Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 20 (1879)
- Issue
- Heft 9 (26.2.1879)
- Date
- 1879-02-26
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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von 10,000 Fr. baar und 10 Waggons Holz aus seinem Walde von Bellova. Dasselbe Comit« hat 2 neue Rechenschaftsberichte veröffentlicht über die von ihm für die Flüchtlinge seit Beginn der Emigration erhaltenen und bis zum 5. Juni 1878 und von da bis zum 30. November xr. verausgabten Summen. Es geht aus diesen Documenten hervor, daß dasselbe im Ganzen eine Summe von Pfd. trk. 17,658.18 erhalten und am 30. November noch einen Restbestand von Pfd. trk. 407.54'/2 hatte. In dem Augenblicke, wo die bevorstehende Organisation des Fürftenthums Rumelien die Repatriirung der aus fast lauter Eingeborenen dieser Provinz bestehenden isr. Flüchtlinge gestattet wird, geziemt es, der unermüdlichen Hingebung zu gedenken, welche der verehrte Vicepräsident des Bezirkscomites von Constantinopel und seine würdige Gemahlin, Frau Helene Fernandez, unaufhörlich für dieselben bewhärt haben. In seiner doppelten Eigenschaft als Vertreter der Alliance und als Mitglied des internationalen Hilfscomites hat Herr Fernandez, an allen dortigen Hilfsleistungen Theil genommen, ebenso wie Frau Fernandez, welche an dem Damencomitö des von der Frau Botschafterin für England geleiteten Turkish compassionate Fund theilnahm, mit ihrem Gatten an Thatkraft wetteiferte und die Segnungen einer stets wachsamen Barmherzigkeit allen nach Constantinopel geflüchteten israelitischen Frauen darbot. Während der ganzen Dauer der schrecklichen Krisis, die das oltomanische Reich getroffen hat, kam der thätigen Fürsorge dieser beiden edlen Menschen nichts gleich, als ihre fortwährende Selbstverleugnung; ihre Namen sind in dos Gedächtnis aller Israeliten eingegraben, welche die Ereignisse an die Ufer des Bosporus gebracht haben. Rnstschuk. — H. Cohen, früher Zögling der Vorbereitungsschule, wurde zum Director der Knabenschule ernannt und traf am 6. Januar in Rustschuk ein. Er übersendete dem C.-Comite folgenden Bericht: Die Israeliten von Rustschuk haben viel zu leiden; viele hatten bei Beginn des Bombardements in aller Eile die Stadt verlassen, um nach Schumla, Constantinopel, selbst bis nach Wien zu fliehen, und fanden bei der Rückkehr ihre Häuser von Soldaten besetzt, die ihnen den Eintritt verwehrten; nur Einige, welche die Vorsicht gebraucht hatten, ihre Häuser von Einwohnern beziehen zu lassen, konnten dieselben sofort wieder beziehen; unter den Unglücklichen, welche mit ihren Frauen und Kindern Quartier suchen mußten, waren Viele, die 3 bis 4 Häuser besaßen und sich nun vergebens 18 bei dem Gouverneur oder den Consuln bemühten, um wenigstens 1 wiederzubekommen. Familien von 18 Seelen sind noch setzt in kleinen Zimmern zusammengedrängt, wo sie enger als in einer Gefänanißzelle wohnen. Hierzu kommt noch der Verlust^ aller Möbel, die sie nicht hatten mitnehmen können, und die jetzt, wenn überhaupt wiedergefunden , in Stücke zertrümmert sind. Noch härter drückt die Einquartirungslast von 2—4 Soldaten, je nach der Größe des Hauses; je mehr die Russen Rumänien verlassen, desto zahlreicher kommen sie nach Bulgarien, wo sie sich gern aufhalten. — Auch Die Synagoge und das neue Schulhaus waren militärisch besetzt worden; die Synagoge wurde schließlich, in Folge der Bemühungen des österreichischen Consuls, H v. Montlong, der Gemeinde zurückgegeben, aber das Schnlhaus ist noch in den Händen der militärischen Behörde und wird es wohl bis zum Frühjahr bleiben. Augenblicklich wird der Unterricht im alten Schulhause ertheilt, das vollständig zerfallen, und für die 275 Schüler, die es fassen soll (worunter 125 arme), viel zu klein ist. Um Raum zu gewinnen, hat man aus dem Corridor, der auf den Hof geht, ein Zimmer gemacht; Sie können sich denken, was die Kinder bei diesem strengen Winter zu leiden haben, so oft die Thür geöffnet wird. Man hat ferner die Kinder von 5 bis 7 Jahren, die nur hebräisch treiben, nach einem Hause in der Nähe der Schule bringen müssen, wo sie unter Aufsicht eines Rabbiners die Elemente der hebr. Spruche lernen. Das Lehrerpersonal besteht aus einem Director, 3 Rabbinen und 1 Bulgarisch-Lehrer, der wenig unterrichtet ist und doch nicht leicht ersetzt werden kann, da die wenigen Bulgaren, die etwas gelernt haben, sämmtlich öffentliche Aemter bekleiden. (Die Israeliten von Persien.) Ein in der Staatszeitung von Teheran veröffentlichtes Decret Sr. Maj. des Schahs von Persien vom 1. Zihadiö 1295 (28. Oct. 1878) führt ein neues Reichsstatut ein, das die Verwaltung der Provinzen und die Stavtsangelegenheiten unter den zweiten Sohn des Schah, den Minister des Innern und den Minister des Aeußern vertheilt; der Letztere ist Se. Ex. Hussein-Khan, derselbe, welcher den Schah auf seiner Reise nach Europa begleitet hat und unter dessen Verwaltung jetzt die jüdischen Angelegenheiten gestellt sind, was eine wichtige Reform zu bedeuten scheint. Bis jetzt hatte man in der That kein Mittel, um für die gegen die Juden verübten Gewaltthaten Remedur zu schaffen; da Niemand dafür verantwortlich war, so beschränkte man sich einfach darauf, die Thatsachen zu leugnen. Das wird nun anders werden; der Minister des Aeußern, der in beständigen Beziehungen zu den