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Der Israelit · 1879-02-26 · Heft 9 (26.2.1879) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 9 (26.2.1879)
Date
1879-02-26
Page
– (sequence 5)
Language
German
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217 liebsten Unterhaltungen waren. — Nachdem Redner noch einige Charakterzüge aus dem Leben des Dahingeschiedenen kennzeichnete, schloß er mit dem Bibelvers: — isdn’ 'i -iod ,ip-is ije?1? -j^ro — „Deine Tugenden gehen Dir voran, Gottes Herrlichkeit nimmt Dich in Gnaden auf*). Auch der Stadtverordneten - Vorsteher, Herr Rechtsanwalt Höniger, ergriff das Wort und schilderte in kurzen klaren Zügen das Wirken des Heimgegangen für die Stadt Jnowraclaw. Einem verdienstvollen Manne, wie's der Verewigte war, brauchte man eigentlich keinen Nachruhm zu schreiben, denn y»a» vift di» jeder Tag seines Lebens predigt ein Wort über sein Wirken und Schaffen, und jede Blattseite seines Lebensbuches spricht über seine ruhmreiche Thätigkeit. Wahr sind daher die Worte des Redners: „Wie soll ich über die Vorzüge dieses Tugendhelden sprechen, wo anfangen und wo enden!" Wer kennt nicht die Großthaten dieses Mannes, der in commerciellen und socialen Kreisen als Stern erster Größe galt. Er hat die Initiative für Verbesserung unserer städtischen Interessen ergriffen; ihm verdankt Jnowraclaw den industriellen Aufschwung. Sein Name hatte in der Geschäftswelt den besten Klang, sein eminentes Wissen ist mW Schrrtbrr kufcS, fcsx zu. wiederholten Malen seine literarischen Arbeiten zu copiren pflegte, that öfters Einblicke in seinen Briefwechsel mit den gelehrtesten Männern der Gegenwart, kann daher mit Fug und Recht sagen: Herr Michael Levy ist über alles Lob erhaben; er war ein Mensch in des Wortes edelster Bedeutung. Auf ihn lassen sich des Dichters Worte anwenden: „Wer den Besten seiner Zeit genügte, der hat gelebt für alle Zeiten." Der unsterbliche Geist des in Gott Ruhenden möge im Geiste seiner Kinder fortleben und hier auf Erden viel Gutes und Edles schaffen. Dann wird das Gute bleiben Und edle Früchte treiben. pns* rvrp -oft Louis Cohn, Lehrer. Mainftoekheim. Durch den unerforschlichen unabänderlichen Rathschluß der obwaltenden Vorsehung hat unsere Gemeinde einen bedauernswerthen Verlust erlitten. Unser allbeliebtes Gemeinde- *) Die Rede des Rabbiners Herrn Tr. Kohn wird auf aus drückliches Verlangen;u Ehren des großen Lobten veröffentlicht werden. > Mitglied, Herr Jakob Stiebe! % hat das Zeit-! liche gesegnet, er ist heimgegangen zu seinen Vä- ' tern, um von dem Allvater im Himmel den Lohn für sein gottgefälliges Leben zu empfangen. Der Verewigte lebte zwar in bescheidenen Verhältnissen, dies hinderte ihn jedoch nicht, seine Kinder zu Gottesfurcht und Tugend zu erziehen. Sein einzige- Streben war stets, seinen Kindern regen Sinn für min einzuflößen und er hat auch ein günstiges Resultat hierin erzielt. Herr Dr. S. Stiebel, Rabbiner zu Strasburg in Westpreußen, dessen Name in orthodoxen Kreisen von gutem Klang ist, ist sein ältester Sohn. Der zweite, der Vorstand unsrer Gemeinde, erfreut sich ebenfalls ob seines echt jüdischen Charakters und seiner allbekannten Wohlthätigkeit des besten Rufes in hiesiger Gegend. Der Verewigte befleißigte sich stets der strengsten Rechtlichkeit in Handel und Wandel, er versäumte nie, wenn nicht durch besondere Umstände gehindert, n"aa rftsn, er war überhaupt in echtem Sinne ein Jehudi von altem Lchlage, dessen Reihen heute leider so sehr gelichtet sind. Herr Rabbiner Adler aus Kitzingen sprach auch am Sarge des Verewigten in diesem Sinue, indem er besonders die Thatsache hervorhob, daß der Verblichene, zwar nicht selbst min p, doch sehr große ranx mirn zeigte, wovon die Erziehung feiner Kinder zur mm am besten zeugt. Möge der Verblichene in den lichten Sphären die ewige Ruhe finden nach einem dornenvollen, von manchen Schicksalsschlägen heimgesucht'en irdischen Dasein. n"a*s"j*n. Frankreich. Paris. (Monatsbericht, Januar, der All. JSr. Univ.) (Die Israeliten der Türkei.) — Die Israeliten von Carnabat, die nach ihrer Heimath zurückgekehrt sind, haben an das Bezirkscomits von Constantinopel geschrieben, daß sie zwar weder von den Bulgaren, noch von den Russen mißhandelt wurden, aber sich in der traurigsten Lage befinden. Das Bezirkscomits schickte ihnen eine Summe von 75 Pfd. trk. zur Bertheilung unter die Wittwen, Waisen und Greise. In Folge einer telegraphischen Meldung des H. Baron v'. Ring, franz. Mitglied der europäischen Commission von Ostrumelien, an den Minister des Aeußern von Frankreich, daß sich in Philippopel 500 Israeliten befinden, die aller Hilfsmittel beraubt sind und Hungers sterben, schickte Herr Baron v. Hirsch an das Comite von Constantinopel für diese Unglücklichen eine Summe

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