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Der Israelit · 1879-02-26 · Heft 9 (26.2.1879) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 9 (26.2.1879)
Date
1879-02-26
Page
– (sequence 4)
Language
German
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216 überraschen. Denn die vorliegenden Actenstücke lassen keinen Zweifel, auf wessen Seite die Wahrheit ist, ob auf der des Correspondenten in Nr. 7 dieser Glätter, der die Vorgänge innerhalb des Stuttgarter Kirchenvorsteheramts mit Aufmerksamkeit verfolgt, oder auf der des gegenwärtigen Circulars. Die von uns erzählten Vorgänge mögen freilich sehr beschämen^ sein, durch Ableugnung derselben werden sie aber nicht aus der Welt geschafft. ArrS Weftphalerr. Eine Durchsicht des uns vorliegenden Jahresberichtes der Unterstützungskafse des Vereins israelitischer Lehrer für Westphalen und Rheinprovinz von 1878 überzeugte uns, daß genannter Verein sich wiederum mehrere neue Freunde und Gönner erworben und in dem abgelaufenen Jahre eine segensreiche Thätigkeit entfaltet hat. Die Zahl der Gemeinden und Gesellschaften, weiche durch feste Jahresbeiträge ihr Interesse für die Unterftützungskaffe bekunden, sind in stetem Wachsen begriffen; in vielen andern Gemeinden, wo solches nicht der Fall, haben Sammlungen mit sehr erfreulicher Betheiligung üattgefunden. Besonders war es wieder der Edelsinn deS Ehrenmitgliedes Herrn Elias Meyer in Aachen, der die Kasse in den Stand setzte, durch einen entsprechenden Zuschuß die Unterstützungsquote von 49 M., welche der Stand der Kasse erlaubte, wieder wie im Vorjahre auf 54 M. zu erhöhen. Auch ist dem Vereine wieder durch letzwillige Verfügung ein Legat von 150 M. zugeflossen und zwar von der verstorbenen Frau Wittwe Rosenheim in Cleve. Die GesaMmteinnahme betrug im Jahre 1878 an ordentlichen Beiträgen der Mitglieder — die Liste weist 70 Steuernde nach, von denen nach und nach durch Tod, Auswanderung rc. 22 wieder auSgefchieden sind — 528 M., an außerordentlichen Beiträgen von Gemeindegesellschaften und Privaten 2727,53; an Zinsen 1679,34, Totalsumme der Einnahme 4934,87 M. Hiervon sind verausgabt worden (außer den den Eingängen pro 1877 entnommenen Unterstützungen): für Verwaltungskosten, Inserate rc. 135,25; ferner dem Fond zugewieseneS Legat Rosenheim 150 M,; zur Ergänzung der Unterstützung pro 1878 bestimmt 220, im Ganzen 505,25, bleibt 4429,62. Hiervon kam zur Bertheilung die Hälfte mit 22lö M. und zwar unter 8 unterstützungsberechtigte Familien mit zusammen 42 Quoten. Das Gesammivermögen des Vereins bestand am 1. Januar 1879 aus 35864 M. 86 Pf. M. R o s e n w a l d, Lehrer. Jrrowraelatv, 5. Febr. nb noo O'pbvr mix np1? o — uj'mi ’Pn bro'Q «m. Es : ging ein Mann auS dem Haufe Leoi — und er \ ist nicht mehr da — denn Gott hat ihn zu sich j genommen. Wir beklagen den Tod eines Mannes,! der die Krone unserer Stadt, die Zierde der j Menschheit war. Herr Miaael Levi, der Stolz Israels, ist uns allzufrüh durch den Tod entrissen worden. Dieser weltberühmte Mann, dessen Name weit über die Grenzen unserer Stadt hinausreicht, l ja in fremden Ländern und Staaten der alten und neuen Welt genannt und gekonnt ist, ruht jetzt un Schooße der kalten Erde! : no*r nn»ar psn yov pnsb os. Bon allen Enden der Erde ertönt der Klageruf: „Ehre sei dem Gerechten!" Nach längerem Leiden hauchte dieser edle Mann seine reine Seele aus und wurde am 2. d. M. unter Betheiligung einer nach Tausenden zahlenden Volksmenge aller Confessionen zu Grabe geleitet. Noch nie hat Jnowruc aw ein solches Leichenbegängniß gesehen. Viele Angehörige des Heimgegangenen, seine Verwandten und Bekannten, seine Freunde und Verehrer von nahe und ferne fanden sich ein. um dem Verklärten die letzte Ehre zu erweisen. Auf dem Friedhofe angelangt ergriff der Ortsrabbiner Herr Dr. Kohn das Wort und schilderte mit beredter Zunge die Grvßtyalrrr der. ten anknüpfend an die Talmudstelle: drin *071 Ob'pTI P QM "0'2 OHM bv VTDD7IC Bon der Theilnahme an der Trauer um einen Todten läßt sich mit Sicherheit auf den Charakter desselben schließen. Anlehnend an eine Stelle in Malachi Cap. 2. 4—7, die da lautet: — m*os 4i narr 'w nx >nna nrrP — onyTi 17PS3 nrvn livx min — Dibttfm O"N7> inx nn'n inn2 Ol 1’nSBQ NSD3 Mb nblpl schilderte Redner die geistigen Vorzüge des Verklärten. wie er fromm und gottesfürchtig, gerecht und mildthätig, fleißig und strebsam im Leben war. Diesem folgte ein Vers aus der Thora: — ynxi yür\ - Von Levi sagt man: „Dein Licht und Deine Frömmigkeit", den Redner auf das gottgeweihte Leben Michael Levis anwandte, indem er das Wort 'ib als Anschluß an Licht und Frömmigkeit — Religion und Wissenschaft — als die Glanzpunkte feines Lebens deutete. Eine andere Bibelstelle im Jesaja — oi P nn ipy nrni — Es ruhete auf ihm der Geist Gottes u. s. w. gab uns Aufschluß über die geistige Thätigkeit des Verewigten, wie er fast auf allen Gebieten des Forschens und Denkens, der Kunst und Wissenschaft einen Denkstein setzte, besonders aber auf dem Gebiete des talmudischen Wissens und des rrbbinischen Schriftthums eine bedeutende Autorität gewesen und Discusstonen religiösen Inhalts seine

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