Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 20 (1879)
- Issue
- Heft 7 (12.2.1879)
- Date
- 1879-02-12
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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178 i h? n tt si ’i c tfi irr ist de dil zw zei Si au Na me Ge „A den non her! dcni Bet Ein Bind gedacl thmn Selbst auf die Gefahr hin, den Raum Ihres gefch. Blattes zu sehr zu beanspruchen, glaube ich diesen Bericht nicht schließen zu können ohne mitzutheilen, daß Geh. Rath Stilling die Correspondenz mit seinen Anverwandten bis an sein Lebensende nicht anders als in hebräisch-deutscher Schrift führte. —a— Dessau, 24. Jan. Der Leipziger iSr. VerrntSkurch Hai ’fom Gelegene Bevurkshautz peS Philosophen Moses Mendelssohn angekauft und beabsichtigt darin ein Asyl für verdienstvolle und betagte jüdische Gelehrten zu errichten. Hamburg. Im Laufe des vorigen Jahres tauchte hier ein Individuum, Namens Jsaac Siegel aus Galizien auf, in dessen Begleitung sich ein Frauenzimmer, Namens Sarah Susel Goldberg befand, welche von S. überall für seine rechtmäßige Frau auSgegeden wurde. Durch seinen anscheinend streng orthodoxen Lebenswandel wußte sich Siegel bald Eingang in die Kreise der hiesigen Gemeinde zu verschaffen und sowohl von vielen angesehenen Mitgliedern derselben, als auch von anderen Personen dadurch, daß er sich für brustkrank und sehr hilfsbedürftig ausgab, reiche Unterstützungen zu verschaffen. Obwohl ihm diese Hilfsmittel allein schon ein sorgenfreies Leben möglich gemacht hätten, coutrahirte er doch unter falschen Angaben noch beträchtliche Schulden, zu deren Bezahlung er ganz außer Stande war. Außerdem wußte er den Oberrabbiner Stern durch allerlei lügnerische Vorspiegelungen zu veranlassen, einen von dem Unter- Rabbiner Marcus Wenger in Strzyow (Galizien) ausgestellten Trauschein durch seine Unterschrift zu bestätigen, wodurch es ihm möglich wurde, sein Hierselbst gebornes Kind beim Civilstandsamt als ein eheliches anzumelden. Durch einen Zufall schöpften indessen in jüngster Zeit einige der von Siegel gebrandschatzten Personen Verdacht gegen den Galizier; es wurden Nachforschungen angestellt, und in kurzer Zeit hatte man in Erfahrung gebracht, daß man sich von einem durchtriebenen Jndustrieritter in schmählichster Weise hatte hinteres Licht führen lassen. Siegel ist nämlich aus seiner Heimath wegen verschiedener daselbst verübter Betrügereien flüchtig geworden. In Lemberg hat er sich u. Äl. einen Betrag von 1500 Gulden zu erschwindeln gewußt, wegen welchen Vergehens er von der dortigen Polizei steckbrieflich verfolgt wurde. Auch der dem Rabbiner Stern vorgelegte angebliche Trauschein muß gefälscht sein, da es sich herausstellte, daß die Goldberg nicht seine Frau, sondern nur seine Zuhälterin ist. Jetzt befindet sich der gewiegte Gauner in den Händen der Polizei. J&fttttfeUtg, 21. Januar. Das Repräsentantenkollegium der israelitischen Gemeinde hatte gegen die Abmachungen, welche der Senat mit dem Gemeindevorstandc in Bezug auf den Centralfriedhof in Ohlsdorf getroffen, einen Protest eingelegt, der bei der Berathung des betr. Antrags in der Bürgerschaft zur Erörterung kommen sollte. In einer vorgestern ab gehaltenen gemeinschaftlichen Versammlung des Gemeindevorstands und des Repräsentantenkollegiums wurde indessen ein Majoritätsbeschluß erzielt, welcher das Verhalten des Vorstandes gutheißt und jenen Protest damit erledigt. Der Widerspruch gründete sich bekanntlich darauf, daß der Senat nicht, wie theilweise verlangt wurde, den Gemeindcmitgliedern ein bestimmtes Terrain „auf ewige Zeiten" abzutreten geneigt war. Frankreich. ParlA. In der Sitzung des MunicipalratheS vom J4. Januar wurde von einem Mitglieds desselben die Mittheilung gemacht, daß einem isr. Vater, die Aufnahme seines Kindes in das Asyl in der Straße äu kont-äs-Loäi nur dann gewährt werden sollte, wenn das Kind den Ceremonien des katholischen Cultus sich unterwerfen werde. Der Seinepräfect versprach Abhilfe in dieser Sache der Beschränkung der Gewissensfreiheit. Rumänien. Bukarest, 7. Februar. Der Minister des Auswärtigen Campiueano ging bei den Berathungen des Senats in ausführlichster Weise auf die Frage der Judenemanzipation ein, wobei er hauptsächlich geltend machte, daß die politische Lage des Landes die politische Gleichstellung der Juden zu einer unabweisbaren Nothwcudigkeit mache. Italien. Rom, 4. Februar. Bon Rumänien sprechend, sagte Depretis in der heutigen Kammersitzung, dasselbe sei in der That unabhängig geworden, sobald es aufgehört habe, Vasall der Türkei zu sein. Es sei nöthig, daß der Artikel des Berliner Vertrages, welcher die Gleichbeit der Culte in Rumänien bestimmt, auSgeführt werde. Aber man dürfe nicht vergessen, daß Rumänien sich durch feinen Muth das Recht auf Autonomie erworben und daß dasselbe zur alten lateinischen Familie