Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 20 (1879)
- Issue
- Heft 8 (19.2.1879)
- Date
- 1879-02-19
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2446951-2447797-2447806--15861-2471826- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
193 mehr Geltung gefunden, als eben jetzt, wo so vieles hinfällig geworden, der thätige und geschickte Handwerker aber immer noch sein Brod ehrenhaft erwerben vermag! Unser Verein ist es eben, der durch sein gemeinnütziges Wirken während mehr als vier Jahrzehnte ihnen dabei kräftige Unterstützung gewährt, seine segensreiche Wirksamkeit immer weiteren Kreisen zuführt und Mittel und Wege den hilflos Dastehenden bietet, ihr Ziel zu erreichen. Zolkiew (Galizien), Schebat. nany pnu "in\y □syn: Les tetes s’en vont! — Der älteste der Nabbinen Galiziens und der Buckowina, der hiesige Ober-Rabbiner i£0’T"D-pinin MEV pns' ,m\ ist vor Kuzem, nach 66jähriger, ehrenvoll zurückgelegter Rabbiner-Laufbahn, im hohen Alter von 89 Jahren zu seinen Vätern heimgcgangen. Und eine stattliche Reihe -inn ’jisu bilden diese Väter! R. Abiador Horowitz, Rabbiner von Kamionka, sein Vater; R. Zebi-Hirsch Meisels, Rabbiner von Zolkiew, sein Großvater; R. Schimschon Meisels, Rabbiner von Zolkiew, Kämpfer und Sieger in der historisch berühmten 'as-'raw.iiefcatte, sein Urgroßvater; der 2?.: mta von Lemberg; der k"d"*i von Krakau; der durch so manche Sage verherrlichte R. Mordechaj Meisels von Prag, und so fort hinauf in der Jahrhunderte Lauf. — Der Verewigte war der Letzte dieser Dynastie von Hirten in Israel. Seine Kinder und Enkel sind vom Schicksale in den Strom des Alltagslebens hineingerissen worden. Mit 23 Jahren, auf Befürwortung und mit rD'ED des damaligen galizischen Landes-Rabbiners, zum Rabbiner des Städtchens Monasterziscza erwählt, wurde er 6 Jahre später Kreisrabbin^ von Zolkiew. 12 Jahre später erhielt er gleicv^eitig den Ruf nach Alt-Ofen in Ungarn und nach Czernowitz in der Buckowina. Er wählte letzteren Ort und wurde Landes-Rabbiner der Buckowina. Hier verblieb er volle 36 Jahre. Als der früher von ihm innegehabte Rabbinerstuhl zu Zolkiew durch den Tod seines Nachfolgers erledigt war, zog er im hohen Alter nach derselben Stadt zurück, um hier an der Seite seiner Ahnen die letzte Ruhestätte zu finden. Zügleich übernahm er daselbst wieder den Titel und die Function eines Oberrabbiners , die er bis an sein Ende behielt. Und wie sein Leben so auch sein Sterben, ein Dn&” rm Auf die, vom yuvf seines Haus-Minjans beendigte rwnp rief er das;ck, sank zurück und verschied. Er gehörte zur sogenannten '"^-Partei, welche die goldene Mitte zwischen E'TEn und den D’Diip’Sx einhält. Hauptmerkmal seines Charakters war unerschütterliche Unparteilichkeit und standhafte Offenheit und Geradheit. Sein Tadel schonte Niemanden, M?E. Es fehlte ihm daher auch nicht an Gegnern. Im Lager der E'td/i, ob seiner Toleranz; im Lager der E'O^p'Ldr, ob seines Festhaltens an den uralten Satzungen Israels und seines schonungslosen Tadelns ihres Uebersetzens aller Schranken. — Viel Feind', viel Ehr! Er stand mit vielen bedeutenden Rabbinern und hervorragenden jüdischen Männern in regem Verkehr. Er hat zahlreiche Schriften hinterlaffen, theils n“)“w, theils^ Kommentare zu V'jn, theils gemischten Inhaltes. Seine äußere Erscheinung war seinem Wesen entsprechend. Ein imponirendes d’jb nnn, ein echt biblisches Patriarchen-Antlitz mit wallendem Barte und freundlichem, offenen Blicke. Man konnte von ihm sagen: nrr1? dj nPi ,nnn:> nb. Bis an sein Ende ließ er keinen Fasttag aus und durchwachte ganze Nächte am Studir- und Arbeitstische, ohne sich je eines Augenglases bedient zu haben. An seinem Leichenbegängnisse betheiligte sich die ganze Stadt, ohne Unterschied des Glaubens. Denn auch bei seinen nichtjüdischen Landsleuten war er beliebt und hochangesehen. : tee innuD nrrm ieeipe bv m:1 Ditw nh* Italien. Rom, 8. Febr. Die Debatte über die Anerkennung Rumäniens, welche im Abgeordnetenhause gelegentlich der Berathung des Budgets für das Ministerium des Aeußeren inmitten allgemeiner Erörterungen über die auswärtige Politik immer von Neuem ausgenommen wurde, nahm ihren Anfang in der von dem Abgeordneten Pierantoni an die Regierung gerichteten Aufforderung, jene Anerkennung ohne weiteren Aufschub zu vollziehen, wie dies das Organ Crispi's, die „Riforma", bereits einige Tage vorher empfohlen hatte. Der Umstand, daß der rumänische Deputirte Rosetti im Aufträge seiner Regierung sich in Rom befindet, um für die Anerkennung der Unabhängigkeit Rumäniens zu wirken, erhöhte das Interesse an den Verhandlungen über diesen Gegenstand. Dieselben wurden zunächst weitergeführt durch das Eintreten des Abgeordneten Zeppa für die Interessen der rumänischen Juden. Wie Pierantoni, so erklärte auch Zeppa, daß es sich nicht um eine Frage der Religionsfreiheit, sondern um eine ökonomische Frage handele. Aber er formulirte diese Frage in ganz entgegengesetztem Sinne als jener erste Sprecher; er sagte', daß die Rumänen nicht die Religion der Juden hassen, sondern deren Gold begehren; Pierantoni hatte von der Emancipation