricht für diesen sogenannten Rabbiner! (Herrn Dr. Ritter ist Rabbiner an der Reformgemeinde in Berlin, die den Sabbat auf den Sonntag verlegt hat. Was läßt sich da anders erwarten! — Red.) Feuilleton* Jakobin e. E i n Lebensbild. Von Kriedrrch Mott. XX. Jakobine jauchzte laut aus. Triumphirend schaute der Geistliche ihr in die vor Entzücken strahlenden Augen. „Das gefällt Dir, Kind, he?" „O, und wie!" jubelte Jakobine. „Ra, das freut mich, daß es mir gelungen ist. Dir eine Freude zu bereiten." Jakobine ergriff seine Hand und drückte sie dankerfüllt an die Lippen. Er nickte ihr freundlich zu. „Möchtest wohl öfters so fahren, wie?" „O, wie gern! wie gern! 's ist ja so schön, so schön! wie die Glöckchen so schön läuten und wie die Pferde immer springen und überall Alles so ganz weiß ist und so schön glitzert, wenn die Sonne darauf scheint, als ob die ganze Welt von Zucker wäre." „Schau, schau, schau!" lachte der Priester, „Du wirst ja ganz poetisch. Aber im Ernst, Kind, wenn Dir das Schlittenfahren gar so gut gefällt, so könntest Du es öfters haben, alle Tage, wenn Du wolltest." Sie blickte verwundert zu ihm auf. „Im vollen Ernst. Kind", fuhr er fort. „Du weißt es ja, die gute Gräfin möchte gern ein kleines Mädchen bei sich haben und wenn Du ihr nun gefällst, so kannst Du gleich bei ihr bleiben und alle Tage mit ihr spazieren fahren, im Winter in diesem schönen Schlitten und im Sommer in ihrer ebenfj prächtigen Carvsse." Dem Kind klopfte das Herz, als wollte es zerspringen; wenn sie der guten Gräfin nur gefallen würde — es wäre so schön, so schön! Nur allzu rasch war das Schloß der Gräfin erreicht und der Schlitten hielt vor dem Portale. Staunend schaute Jakobine empor zu dem hohen Prachtgebäude. „Wohnt der König hier?" fragte sie leise.

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