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Der Israelit · 1879-02-19 · Heft 8 (19.2.1879) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 8 (19.2.1879)
Date
1879-02-19
Page
– (sequence 4)
Language
German
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192 entstanden, schwer auszufüllen ist. Viele Jahre hindurch war er Mitglied der Repräsentanten, Vorstandsmitglied der nnDn nttnaa rron, Vorsteher der D’^n -npa man und anderer Vereine. Für diese Wohlthätigkeitsanstalten arbeitete er rastlos und mit Aufopferung seiner vollen Kräfte. Dabei war er ein echter Jehudi und ein wahrer mm am«. Der Trauer und dem Schmerz um seinen Tod gaben die Herren Rabbiner vr. Hildesheimer aus Berlin, dessen Frau eine Nichte des Verstorbenen, Rabbiner Or. Au erb ach dahier, Rabbinatsassessor Lange dahier und der Schwiegersohn des Verstorbenen, Jasfe aus Hamburg, beredten Ausdruck. n"a"s*j"n. SS&efel, 23. Januar. Am heutigen Tage wurde in hiesiger Stadt ein seltenes Fest, die Säcular- Feier der onDn min '"on in großartiger Weise begangen. Genannter Verein ist sehr gut situirt und nach menschlicher Berechnung für die Dauer gesichert; er zählt 35 Mitglieder. Das ganze Fest, an welchem mehrere mit großem Beifall aufgenommene Reden gehalten wurden, hat einen tiefen, religiösen Eindruck auf alle Theilnehmer hinterlassen. Dresden. Vor einiger Zeit fand in hiesiger Gemeinde die Neuwahl des Vorstandes und der Deputirten statt und besteht jetzt der Gemeinderath ständig aus Leuten neologer Richtung. Daß sich Gott erbarm'! In diesem Jahre werden zum erstenmal seitens der Gemeinde, obgleich alle Utensilien vorhanden, keine Mazzos gebacken; jedes Mitglied kann selbst sorgen, woher es solche bekömmt. Am allerärgsten ist es hier mit dem Koscherfleischverkauf bestellt. Bei einem christlichen Fleischer, der sich unter Aufsicht eines von der Gemeinde abgesetzten Schochet gestellt, kauft die große Mehrzahl der Gemeindemitglieder ihren Fleischbedarf. Zur Kennzeichnung hiesiger Gemeindezustände noch folgender Vorfall: Es existirt hier ein österreichisch-ungarischer Verein, der christliche und eine kleine Anzahl jüdischer Mitglieder zählt. Zu den Letzteren gehört ein in hiesiger Gemeinde angestellter Synagogen-Jnspector. Als Secretair dieses Vereins hatte er bei dem vor 8 Tagen stattgehabten Besuch des Kronprinzen Rudolf von Oesterreich am hiesigen Hof Audienz und da einige Tage vorher des Jnspectors Frau von einem Knaben entbunden, so erlaubte sich dieser Mann den Kronprinzen zur „Taufe" seines Sohnes als Pathen einzuladen. Nachdem der wahre Sachverhalt herauskam, ist von diesem „Gevatter" es abgelehnt und der sogenannte jüdische Jnspector (verdientermaßen) von der Presse insultrrt und die Gemeinde durch das entstandene Rischus blamirt worden. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Wien. Dem LL. des Vereürs zur Beförderung der Handwerke unter den inländischen Israeliten entnehmen wir: Es sind in diesem Jahre 388 Zöglinge, gegen 364 im früheren, unter Obhut des Vereines gestanden, 118 wurden neu ausgenommen — gegen 112. Die Lehre vollendet haben 55, und 119 zumeist vor erfolgter Einverleibung in die Genossensmaft dieselbe verlassen. Zu Ende des Jahres 1878 verblieben 284 Zöglinge bei 32 Handwerken in der Lehre. Die Zahl der Vereinsmitglieder ist heuer theils durch Austritt theils durch Sterbefälle wieder eine kleinere geworden, der Ausfall der Jahresbeiträge beträgt mehr als 200 fl. Die Gesammteinnahmen jedoch haben darunter nicht gelitten, da die Rückvergütungen, sowie Kapitals- und Stiftungs- Zinsen einen das Vorjahr übersteigenden Ertrag abwarfen. Die Zinsen der Therese Meyer-Stiftung sind ohne Verwendung geblieben. Bei dem obwaltenden schlechten Geschäftsgang fehlt dem strebsamsten jungen Handwerker oft der Muth zur selbstständigen Etablirung. Er zieht es vor, als Gehilfe in gutem Lohn zu bleiben und bessere Zeiten abzuwarten. Die Zahl der Bewerber um Meister-Unterstützung wird daher immer kleiner, und wir selbst haben gar keine Ursache, in dieser Richtung aufmunternd zu wirken. Im Gegentheile haben uns langjährige Erfahrungen nur zu deutlich die Ueberzeugung aufdrängen müssen, wie wenig die Tendenz, die seinerzeit bei Schaffung unserer Meister-Stiftungen den Gründern vorgeschwebt, mit den seither ins Land getretenen Verhältnissen, mit der durch das größere Capital geschaffenen Concurrenz im Einklänge steht. Wir werden daher schon seit Jahren, weniger dem Wortlaute als dem Sinne dieser Stiftungen gerecht, dem Bestreben nur dort helfend einzutrete'n, wo uns auch die Garantie geboten scheint, mit dem zu bringenden Opfer auch in der That eine dauerhafte und gedeihliche Zukunft zu begründen. Hingegen wird der Andrang der Aufnahme suchenden Knaben alljährlich größer, die Zöglingzahl hat fast das vierte Hundert, eine noch nie dagewesene Ziffer, erreicht, und es ist eben diese Ungunst der Zeiten, welche die ärmere Classe unserer Glaubensbrüder veranlaßt, ihren Kindern in der Erlernung eines Handwerks eine bessere Zukunft zu verschaffen, denn „Handwerk hat goldenen Boden." In welcher Zeit hätte dieser schöne Spruch

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